Gefährliche Erreger Was sind fleischfressende Bakterien und was macht sie so gefährlich?

Wieder wurde ein Fall aus den USA bekannt, bei dem ein Mann durch fleischfressende Bakterien gestorben ist. Doch was macht die kleinen Erreger so gefährlich?

Petrischale

Was sind fleischfressende Bakterien?

Unter fleischfressenden Bakterien versteht man die Krankheit nekotisierende Faszitis, eine Infektion der Unterhaut und der Faszien. Ausgelöst wird die Krankheit durch verschiedene Bakterien, darunter A-Streptokokken, Vibrio vulnificus, Stapyhlokokken, Kolibakterien, Clostridien, Klebsiella und Aeromonas hydrophila. Die häufigste Ursache sind demnach die A-Streptokokken. Die Bakterien infizieren die Faszien, die im Körper Muskeln, Nerven, Fett und Blutgefäße umschließen. Dadurch wird dieses Gewebe ebenfalls beschädigt. Manche Bakterien produzieren zusätzlich Toxine, die das Gewebe zusätzlich zerstören, sodass es abstirbt.

Wo kommen die Bakterien vor?

Die Bakterien, z.B. das Vibrio vulnificus, kommen in Flussmündungen, Brackwassertümpeln und Küstengebieten vor und können sogar durch der Verzehr von Austern in den Körper gelangen. A-Streptokokken sind u.a. auf menschlicher Haut und im Rachen zu finden, wo sie im Normalfall keinen Schaden anrichten.

Wie steckt man sich an?

Die häufigste Art, wie sie in den Körper gelangen, ist durch kleine Hautverletzungen wie Schnitte, Stiche oder Kratzer. Es gab aber auch schon Fälle, wo sich Personen über den Verzehr von Austern angesteckt haben.

Symptome

  • starke Schmerzen an den betroffenen Stellen mit Schwellung
  • Am Infektionsherd wird die Haut bläulich-rot, später bläulich-grau und überwärmt, mit Blasen, die mit hell- bis dunkelroter Flüssigkeit gefüllt sind.
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit & Erbrechen

Behandlung

Behandelt wird die Infektionskrankheit mit Antibiotika und mit einer OP, um Sauerstoff zuzuführen, da sich die Bakterien in anaerober Umgebung, also ohne Sauerstoff, vermehren und ausbreiten. In Verbindung mit Sauerstoff sterben sie ab. Damit die Wunden schneller heilen, wird das beschädigte Gewebe operativ entfernt.

Autor: Christina Liersch