Vorsicht, Traum-Falle

Manchmal erfüllen wir uns einen Traum, krönen wir uns selbst: Es macht uns stark, glücklich, offener für Neues. Drei Frauen berichten, wie es sich anfühlt, die Königin zu sein.

Krone

Zwei Traum-Fallen lassen sich so frühzeitig umgehen.

Nummer eins:
Das tiefe Loch, in das viele fallen, wenn der Traum kein Traum mehr, sondern Wirklichkeit geworden ist – die Ziel-Depression. „Sie entsteht, wenn ich mich nur auf einen Traum fixiere“, erklärt Gulder. „Schaue ich mir dagegen mehrere Lebensbereiche an, habe ich stets noch einen Traum nach dem Traum.“

Falle Nummer zwei: das umsetzen, wovon eigentlich andere träumen, etwa die Eltern, der Partner, die Gesellschaft. „Ja, es macht glücklich, dem Vater zuliebe die Doktorarbeit zu schreiben“, sagt Gulder. „Wichtig ist, es bewusst zu tun, zu erkennen: Das ist nicht mein Traum.“ Und sich danach wieder den eigenen Plänen zuzuwenden. „Malen Sie nicht nur bunt“, mahnt die Expertin. „Wie fühlt es sich an, wenn ich mein Ziel erreiche? Entsteht ein Gefühl von Freiheit oder ein Gefühl von Enge im Brustkorb?“ Das hilft, sich nicht zu verrennen und zu erkennen, welche Ziele zu hoch gesteckt sind. Diesem Traum-TÜV fallen meist auch Konsumwünsche zum Opfer. „Geht es um Erfolg, Anerkennung und Ruhm, ist ein Porsche für manche das Größte“, sagt Gulder. Sie bewertet das nicht. „Aber solche Außenträume sind kurzlebig und für unseren Wesenskern bedeutungslos.“

Das Ziel soll motivieren, stecken Sie es nicht zu hoch

Die letzte Traum-Hürde

Bleibt noch eine letzte Hürde: innere und äußere Bedenkenträger, die jeden Traum madig machen. „Es ist gut, sie anzuhören“, erläutert Gulder. „Aber nicht sofort, sondern erst, wenn Sie für sich einen genauen Plan geschmiedet haben, wie Sie Ihren Traum umsetzen.“ Welche Fortbildung brauche ich für den Traumjob? Wie finanziere ich die Weltreise? Erst wenn wir selbst jedes Für und Wider abgewogen haben, sind die anderen dran. „Innere Stimmen schreiben Sie am besten auf Papierkarten“, empfiehlt Gulder. „Alle kommen zu Wort, danach wird demokratisch abgestimmt.“ All das schließt Rückschläge und Enttäuschungen nicht aus. Auch ein Traum kann scheitern, oder wir müssen auf einen kleineren ausweichen. „Aber es macht immer stolz und froh, es wenigstens versucht zu haben“, sagt die Psychologin Gulder. „Auch aus einem gescheiterten Traum kann man sehr viel Kraft ziehen.“
Also: Machen Sie Ihre Träume wahr. Diese drei Frauen verraten, wie’s geht.

Autor: Claudia Steiner