FODMAP-Ernährung: Warum immer mehr Menschen unter einem Reizdarm leiden

FODMAP-Ernährung: Warum immer mehr Menschen unter einem Reizdarm leiden

Völlegefühl, Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen – Mediziner waren sich bisher immer einig, dass Weizenbrot diese Symptome hervorruft. Laut einer neuen Studie gibt es aber einen anderen Grund.

Mehr als ein Zehntel der deutschen Bevölkerung leidet unter einem Reizdarmsyndrom. Bisher wurde immer das Weizen verdächtigt, dieses Problem auszulösen, bzw. bestimmte Zucker-Arten, die im Weizenkorn vorhanden sind. Vor allem herkömmliche Weizenarten galten als besonders zuckerhaltig, alte Getreidesorten wie Einkorn, Emmer und Dinkel galten als besser verdaulich. Expertinnen und Experten bezeichnen diese als FODMAPs (fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols), das sind verschiedene Arten von Kohlenhydraten und Zuckeralkoholen, darunter Fructose, Lactose, Mannit, Sorbit und Fruktane; diese Zucker bestehen aus 1–14 Zuckermolekülen und können im Dünndarm nicht ausreichend abgebaut werden; dieses führt zu Beschwerden wie Völlegefühl, Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen.

In einer Studie der Universität Hohenheim fanden Forschende heraus, dass die alten Getreidesorten nicht der Grund für eine bessere Verträglichkeit waren.

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FODMAPS findet sich in allen Getreidesorten

Tatsächlich fanden sich FODMAPs in allen Getreidesorten, in einem sogar mehr als im Weizen. Die Forschenden untersuchten dann die Zubereitung des Teiges und stellten fest, dass sich FODMAPS-Gehalt  im Laufe der Reifezeit veränderte: Nach einer Reifezeit von vier Stunden wies selbst Weizen nur noch rein Zehntel seines ursprünglichen FODMAPS-Gehalts auf. Die Begründung: bei längerer Gehzeit werden die Zuckermoleküle durch die gärende Hefe abgebaut.

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Reifezeit des Teiges ist entscheidend

Nach den Studien der Universität Hohenheim liegt es also nicht an den verwendeten Getreidesorte, sondern an der Reifezeit des Teiges. Brote, die traditionell mit langer Gehzeit produziert wurden, waren bekömmlicher als Produkte, die bei der Herstellung nur eine Reifezeit von einer Stunde bekamen.

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Woran erkennt man ein Reizdarmsyndrom?

Zu den typischen Beschwerden gehören:

  • Bauch- oder Unterleibsschmerzen
  • Krämpfe
  • Blähungen
  • Verstopfung oder Durchfall
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