12. Januar 2021
Lila Kartoffel: Alles über die violette Gourmetkartoffel

Lila Kartoffel: Alles über die violette Gourmetkartoffel

Eine lilafarbene Kartoffel? So etwas gibt es tatsächlich. Und die "Vitelotte" überzeugt wirklich jeden Gourmet – nicht nur als Hingucker! Wir stellen Ihnen die ungewöhnliche Kartoffel vor und verraten Ihnen leckere Rezepte.

Steckbrief: Lila Kartoffel

Einwanderer

Wie ihre gelben Verwandten stammt die lila oder blaue Kartoffel aus Mittel- und Südamerika. Nach Europa kam sie im 16. Jahrhundert, heute sind rund hundert Sorten bekannt. Die beliebteste unter ihnen ist die französische Züchtung „Vitelotte“, die bei uns auch Trüffelkartoffel heißt. Es gibt aber verschiedene Sorten der bunten Knolle.

Sortenvielfalt: Diese lila Kartoffelsorten gibt es

Vitelotte
Sie wird auch blaue französische Trüffelkartoffel genannt und zeichnet sich durch ihre dunkle Schale und ihren kräftig-nussigen Geschmack aus.
Bleu de la Manche
Ihre Schale ist eher blau-violett und vor allem wegen ihres feinen Geschmacks beliebt.
Salad Blue
Die Farbe dieser Kartoffel ist besonders intensiv und dunkel und deshalb ein optisches Highlight.

Erntezeit

Als sogenannte späte Sorte können lila Kartoffeln ab August geerntet werden. Allerdings bauen nur wenige Biobauern welche an – weil die Pflanzen geringen Ertrag bringen und die Kartoffeln wegen ihrer Form von Hand geerntet werden müssen, was den Preis erhöht. Die Schale sollte nach der Ernte violett, das Fruchtfleisch bläulich aus sehen. Um die Farbe zu erhalten, empfiehlt es sich, die Kartoffeln erst nach dem Kochen zu schälen. Die Schale kann auch mitgegessen werden, wenn die Kartoffeln in Bio-Qualität erworben wurden.

Lila Kartoffeln kaufen

Die Sorten sind eher nicht in Supermärkten erhältlich, da sie nicht besonders kommerziell sind. Kaufen können Sie die bunten Kartoffeln meist regional auf Märkten in Ihrer Nähe, direkt beim Bauern, bzw. Biobauern. Andernfalls gibt es Vereine wie VERN oder die Arche Noah, die sich dem Erhalt seltener und alter Sorten widmen. Sie können die lila Knolle natürlich auch selbst anbauen. Das ist sehr einfach und unterscheidet sich kaum vom Anbau anderer Kartoffelsorten. Lila Kartoffeln sind zudem samenfest: Aus ihrem Saatgut wachsen Pflanzen, die dieselben Eigenschaften und Gestalt besitzen wie die Elternpflanze selbst.

Lagerung

Lila Kartoffeln lassen sich weniger gut lagern als die gut bekannte gelbe Sorte, weswegen sie nur während der Saison erhältlich sind. Dafür sind lila Kartoffeln jedoch samenfest, was bedeutet, dass aus ihrem Saatgut neue Pflanzen mit denselben Eigenschaften wachsen. Man kann sie also leicht vermehren.

Zubereitung

Lila Kartoffeln lassen sich in mehlige und festkochende Sorten unterteilen. In ihrer Zubereitung und Kochzeit ähneln sie ebenfalls den herkömmlichen gelben Kartoffeln, daher kann man sie in der Küche auch genauso verwenden. Damit sie ihre intensive Farbe behalten, sollten lila Kartoffeln jedoch mit Schale gekocht werden.

Tipp: Um die Farbe der lila Kartoffeln zu schonen, können Sie diese auch dämpfen, anstatt sie zu kochen!

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Gesundheitsfördernde Wirkung

Die Farbe ist keine Effekthascherei: Der sekundäre Pflanzenstoff und Radikalfänger Anthocyan, also der Farbstoff, der das Lila verursacht, wirkt sich auch positiv auf den Blutdruck aus. Verglichen mit anderen Kartoffeln enthalten die lila Exemplare bis zu zehnmal mehr von diesem Antioxidant. Noch ein Grund mehr, für die lila Abwechslung auf dem Speiseplan!

