21. April 2021
Abnehmen mit Radfahren

Abnehmen mit Radfahren: So funktioniert es

Radfahren macht nicht nur Spaß, sondern es verbrennt auch viele Kalorien, baut Fett ab und Muskeln auf. Aber wie holt man das Beste aus der gelenkschonenden Sportart heraus? Wir erklären, wie Sie mit Radfahren abnehmen und geben Ihnen wichtige Informationen zu Rad, Ausrüstung und Ernährung.

Inhaltsverzeichnis

Fahrrad fahren ist eine Sportart, bei der Drückebergern so schnell keine Ausrede einfällt. Denn sie eignet sich auch für völlig Untrainierte, weil sie die Intensität niedrig dosieren können. Mollige oder Menschen mit Knieproblemen dürfen ebenfalls aufsteigen, denn es schont die Gelenke. „Anders als beim Joggen belastet das Körpergewicht im Sitzen nicht die Knie- oder Sprunggelenke“, erklärt Bike-Trainer Marcel Weil. Und Radeln ist eine sehr runde und weiche Bewegungsform ohne Belastungsspitzen.

Fahrrad fahren ist gesund

Fahrrad fahren ist ein geeigneter Ausdauersport zum Fettabbau: Eine Stunde Radfahren verbraucht je nach Geschwindigkeit zwischen 240 und 800 Kalorien. Als regelmäßiges Ausdauertraining kann es Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte senken. Obendrein hilft das Training, die Zahl der Abwehrzellen im Blut zu erhöhen – super fürs Immunsystem.
Nicht zu unterschätzen: Fahrrad fahren macht gute Laune und entspannt. Durch das Training werden verstärkt Glückshormone wie Serotonin produziert und gleichzeitig Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin zügig abgebaut.

Bike-Experte Marcel Weil hat für uns einen Vier-Wochen-Trainingsplan erstellt, mit dem es sich leicht abnehmen lässt.

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genügend trinken
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Beim Fahrradfahren ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig.

Abnehmen mit Radfahren: So funktioniert es

  • Damit der Stoffwechsel beim Biken genug Energie gewinnen kann, ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Vor allem pflanzliche und tierische Eiweiße sind unentbehrlich für Muskelaufbau und Fettverbrennung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt über den Tag verteilt mindestens 0,8 g Eiweiß pro Kilo Körpergewicht. Für eine Frau mit 65 Kilo heißt das: ca. 52 Gramm Eiweiß pro Tag. Die stecken z. B. in 100 g Hähnchenbrust filet, 1 Ei, 2 Scheiben Gouda oder 200 g Vollmilchjoghurt. Diese Menge erreichen Sie leicht? Überschreiten sie meist sogar? Stimmt! Was wir täglich essen, enthält durchschnittlich meist mehr Eiweiß und deckt demnach auch einen leicht erhöhten Bedarf beim Biken. Also kein Argument für extragroße Portionen.
     
  • Kohlenhydrate sind beim Radeln Ihr zweites wichtiges „Standbein“. Aber nicht irgendwelche. Ballaststoffreiche Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst, wie z. B. Äpfel halten Ihren Blutzuckerspiegel stabil. Für Freizeitsportler – und damit auch für Sie in unserem Bike-Programm – kommt es darauf an, den Körper regelmäßig mit wertvollen Kohlenhydraten aufzutanken, z. B. mit einer Banane oder einem Vollkornbrot. Verzichten Sie weitest gehend auf Süssigkeiten, Kuchen und Weißmehlprodukte, und versuchen Sie, die letzte Mahlzeit des Tages vor 20 Uhr zu beenden.
  • Selbst wenn Sie mit dem Radfahren Fett verbrennen möchten – verbannen Sie es nicht aus Ihrer Küche. Fett ist ein wunderbarer Geschmacksträger und unerlässlich, um fettlösliche Vitamine überhaupt aufnehmen zu können. Denken Sie aber daran, ungesättigte Fettsäuren aus Oliven-, Soja- oder Rapsöl zu bevorzugen. Essen Sie Meeresfische wie Lachs und Makrele, dann versorgen Sie sich gleichzeitig mit wichtigen Omega-3-Fettsäuren.
     
