18. September 2017
Der Kürbis ist da!

Der Kürbis ist da!

Der Herbst steht vor der Tür und somit auch das Saison-Herbstgemüse. Unser Favorit ist dabei der Kürbis. Alles Wissenswertes, von allgemeinen Information wie Anbau und Lagerung bis zu den Inhaltsstoffen und der Verwendung finden Sie hier.

Kürbis-Zeit
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Kürbis-Zeit

Der Kürbis, bekannt als beliebtes Herbstgemüse, gehört in Wahrheit zu den Beeren und ist somit gar kein Gemüse sondern sogar die größte Frucht der Welt. Kürbisse findet man zudem kaum mehr in der freien Natur, dafür vielfach in den heimischen Gärten und auf landwirtschaftlichen Feldern. Der Kürbis ist speziell für seine Größe bekannt. Er wird meist Mitte Mai bei guter Wärme angepflanzt und wächst schnell heran. Es bilden sich lange Ranken und große, gelbe Blumen, die in männliche und weibliche Sorten unterschieden werden. Nur wenn beide gleichzeitig blühen, können sie befruchtet werden.

Ist der Kürbis reif?

Einen reifen Kürbis erkennt man übrigens daran, dass er hohl klingt, wenn man gegen seine Schale klopft.

Bereits bei den Blüten bilden sich kleine Kürbisse, die bis zu 500 Kg schwer werden können. Normalerweise bleibt es jedoch bei einem Gewicht von nur ein paar Kilogramm. Weltweit werden Kürbisse vor allen Dingen in Süd- und Mittelamerika, so wie in Japan und Australien angebaut. In Europa wird vorzugsweise in Spanien und Italien, aber auch in Österreich, geerntet. Ab September wird es dann herbstlich-bunt in unseren Supermärkten.

Die Hochzeit der Winterkürbisse sorgt für eine immer größere Sortenvielfalt. Bis Ende Oktober kann man dann die beste Qualität der Kürbisse genießen. Um aber noch etwas länger essen zu können, müssen die Kürbisse dunkel, trocken und kühl gelagert werden. Ideal wäre dafür ein belüfteter Raum mit ungefähr 10 Grad Temperatur. Wer seinen Kürbis schon angeschnitten hat, sollte ihn gut in Klarsichtfolie verpacken. So kann er mindestens eine Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden, ohne an Qualität zu verlieren.

Sorten

• Gelber Zentner: Bei uns am häufigsten angebaut, kann bis zu 50 kg schwer werden.
• Hokkaido: Besonders aromatisch, maximal 4 kg. Schale kann mitgegessen werden.
• Butternut: Birnenförmig, wenig Kerne. Unverletzt und gekühlt ist er bis zu zwei Jahren haltbar.
• Türkenturban: Rot-grün, auch "Bischofsmütze" genannt, etwa 5 kg.
• Steirischer Ölkürbis: Vornehmlich in Österreich angebaut, dient der Gewinnung des dickflüssigen, dunkelgrünen Kürbiskernöls. Relativ teuer, für 1 Liter Öl werden 25 bis 30 Kürbisse benötigt.

Kürbis - das gesunde "Gemüse"

Der Kürbis ist ein gesunder Sattmacher. Er liefert viele Nährstoffe wie Beta-Karotin, Vitamin A, Magnesium, Kalzium und Kalium. Vor allem das Beta-Karotin ist ein wichtiger Schutzstoff für die Zellen, da es antioxidative Eigenschaften besitzt und diese die Abwehrkräfte des Körpers unterstützt. Zudem wirkt Kürbis entwässernd und unterstützt den Fettabbau.

Tipp

Menschen, die leicht frieren, sollten zur Kürbissuppe greifen: Kürbis wärmt von innen.

Hauptsächlich stecken in den Kürbissen mit intensiv orangefarbenem Fruchtfleisch riesige Mengen an Pflanzenfarbstoffen und besonders viel Lutein. Dies kann die Bronchien, die Haut sowie die Netzhaut des Auges vor schädlichen Umweltbelastungen und UV-Strahlen schützen. Aufpassen sollten wir, wenn der Kürbis bitter schmeckt. Dann enthält er eventuell Bitterstoffe, die selbst beim Kochen nicht zerstört werden und dem Körper schaden. Diese Bitterstoffe können zu unangenehmen Schleimhautreizungen, Übelkeit, Magenkrämpfen, Durchfall und Erbrechen führen. Im schlimmsten Fall kann es bei empfindlichen Personen sogar zum Tod durch Kreislaufversagen kommen. Gefährdet sind vor allem Kinder, alte oder kranke Menschen. In den meisten Fällen treten aber nur leichtere Vergiftungen auf. Und obwohl die Bitterstoffe aus den kultivierten Kürbisgewächsen herausgezüchtet wurden, sind sie in Zierkürbissen immer noch enthalten. Daher ist Vorsicht geboten. Zier- und Speisekürbisse müssen strikt getrennt werden.

Der Kürbis in der Küche

Heutzutage gehört der Kürbis mit zum beliebtesten Herbstgemüse. Früher hingegen galt es nur als Arme-Leute-Essen und war ein billiger Fleischersatz. Der Halloween-Trend brachte den Kürbis aber groß raus und schenkt ihm wieder Aufmerksamkeit in Deutschland. Zu finden ist er im Herbst meistens als Kürbislaterne oder als Deko auf der Fensterbank. Jedoch hat der Kürbis viel mehr zu bieten. Sein gesundes Fruchtfleisch, die Kerne und das gewonnene Öl haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Das Kürbisfleisch hat wenig Kalorien, ist zum Beispiel als Suppe sehr magenschonend und fördert Verdauung und Stoffwechsel. Die Kerne und Öle des Kürbisses sind dagegen echte Kalorienbomben, aber trotzdem auch sehr gesund. Ob im Gratin, als Kompott, Suppe oder roh im Salat – der Kürbis ist vielseitig. Er kann als Beilage in Scheiben geschnitten, gegrillt oder gebacken serviert werden. Aber auch ausgefallene Ideen wie Pudding, Brot, Kuchen oder Kürbisfritten lassen sich mit Kürbis zaubern.

Einkaufstipps

• Sommerkürbisse sollten eine feste, glänzende Schale haben, die keine Risse zeigt.
• Winterkürbisse sollen schwerer sein, als man aufgrund ihrer Größe vermuten würde.
• Bevorzugen Sie kleinere Exemplare. Sie haben ein festeres Fruchtfleisch, mehr Geschmack und sind weniger faserig.
• Achten Sie auf Druckstellen, denn dort wird der Kürbis weich und neigt zur Fäulnis. Helle Stellen auf der Außenhaut der Auflagestelle sind aber normal.
• Achten Sie darauf, ob Kürbisse als Zierkürbisse oder als Speisekürbisse angeboten werden. Alle Kürbisse können als Zierkürbisse dienen, allerdings sind nicht alle Kürbisse ess- und genießbar! Manche Kürbisse enthalten Bitterstoffe, die zu Magen-Darm-Beschwerden führen können.
• Kürbisse am besten nur im regulären Handel kaufen. Vorsicht bei "privat" angebotenen Kürbissen unbekannter Herkunft: Auch Speisekürbisse, vor allem in Hobbygärten gezogene, können durch Kreuzungen mit Zierkürbisarten Bitterstoffe enthalten, die gesundheitsschädlich sind!

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