Entspannung und Regeneration Diese 7 Fehler sollten Sie beim Faszienrollen meiden

Das Faszientraining wird immer beliebter. Schließlich sollen sich damit Verklebungen der Faszien und verspannte Muskeln lösen und lockern. Sportler schwören auf die regenerative Wirkung durch die Faszienrolle. Um den bestmöglichen Effekt zu erzielen, gibt es jedoch ein paar Dinge, die beim Faszienrollen zu beachten sind.

„Faszien- training“

In vielen Büchern, Videos oder auf Plakaten werden Übungen zum Faszienrollen oft schon sehr gut erklärt. Schnell ist klar, welche Übung für welche Muskelpartie geeignet ist und wie sie wirkt. In gutem Wissen legen viele Faszienbegeisterte mit dem Rollen los. Doch es gibt noch ein paar gewisse Dinge, auf die geachtet werden sollte, damit das Faszientraining noch effektiver wird.

Fehler Nr. 1 beim Faszientraining: Zu schnelles Rollen

Besonders Anfänger neigen oft dazu, zu schnell mit der Faszienrolle über die Muskeln zu rollen. Stattdessen sollten Sie sich Zeit nehmen, um den Muskel oder die Muskelgruppe an die Belastung und den Druck zu gewöhnen. Fühlt sich das Rollen nach ein paar Mal hin und her rollen angenehm an, können Sie bewusst an Triggerpunkten arbeiten. Dazu rollen Sie mit der Faszienrolle langsam und gezielt vor und zurück. Dadurch wird die Durchblutung gefördert, wodurch sich der Muskel entspannt. Dadurch kann sich die Beweglichkeit und Mobilität erhöhen.

Fehler Nr. 2 beim Faszientraining: Zu starkes Rollen

Faszientraining sollte niemals stark schmerzhaft sein. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass mit zu viel Druck gerollt wird. Dadurch kann es passieren, dass der Muskel Schaden nimmt oder es zu blauen Flecken kommt, weil kleine Blutgefäße beschädigt werden. Problematisch wird es vor allem, wenn Gefäßwände und Venenklappen verletzt werden, so dass das Blut nicht mehr richtig zum Herzen zurückfließen kann. In diesem Fall braucht der Muskel länger zu regenerieren und langfristig sind negative Folgen der Gefäße nicht auszuschließen.

Fehler Nr. 3 beim Faszientraining: Zu lange Rollen

Zu langes Rollen kann Schmerzen in den Muskeln eher verstärken als lindern. Statt einmal pro Woche eine Stunde zu trainieren, sollten Sie Ihr Faszientraining auf drei oder vier Tage auf ca. 15 bis 20 Minuten aufteilen. Auch zu langes Rollen auf einem Triggerpunkt kann dafür sorgen, dass Gewebe verletzt wird, Blutergüsse entstehen oder Nerven gereizt werden. Rollen Sie deshalb pro Triggerpunkt maximal 20 bis 30 Sekunden. Als Anfänger sollten Sie auch versuchen, die Verteilung Ihres Körpergewichts auf die Faszienrolle zu regulieren, indem Sie Arme oder Beine aufstützen. Ansonsten lastet zu viel ungewohnter Druck auf den Stellen.

Fehler Nr. 4 beim Faszientraining: Die falsche Atmung

Wie auch beim Stretching und Dehnen sollten Sie beim Faszientraining das Gewebe mit Sauerstoff versorgen. Das regt die Flüssigkeitszirkulation an. Auch ermöglicht tiefes Ein- und Ausatmen, weiter in das Gewebe vorzudringen, und so effektiver Triggerpunkte zu lösen.

Fehler Nr. 5 beim Faszientraining: Eine zu harte Faszienrolle

Nutzen Sie Ihre Faszienrolle auch zur Massage, sollten Sie auf die Härte der Rolle achten. Eine zu harte Faszienrolle kann zu starken Schmerzen führen, wenn mit ihr über Bereiche gerollt wird, an denen die Knochen dicht unter der Haut liegen. Wählen Sie deshalb eine weichere Rolle aus. Gut geeignet sind auch solche, die eine geriffelte Oberfläche oder eine Vibrationsfunktion haben.

Fehler Nr. 6 beim Faszientraining: Rollen des unteren Rückens

Den oberen und mittleren Rücken zu rollen, kann entspannend wirken. Im unteren Bereich des Rückens ist jedoch Vorsicht geboten: Beim Rollen lastet zu viel des Körpergewichts auf der Rolle und damit auf der Wirbelsäule. Diese zusätzliche Belastung kann zu Schmerzen führen und sich vor allem bei einem Hohlkreuz negativ auswirken. Stattdessen eignen sich Faszien-, Tennis-, Golf- oder Massagebälle mit Noppen, um Verspannungen gezielter zu lösen. Durch den Ball wird der Druck auf die Wirbelsäule genommen.

Fehler Nr. 7 beim Faszientrainig: Der Oberkörper wird vergessen

Die Anwendung der Faszienrolle im Unterkörper ist unkompliziert und die am weitesten verbreitete Anwendungsmethode. Doch der Oberkörper lässt sich ebenfalls gut rollen, was besonders für Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen und arbeiten, wichtig ist. Mit kleineren Rollen oder Bällen lassen sich die Muskeln und Faszien in der Brustmuskulatur, in den Schulterblättern, im Bizeps und Trizeps oder im Nacken lösen.

Datum: 28.11.2019

Autor: Christina Liersch