Depressionen: DAS kann eine Online-Therapie – und das nicht

Depressionen: DAS kann eine Online-Therapie – und das nicht

Die Nachfrage nach Therapieplätzen in Deutschland ist hoch. Kann eine Online-Therapie der erste Schritt sein, um Ängste und Depressionen in den Griff zu bekommen? Britische Forscher haben diese Frage untersucht – und kommen zu einem eindeutigen Ergebnis.

Ein Therapieplatz mit Direktkontakt ist schwer zu ergattern. Die durchschnittliche Wartezeit auf psychologische Hilfe beträgt hierzulande bis zu neun Monate. Die Corona-Pandemie und ihre psychologischen Folgen auf einige Mitglieder der Gesellschaft haben diese Situation abermals verschärft. Ein Lösungs- beziehungsweise Verbesserungsansatz der Lage? Therapien via Internet.

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Doch wie wirksam sind Online-Therapien als erster Schritt in Richtung Besserung wirklich? Und ist eine Psychotherapie per Internet auch bei schwereren Symptomen sinnvoll? Diesen Fragen sind britische Wissenschaftler im Rahmen einer Studie, veröffentlicht im Fachmagazin Frontiers in Psychiatry, auf den Grund gegangen.

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Helfen Online-Therapien wirklich bei Depressionen? Studie klärt auf

Fragestellung

Die Forschenden untersuchten die Auswirkungen einer kognitiven Verhaltenstherapie per Internet als Vorstufe für Patienten, die eine hochintensive Behandlung, also eine Behandlung mit Direktkontakt, gegen Depressionen und Angstzustände benötigen.

Untersuchung

Die offene Studie wurde mit 124 Patienten durchgeführt, die auf Wartelisten für eine hochintensive Therapie standen. Bis zum Start ihrer psychologischen Behandlung bekamen sie das Angebot, übergangsweise an einer digitalen, kognitiven Verhaltenstherapie teilzunehmen. Die Wissenschaftler dokumentierten die psychische Gesundheit ihrer Probanden – vor der internetbasierten Verhaltenstherapie und danach. Mithilfe eines Fragebogens erfassten die Forschenden dabei unter anderem Symptome der Depression und psychometrische Daten bezüglich ihrer Ängste.

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Ergebnis

Insgesamt konnte das Forscherteam die Fragebögen von 100 Patienten auswerten und analysieren. So stellte sich heraus: 58 Prozent der Teilnehmer ging es nach der Internettherapie besser als vorher. Die Studie konnte signifikante Verbesserungen in Bezug auf Depressionen und Ängste bei den Patienten nachweisen. Die Symptomatik verbesserte sich dabei auch bei Patienten, die besonders schwer betroffen waren.

Fazit

Eine digitale Verhaltenstherapie kann das Leiden Betroffener mindern – und insbesondere während der oftmals langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz ein geeigneter Einstieg für psychologische Hilfe sein. Die Studie zeigt: Eine Online-Therapie ist eine gute und wertvolle Ergänzung zur klassischen Therapie mit Direktkontakt.

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