  • Die Hauptrolle beim erfolgreichen Radfahren kommt aber dem Trinken zu. Generell sollte jeder, auch ohne sportliche Aktivität, über den Tag verteilt 2 bis 3 Liter Flüssigkeit trinken. Während des Trainings pro Stunde etwa 0,75 l. Denn dann verliert der Körper durchs Schwitzen zusätzlich Wasser und Mineralstoffe. Ideale Durstlöscher sind kohlensäurearme Mineralwässer oder Fruchtsaftschorlen, die möglichst keinen Zuckerzusatz enthalten.
Fahrrad schieben
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Mit einigen Tipps lässt es sich mit dem Radfahren schneller abnehmen.

Ausrüstung beim Radfahren

Sattel

Die ideale Höhe ermitteln Sie so: Drehen Sie die Pedale so, dass eins ganz unten steht. Setzen Sie sich auf den Sattel, stellen Sie die Ferse auf dieses untere Pedal. Jetzt sollte Ihr Knie darüber minimal gebeugt sein. Bei zu starker Beugung brauchen Sie beim Treten zu viel Kraft; ein durchgestrecktes Knie führt zu Sitzproblemen, weil Sie auf dem Sattel hin und her rutschen. Für die Größe des Sattels gilt: Je aufrechter Sie sitzen, umso breiter muss der Sattel sein. Am besten im Fachhandel verschiedene Modelle testen.

Lenker

Der Höhenunterschied zwischen Sattelspitze und Lenkervorbau darf nicht zu groß sein. Sonst müssen Sie beim Fahren permanent den Kopf in den Nacken legen, um noch geradeaus schauen zu können – das nervt und verspannt. Den Lenker deshalb in Sattelhöhe oder sogar ein wenig höher einstellen, so radeln Sie auch über längere Strecken ermüdungsfrei.

Kleidung

Helm oder kein Helm? Bike-Experte Marcel Weil sagt: „Es gibt heute keine Entschuldigung dafür, keinen zu tragen.“ Bei tödlichen Fahrradunfällen sind Kopfverletzungen die Todesursache Nr. 1. Der Helm sollte gut sitzen, weder wackeln noch drücken. Wer viel und bequem radeln will, braucht eine gute Fahrradhose. Spezielle Modelle für Frauen sind exakt an die weibliche Anatomie angepasst, haben antibakterielle Geleinsätze statt der früheren Lederpolster. Unbedingt ohne Slip direkt auf der Haut tragen, sonst kann es zu unangenehmen Reibereien zwischen den Stoffen kommen. Trikot, Handschuhe und spezielle Schuhe müssen für den Anfang nicht sein. Allerdings, so ein Tipp der Redaktion: Gerade, wenn Sie in der Sonne fahren, sind Radhandschuhe ein guter Schutz gegen Pigmentflecken auf dem Handrücken. Und die Hände rutschen nicht so am Lenker.

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Trekkingrad

Für die meisten Fitnessradlerinnen das ideale Trainingsgerät, da es die Vorteile eines Mountainbikes mit denen eines Rennrades verbindet. Geeignet für Schotter-, Waldund Asphaltwege. Trekkingräder heißen aufgrund ihrer Multifunktionalität auch ATB-Bikes (All-Terrain-Bikes).

Rennrad

Hat auf Asphalt zwar deutliche Vorteile aufgrund des niedrigen Rollwiderstandes, aber: „Man sitzt in der Regel sehr flach und somit nicht sehr rücken- und nackenschonend“, sagt Marcel Weil. Zudem sind die schmalen Reifen anfälliger für Pannen.

Mountainbike

Hat seine Daseinsberechtigung auf grob geschotterten, stark verwurzelten Waldwegen mit steilen Auf- und Abfahrten. Da bieten die breiten Reifen guten Halt, haben aber ansonsten einen deutlich höheren Rollwiderstand und eignen sich darum nicht besonders für die Stadt.

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