Kompass Psychotherapie Rebirthing

Pseudo-Therapie oder seriöse Behandlung? Da der Begriff "Therapie" nicht geschützt ist, kann ihn jeder verwenden. Wir haben für Sie einen Überblick an Therapien zusammengestellt, die Sie besser meiden sollten

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Rebirthing
Jeder, so glaubt der Erfinder des Rebirthings Leonard Orr, ist durch die eigene Geburt traumatisiert. Körperliche und seelische Beschwerden im Erwachsenenalter sind dann die logische Konsequenz; das Wiedererleben der Geburt die einzige Möglichkeit, alle Erkrankungen auszukurieren. Mögliche Gefahr: Die Klienten sollen durch eine spezielle Atemtechnik in die Geburtssituation zurück versetzt werden. Dabei besteht das Risiko einer Hyperventilation, die bei Erkrankungen wie Asthma lebensgefährlich sein kann.

The Secret
Haben unsere Wünsche eine magische Anziehungskraft? Die Australierin Rhonda Byrne glaubt ja. Man müsse diese einfach nur ans Universum schicken und fest daran glauben: an den Erfolg, die finanzielle Unabhängigkeit, an die Heilung schwerer Erkrankungen. Das Problem: Auch negative oder ungewollte gedankliche Bestellungen, wie die Furcht vor Schicksalsschlägen, werden ausgeliefert. Mögliche Gefahr: Nach Brynes Theorie ist jeder für negative Erlebnisse selbst verantwortlich, da er sich diese herbeigewünscht hat – gewollt oder ungewollt. Wer daran glaubt, belastet sich in schwierigen Lebenssituationen unter Umständen mit Selbstvorwürfen.

The Work
Durch vier einfache Fragen alle Probleme lösen, das verspricht „The Work“. Auch diese Methode basiert nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen, sondern auf einer einzelnen Leidensgeschichte der ehemals depressiven Geschäftsfrau Byron Kathleen Reid aus Amerika. Mit den Fragen „Ist das wahr?“, „Können Sie mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?“, „Wie reagieren Sie, wenn Sie diesen Gedanken glauben?“ und „Wer wären Sie ohne diese Gedanken?“ sollen Gefühle auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden, die in den meisten Fällen falsch seien. Mögliche Gefahr: Während eine gute Psychotherapie den Betroffenen ermutigt, sich selbst und seinen Gefühlen mehr zu vertrauen, bewirkt „The Work“ das Gegenteil. Das kann zu massiver Verunsicherung führen.

Hoffman-Quadrinity-Prozess
Innerhalb von acht Tagen sollen laut dem Erfinder des Hoffman-Quadrinity-Prozesses Bob Hoffman Probleme wie mangelndes Selbstbewusstsein, aber auch schwere psychische Krankheiten (Essstörungen, Depressionen) gelindert beziehungsweise geheilt werden können. Diese entstehen, so die Theorie, durch das Fehlen uneingeschränkter elterlicher Liebe. Die Teilnehmer befinden sich in einer Art Camp, wo bis zu 14 Stunden pro Tag an der totalen Vergebung gearbeitet wird, unter anderem durch Friedhofsbesuche, bei denen die Eltern gedanklich zu Grabe getragen werden. Mögliche Gefahr: Mangelnde Rückzugsmöglichkeiten und fehlende Akzeptanz emotionaler Grenzen können Menschen seelisch überfordern. Bei Teilnehmern mit schmerzhaften Erinnerungen kann es möglicherweise zu einer Retraumatisierung kommen.

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