Rosacea - was gegen die Hauterkrankung hilft

Rosacea - was gegen die Hauterkrankung hilft

Rosacea verursacht charakteristische Rötungen der Haut im Gesicht. Kleine, erweiterte Äderchen scheinen durch die Haut durch und verursachen einen roten, flächigen Ausschlag. Eine Vielzahl von Symptomen kann auf die Hauterkrankung hindeuten. Ein schmerzhaftes und gereiztes Hautgefühl gehört genauso dazu, wie etwa Pickel, Papeln und sichtbare Äderchen.

Die Haut ist das Spiegelbild des Menschen.
© GlobalStock/iStock
Die Haut ist das Spiegelbild des Menschen.

Was ist Rosacea?

Betroffen sind vor allem Frauen ab dem 30. Lebensjahr. Rosacea bedeutet wörtlich: „Rot wie eine Rose“, wird aber auch oft mit „Kupferrose“ übersetzt. Was sich jedoch auf den ersten Blick blumig und lieblich anhört, ist für die Betroffenen oftmals eine schwere Last. Ausgrenzung gehört zu den sozialen Folgen der unheilbaren Hautkrankheit und belastet die Psyche. Dazu kommen schmerzhafte Hautveränderungen und Verdickungen der Haut als typische Symptome.

Die Hauterkrankung tritt besonders im Mittelgesicht auf, meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Ab dem 40. Lebensjahr verstärken sich bei vielen Betroffenen die Symptome noch einmal deutlich. Gesicht, Stirn, Nase, Kinn und Wangen sind bei rund 4 Millionen Deutschen mit Entzündungserscheinungen wie anhaltender Rötung, Bläschen, Knötchen, Papeln, Pickeln oder sichtbaren Äderchen versehen. Viele verwechseln die Anzeichen mit einer Allergie oder einer Akne. Die Hauterkrankung tritt in verschiedenen Stadien auf, die allerdings nicht fließend ineinander übergehen müssen.

Drei Stadien der Rosacea

  1. Stadium: Deutlich sichtbar geweitete Gefäße und eine Rötung der Haut besonders an Wangen und Nase. Manchmal juckt und brennt die Haut an den Stellen auch. Oftmals gehen die Rötungen auch spontan wieder weg und kommen wieder.
  2. Stadium: Knötchen und Eiterpickel gesellen sich jetzt zu den in Phase 1 beschriebenen Symptomen. Hier glauben viele Betroffene, an einer Akne zu leiden, da das Erscheinungsbild sehr ähnlich ist.
  3. Stadium: Bindegewebe und Talgdrüsen wuchern verstärkt. Bei Männern tritt vermehrt eine als 'Knollennase' bekannte Verdickung auf.

Wo tritt Rosacea auf?

Rund 90 % der Erkrankten leiden unter der Rosacea im mittleren Teil des Gesichtes. Der Mund sowie die Zonen herum sind nur sehr selten betroffen. Typische durch die Rosacea bedingte Hautwucherungen können neben der Nase auch an Ohr, Kinn, Nasenwurzel oder den Augenlidern auftreten. Bekannt sind solche Verdickungen der Haut durch die anhaltende Entzündung als "Knollnase" (Rhinophym). Auch die Augen können von einer Form der Rosacea befallen werden. Bei rund 50 % der diagnostizierten Fälle von Rosacea klagen die Patienten auch über Augenbeschwerden. Die Ausweitung auf die Augen kann zu Blindheit führen.

So wird Rosacea diagnostiziert

Nur ein Arzt oder eine Ärztin können die Rosacea eindeutig diagnostizieren. Hierfür müssen sie eine Blutuntersuchung durchführen und gegebenenfalls eine Hautprobe entnehmen. Zur Diagnose gehört die Anamnese mit der Aufnahme der vollständigen Krankengeschichte. Die Hautprobe dient zum Ausschluss anderer, ähnlich aussehender Erkrankungen, wie zum Beispiel der Lupus erythematodes („roter Wolf“) oder der perioralen Dermatitis („Mundrose“). Um schwere Komplikationen oder das Ausbreiten auf das Auge zu verhindern, muss die Rosacea unbedingt von einem Arzt oder Ärztin diagnostiziert und beobachtet werden.

Klassische Anzeichen der Rosacea

Rosacea verursacht Entzündungen der Blutgefäße und der Hautschichten. Diese andauernden Entzündungen machen sich je nach Form und Ausprägung der Rosacea durch eine Reihe klassischer Symptome bemerkbar. Mit Voranschreiten der Erkrankung verschlimmern sich die Symptome mitunter.

