Broken-Heart-Syndrom Wieso schmerzt das Herz bei Liebeskummer?

Irgendwann durchleidet jeder diese Phasen der unendlichen Traurigkeit: Liebeskummer. Ob Trennungsschmerz oder nicht erwiderte Liebe - Liebeskummer versetzt den Körper in einen Zustand wie bei einem Drogenentzug. Warum das Herz bei Liebeskummer schmerzt, erfahren Sie hier!

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Was ist Liebeskummer?

Bei Liebeskummer handelt es sich tatsächlich um eine anerkannte Krankheit (Morbus amoritalis) und kann sowohl psychische als auch körperliche Symptome mit sich bringen. Neurologisch gesehen sind die Zustände eines Drogenabhängigen und Verliebten auf dem MRT-Bild sehr ähnlich. Das liegt daran, dass der Körper bei Verliebtheit in einen Serotonin- und Dopaminrausch verfällt, der starke Glücksgefühle auslöst. Bei einer Trennung und dem damit einhergehenden Liebeskummer sinkt die Dopaminausschüttung, während vermehrt Adrenalin ausgeschüttet wird. Es kommt zu Entzugserscheinungen. Typische Symptome sind:​​

  • Traurigkeit
  • Schlaf- und Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel
  • Konzentrationsstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Zukunftsängste
  • Herzschmerz

Darum leidet der Körper bei Liebeskummer

Für den Körper ist Liebeskummer Stress. In dieser Situation schütten die Nebennieren vermehrt Adrenalin aus, welches in hoher Konzentration einen schlechten Einfluss auf die Immunzellen des Körpers hat. Andauernder Stress kann den Organismus überlasten und die Nebennieren erschöpfen. Die Folge: Die Adrenalinausschüttung sinkt, das Adrenalin wird durch Cortisol ersetzt und es kann zu körperlichen Beschwerden, chronischer Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder sogar Depressionen kommen.

Hauptfunktion von Adrenalin
Bei Stress ist der Körper auf Adrenalin angewiesen, sodass sich das Herzkreislaufsystem und der Stoffwechsel an die Situation anpassen. Die Puls- und Atemfrequenz, sowie das Herzminutenvolumen und der Blutdruck erhöhen sich und der Körper setzt Energiereserven (Zucker und Fett) frei. 

Warum weinen wir?
Bei Traurigkeit schüttet der Körper Cortisol aus, welches Neurotransmitter wie Acetylcholin freisetzt. Dieser Stoff ist für die Tränenproduktion verantwortlich. Tränen spülen Eiweißstoffe, die der Körper nun vermehrt gebildet hat, aus dem Körper und bauen somit Stress ab. Andere freigesetzte Neurotransmitter wiederum verursachen körperliche Reaktionen wie ein Spannungsgefühl in der Stirn, während wir weinen. Beginnen die Tränen zu fließen, kommt es in den Nebenhöhlen zu einem Stau, was zu Verspannungen im Kopf und in der Nackenmuskulatur führen kann. 

Broken-Heart-Syndrom

Das Broken-Heart-Syndrom (Tako-Tsubo-Kardiomyopathie) ist eine plötzlich auftretende Herzmuskelerkrankung, die durch großen emotionalen Stress augelöst wird. Die Symptome gleichen dabei dem eines Herzinfarkts mit begleitender Herzschwäche. 
Seit den 90er Jahren erst ist das Broken-Heart-Syndrom bekannt und daher noch wenig erforscht. Häufig sind Frauen zwischen 50 und 70 Jahren davon betroffen. Der Grund ist jedoch noch unklar. Es wird vermutet, dass es an der Hormonumstellung nach den Wechseljahren liegt.
Typische Symptome des Broken-Heart-Syndroms sind Schmerzen in der Brust, Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Sie ähneln denen eines Herzinfarkts. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass sich bei einem Herzinfarkt die Herzkranzgefäße verschließen und beim Broken-Heart-Syndrom der Körper viel Adrenalin ausschüttet, wordurch sich die Gefäße verengen. Da der Unterschied von außen nicht erkennbar ist, sollten Betroffene schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Was hilft bei Liebeskummer?

Liebeskummer unterteilt sich in fünf typische Phasen, die bei jedem unterschiedlich lange dauern, mit dem richtigen Umgang der jeweiligen Situation sich aber auch wieder bessern.

Phase 1: Nichtwahrhabenwollen
Es ist ein Gefühl der Betäubung und der Ungläubigkeit. Im ersten Moment schien die Welt noch in Ordnung und im nächsten platzen alle gemeinsamen Zukunftsträume. Der Verlassene kann die Situtation nicht akzeptieren und hofft, dass die Trennung nicht real ist oder dass die Beziehung noch gerettet werden kann. Was hilft: Reden. Ob mit Freunden oder Familie spielt dabei keine Rolle. Auch wenn man immer wieder über das gleiche spricht, hilft es dem Betroffenen, die Situation besser zu akzeptieren und damit umzugehen.

Phase 2: Gefühle frei lassen
Trauer, Selbstzweifel und Angst machen sich schnell breit. Wie soll es ohne meinen Partner weitergehen? Ist es meine Schuld? Warum liebt er/sie mich nicht mehr? Fragen über Fragen, dazu die vermehrte Adrenalinausschüttung, die uns nicht zur Ruhe kommen oder gar schlafen lässt. Häufig machen sich körperliche Beschwerden wie Schwindel, Bauchschmerzen oder Übelkeit bemerkbar. Was hilft: Ablenken. Auch wenn einem nicht danach ist, ist jetzt die perfekte Gelegenheit sich in Arbeit zu stürzen oder sich ein neues Hobby zu suchen und um sich selbst zu kümmern. 

Phase 3: Sehnsucht
Der Kummer hält noch immer an und es macht sich Sehnsucht und manchmal auch Eifersucht breit. Wird er jedoch nicht weniger, sondern verschlimmert sich immer mehr, kann man sich professionelle Hilfe suchen. Was hilft: Am Satz "Die Zeit heilt alle Wunden." ist viel Wahres dran. Trauer zu überwältigen dauert, aber wer sich aufrappelt und seine Wünsche und Ziele verfolgt, wird bald Besserung spüren.

Phase 4: Einsicht und Distanz
In dieser Phase vergrößert sich die emotionale Distanz zum Partner immer mehr, da wir einsichtig werden, dass es sich nicht lohnt ihm/ihr hinterherzuweinen. Was hilft: Nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" sollten wir jetzt vorgehen. Sämtliche materielle Erinnerungen verschwinden in einer Kiste im Keller.

Phase 5: Akzeptanz und Neuorientierung
Die Lebensfreude kehrt zurück und die Trennung schmerzt nur noch selten. Jetzt ist die perfekte Zeit für einen Neuanfang. Manchen hilft es die Möbel umzustellen, andere wiederum gehen shoppen oder verreisen. Wichtig ist, Dinge zu tun, die einem selber gut tun.

Autor: Christina Liersch