Geruchssinn Wirkung von schlechten Gerüchen

Er besitzt einen direkten Draht zu unseren Gefühlen. Dennoch wurde unser Geruchssinn bislang kaum erforscht. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, wie er die Gesundheit beeinflusst.

Frau im Gras

»SCHLECHTE GERÜCHE KÖNNEN BESCHWERDEN HERVORRUFEN«

Eine Reihe geruchsinduzierter Gesundheitsbeschwerden ohne medizinisch sichtbare Anzeichen werden unter dem Sammelbegriff „multiples Chemikalienunverträglichkeitssyndrom“ (MCS) zusammengefasst. Die Betroffenen klagen über so unterschiedliche Beschwerden wie Erschöpfung, Kopfdruck, Schwindel, Gliederschmerzen, Herzrasen oder Atemnot. „Als Auslöser werden alltägliche Duftstoffe genannt, die andere durchaus als positiv empfinden, etwa Fruchtaromen oder Parfüm“, sagt Dr. Herz.

Ob es sich beim MCS um eine echte Krankheit handelt, ist umstritten. Fest steht: Aus ärztlicher Sicht sind MCS Patienten körperlich gesund. Da etwa 75 Prozent der Betroffenen auch unter psychischen Problemen wie Angststörungen leiden, liegt eine psychologische Erklärung nahe. Aber was ist mit den restlichen 25 Prozent? In ihrem Testlabor untersuchte Dr. Herz, wie stark Düfte mit positiven und vor allem negativen Erlebnissen verknüpft sind. Ihr Ergebnis: „Ein Geruch kann die gleichen Emotionen auslösen wie die ursprüngliche Situation.“ Es spricht also vieles dafür, dass nicht die Düfte an sich krank machen. Sie stoßen nur eine gelernte Reaktionskette an.

Autor: Eva Möller-Hübbe

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