Zerkarien: Ursachen, Symptome und Behandlung der Badedermatitis

Hautentzündungen durch Zerkarien – Ursachen, Symptome und Behandlung der Badedermatitis

Bei sommerlicher Hitze steigen auch die Temperaturen in Badeseen. Mikroskopisch kleine Würmer, sogenannte Zerkarien, lauern dort und können sich in die Haut bohren. Wie Sie einen Befall mit Zerkarien erkennen und behandeln, verraten wir hier.

Badesee
© pxel66 / iStock
Zerkarien befallen eigentlich nur Wasserschnecken, können beim Menschen aber Hautrötungen und Juckreiz auslösen.

Was sind Zerkarien?

Der Sommer ist heiß und lockt viele Leute an Badeseen und Flüsse. Gewässer in Deutschland haben generell eine sehr gute bis optimale Wasserqualität, weshalb das Baden eigentlich keine gesundheitlichen Risiken birgt. Doch in manchen Badegewässern können die Wassertemperaturen auf mehr als 20 Grad ansteigen. Mit steigenden Temperaturen an den Badeseen kann das empfindliche Ökosystem des Gewässers aus dem Gleichgewicht geraten. Blaualgen breiten sich dann etwa schnell im Wasser aus. Aber auch Parasiten wie Saugwürmer, Trematoden genannt, vermehren sich in den aufgeheizten Badegewässern schnell. Saugwürmer sind parasitäre Würmer, die zu der Gruppe der Plattwürmer gehören. Sie ernähren sich vom Blut ihrer Wirte, das sie aus deren Körper saugen. Bevor die Würmer fertig entwickelt sind, durchlaufen sie unterschiedliche Entwicklungsstadien. Eine häufig in Badeseen und Badegewässern vorkommende Art Saugwürmer sind Trichobilharzia szidati. Die Larven des Wurms werden Zerkarien genannt. Eigentlich befallen Zerkarien Wasserschnecken, in deren Gewebe sie sich weiterentwickeln, um dann als Wurm zu schlüpfen und Wasservögel als eigentlichen Wirt befallen. 

Zerkarien als Larven der Saugwürmer (Trematoden) schwimmen frei im Wasser von Badeseen und Badegewässern wie Flüssen. Obwohl die Parasiten vornehmlich Wasservögel befallen, indem sie sich in die Haut bohren und dort ihre Eier ablegen, welche die Vögel über den Kot wieder ausscheiden, können die Zerkarien auch auf Fehlwirte übergehen. Menschen, die sich in Ufernähe von Gewässern aufhalten, können von den Larven der Würmer als Zwischenwirte fehlidentifiziert werden. Die Zerkarien dringen dann in die Haut von ahnungslosen Badegästen ein und sorgen dort für Entzündungen, Ausschläge und Juckreiz. Diese roten, juckenden Quaddeln werden auch als Badedermatitis bezeichnet.

Badedermatitis: Symptome der Infektion

Der Wurm kann für Wasservögel zur tödlichen Gefahr werden. Für den Menschen ist er hingegen harmlos, da das Immunsystem ihn direkt bekämpft. Dringt der Wurm in die Haut ein, kann er jedoch millimetergroße, gerötete und juckende Stellen, die sogenannte Badedermatitis, verursachen. Die Quaddeln heilen nach ca. 10 bis 20 Tagen wieder ab. Bei Erstkontakt sind die Stellen noch wenig ausgeprägt. Bei wiederholtem Kontakt sich aus den geröteten Quaddeln auch kleinen Pappeln entwickeln. Nach zwei bis drei Wochen sind diese aber auch abgeheilt. Klassische Symptome einer Badedermatitis durch Zerkarien sind

  • Rötungen der Haut
  • Juckreiz
  • großflächiger Ausschlag

Werden diese Stellen jedoch aufgekratzt, können sie sich entzünden und mit Bakterien infizieren. Entzündungen, die unbehandelt verlaufen und bei denen Bakterien in die Blutbahn übergehen, können sehr gefährlich werden und etwa Blutvergiftungen auslösen. Typische Symptome sind dabei

  • Fieber
  • Übelkeit
  • Schwinde
  • Schweißausbruch
  • starke allergische Reaktionen

Gleich weiterlesen: Das sind die Anzeichen einer Blutvergiftung > >

Badedermatitis behandeln: Das können Sie tun

Die durch Zerkarien ausgelöste Badedermatitis ist für Menschen ungefährlich. Wasservögel sind die Endwirte der Saugwürmer, als Zwischenwirt kommen eigentlich nur Wasserschnecken für die Larven infrage. Ein Befall mit Zerkarien bei Menschen geschieht nur versehentlich. Die durch die Larven entstehenden Hautrötungen sind zwar unangenehm und können mitunter stark jucken, Gefahr besteht aber nicht.
 
Die juckenden Stellen können Sie mit juckreizstillenden Salben und Lotionen behandeln. Ist das Jucken stark ausgeprägt, helfen auch Antihistaminika, die als Tabletten eingenommen werden. Da der Mensch ein falscher Zwischenwirt für die Larven ist, sterben diese mit der Zeit in der Haut ab. Antibiotika oder antiparasitäre Mittel sind nicht notwendig, um die Larven der Saugwürmer zu bekämpfen.

Schutz vor Zerkarien: Darauf sollten Sie achten

  • Achten Sie vor dem Baden in Badegewässern mit wenig Bewegung auf amtliche Warnhinweise.
  • Meiden Sie flache Wasser im Uferbereich und Stellen mit Pflanzenbewuchs. Hier halten sich Zerkarien häufiger auf.
  • Baden Sie stattdessen im tieferen Wasser oder an Stellen mit leichter Strömung, sodass das Wasser in Bewegung ist.
  • Wechseln Sie nach dem Baden Ihre Kleidung und trocknen Sie sich gründlich ab.
  • Wasserfeste Sonnencreme soll ebenfalls einen Schutz vor dem Eindringen der Würmer bieten.

Tipp: Trocknen Sie sich nach dem Verlassen des Badesees nicht einfach nur gründlich ab, sondern rubbeln Sie sich richtig stark von Kopf bis Fuß mit einem Handtuch ab. Durch die starke Reibung werden mikroskopische Larven, die im Begriff sind, in Ihre Haut einzudringen, beseitigt. Auch Zerkarien, die die Hautbarriere bereits durchbrochen haben und Sie als Wirt befallen wollen, werden durch starkes Rubbeln mit dem Handtuch mitunter aus der Haut entfernt.

Zerkarien im Pool?

Zerkarien kommen nur in Süßwasser vor und sind in Badeseen und Flüssen heimisch. In Pools müssen Sie sich nicht vor den Parasiten fürchten. Hier befindet sich Chlor im Wasser, das Krankheitserreger und Parasiten tötet.

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