  • Rötungen im Mittelgesicht
  • sichtbar erweiterte, kaputte Blutgefäße im Gesicht
  • sensible Haut
  • Spannungs- und Berührungsschmerzen
  • Schwellungen der Haut
  • Verdickung der Hautschichten
  • gerötete Augen
  • Fremdkörpergefühl in den Augen

Behandlungsmöglichkeiten bei Rosacea

Grundsätzlich muss der Betroffene vor allem die Auslösefaktoren meiden:

  • Chemische und physikalische Reize durch kosmetische Produkte mit Alkohol und Menthol
  • Seifen und Kampfer sollten konsequent gemieden werden, da diese die Haut noch weiter irritieren können.
  • Persönliche Auslöser können sein: Genuss von Alkohol, scharf gewürzte Speisen, heiße Getränke oder Saunabesuche. Betroffene sollten diese sogenannten Trigger-Faktoren meiden.

1. Kosmetische Pflege bei Rosacea

Die Anwendung der richtigen Hautpflegeprodukte ist die Basis für eine Linderung der Symptome bei Rosacea. Die Haut sollte nur mit milden Produkten gereinigt und gepflegt werden.

  • Mit Cremes, die frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind, kann morgens und abends eine leichte Massage mit kreisförmigen Bewegungen helfen.
  • Präparate mit Thermalwasser oder Pflegeprodukte auf Gelbasis können die Haut beruhigen.
  • Am Tag sollte eine Pflegecreme mit LSF 50 verwendet werden.

2. Topische Therapie bei Rosacea

Bei dem Schweregrad 1 und 2 können Antibiotika in Salbenform sowie spezielle Medikamente eine deutliche Linderung bringen. Auch ein Insektizid oral als Salbe wird in Deutschland zur Behandlung eingesetzt. Finger weg von kortisonhaltigen Medikamenten; diese verstärken die Symptome einer Rosacea nur weiter!

3. Systemische Therapie

Bei der schweren Form der Rosacea werden seit Jahrzehnten Antibiotika oral verabreicht. Allerdings muss hier mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Seit wenigen Jahren wird Brimonidin erfolgreich als Gel bei Rosacea eingesetzt. Es ist ursprünglich in Form von Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks entwickelt worden. Allerdings hilft es den Patienten, die zu Rötungen und Gefäßerweiterungen bei der Rosacea leiden.

Was bringt eine Laserbehandlung bei Rosacea?

Als dauerhafte Beseitigung der Äderchen kann auch eine Laserbehandlung in Betracht gezogen werden. Dabei werden die erweiterten Blutgefäße verschlossen und werden damit unsichtbar. Als mögliche Nebenwirkungen der Lasertherapie sind aber helle oder dunkle Flecken sowie Narben möglich. Ganz verschwinden werden die Hautrötungen jedoch nicht, denn in der Regel entstehen immer wieder neue oberflächlich geweitete Blutgefäße.

Operation gegen die "Knollennase"

Die "Knollennase" lässt sich durch Operationen mit chirurgischer Abtragung oder mit dem CO²-Laser behandeln. Auch die Kältebehandlung mit Flüssigstickstoff (Kyrotherapie) sowie die Dermabrasion, also das Abtragen der Hautschichten, sollen Linderung bringen. Wie bei jedem Eingriff kann es auch hier zu Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören zum Beispiel Infektionen oder Wundheilungsstörungen.

Welche Lebensmittel sollte man meiden?

Der Ernährung kommt auch hier eine besondere Bedeutung zu. Eine ausgewogene Ernährung, die den Organismus mit allem versorgt, was er braucht, sollte selbstverständlich sein. Bei Rosacea gibt es aber noch zusätzliche Tipps für eine richtige Ernährung:

  • Radieschen durch Mairüben ersetzen
  • Kurkuma anstatt Ingwer verwenden
  • Knoblauch durch Bärlauch ersetzen
  • Chili durch Thymian, Rosmarin oder Koriander ersetzen
  • Statt Parmesan lieber jungen Gouda verwenden
  • der weiße Pfeffer ersetzt den schwarzen Pfeffer
  • rote Schalotten oder Frühlingszwiebeln ersetzen weiße Zwiebeln

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Hormonen und Rosacea?

Neueste Studien besagen, dass angeborene Immunstörungen für die entzündlichen Hautveränderungen bei einer Rosacea verantwortlich sein können. Aber auch Hormone und hormonelle Veränderungen können zu einer Rosacea führen bzw. die Symptome verstärken. Das Progesteron ist bei vielen Rosacea-Erkrankten zu niedrig. Die Messung des Spiegels sollte von einem Gynäkologen durchgeführt werden, da der richtige Zeitpunkt der Messung wichtig ist. Aber in der Frage wieweit die Hormone den Krankheitsverlauf beeinflussen, sind wohl noch viele Fragen offen, daher kann hier noch keine klare Aussage getroffen werden.

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