Die lila Kartoffel ist vielseitig

Genauso wie andere Sorten lässt sich „Vitelotte“ zu Pell-, Salz- und Bratkartoffeln, Püree oder Pommes Frites verarbeiten. Ihr intensiv würziger und fein nussiger Geschmack erinnert an Esskastanien. Auch im Kartoffelsalat ist die exotische Delikatesse eine leckere Abwechslung – optisch wie auch geschmacklich. Ihre tolle Färbung macht jedes Kartoffelrezept zu einem echten Hingucker. Wer mag, kann aus lila Kartoffeln auch Kartoffelchips herstellen.
Gemüse vom Blech
© Illustration Lulu
Gemüse vom Blech

Lila Kartoffelgemüse vom Blech

Zutaten für 4 Personen

  • 1 kg lila Kartoffeln
  • 3 Möhren
  • 2 Zucchini
  • 2 gelbe Paprika
  • 3 rote Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 6 Zweige Thymian
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Nussöl
  • 1 EL Balsamico-Essig
  • 125 ml Orangensaft
  • 1 EL flüssiger Honig
  • Salz, Pfeffer
  • 300 g Naturjoghurt
Zubereitung

1. Ofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vorheizen. Kartoffeln schälen und längs halbieren. Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Zucchini waschen, vierteln und in Stücke schneiden. Paprika waschen, halbieren und in dicke Streifen schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen. Zwiebeln vierteln, den Knoblauch hacken. Thymian waschen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und hacken.

2. Knoblauch, Thymian, Kreuzkümmel, Öle, Essig, Orangensaft und Honig verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Kartoffeln, Gemüse und Zwiebeln in eine Pfanne mit etwas Fett geben und sorgfältig mit der Ölmischung vermengen. Im Ofen etwa 30–40 Minuten backen. Den Joghurt mit Salz und Pfeffer würzen, zum Kartoffelgemüse reichen.

Ca. 60 Minuten, pro Person 460 kcal, Fett: 14 g

Kartoffel-Gemüse-Salat
© Illustration Lulu
Kartoffel-Gemüse-Salat

Kartoffel-Gemüse-Salat mit Bacon

Zutaten für 4 Personen

  • 1 kg lila Kartoffeln
  • 1 Fenchelknolle
  • 250 g gelbe Kirschtomaten
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 100 g Bacon (in Scheiben)
  • 3 EL Himbeeressig
  • 3 EL Olivenöl
  • 125 ml warme Gemüsebrühe
  • 2 EL Feigensenf
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 1 Bund Dill
  • 1 Beet Kresse
Zubereitung

1. Kartoffeln etwa 20 Minuten in kochendem Salzwasser garen. Fenchel waschen und in dünne Scheiben hobeln. Tomaten waschen und halbieren. Frühlingszwiebeln waschen und klein schneiden. Bacon in Stücke schneiden. Kartoffeln abgießen, kalt abspülen, schälen und vierteln.

2. Essig mit 2 EL Öl, Brühe und Senf verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Kartoffeln und Vinaigrette vermengen. 1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, Bacon darin knusprig braten, herausnehmen. Fenchel und Frühlingszwiebeln hinzugeben und alles etwa 5 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

3. Kräuter waschen. Schnittlauch klein schneiden, Dill hacken. Kresse vom Beet schneiden. Gemüse, Bacon und Kräuter zu den Kartoffeln geben, gut mischen und servieren.

Ca. 45 Minuten, pro Person 490 kcal, Fett: 26 g

© FOODkiss

Vitelottes mit Bohnen und Erbsen

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g Vitelottes
  • 150 g breite Schneidebohnen
  • 200 g Dicke Bohnen (in der Schote)
  • 200 g Erbsen (in der Schote)
  • 3 1⁄2 EL Olivenöl
  • 1 EL gehackte Minze
  • 1 kleiner Friséesalat
  • 1 kleiner Radicchio
  • 1 Schalotte
  • 1 EL weißer Balsamico
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung

1. Die Kartoffeln schälen, grob würfeln und in reichlich Salzwasser 20 Min. relativ weich kochen.

2. Die breiten Bohnen putzen und waschen und schräg in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Die Dicken Bohnen und die Erbsen enthülsen. Bohnen und Erbsen in kochendem Salzwasser ca. 5 Min. bissfest garen. In ein Sieb abgießen, kalt abschrecken und abtropfen lassen. Die Hülsenfrüchte mit 1 EL Olivenöl und der Minze mischen.

3. Den Friséesalat putzen, waschen, abtropfen lassen und in einzelne Blätter teilen. Den Radicchio putzen, waschen und in breite Streifen schneiden. Beides mit Essig, 2 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker mischen.

4. Die Schalotte schälen, in feine Würfel schneiden und in 1 TL Olivenöl andünsten. Zu den abgegossenen Kartoffeln geben und die Kartoffeln mit einer Gabel zerdrücken.

5. Den Kartoffelstampf mit dem Salat und den lauwarmen Hülsenfrüchten anrichten und nach Belieben mit frischer Minze oder essbaren Blüten garnieren.

Ca. 40 Minuten, pro Person 215 kcal, Fett: 9 g

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