5. Januar 2022
Zu niedriger Blutdruck: 5 Symptome bei Hypotonie

Zu niedriger Blutdruck: 5 Symptome bei Hypotonie

Ein niedriger Blutdruck ist grundlegend nichts Schlechtes. In unserer heutigen Gesellschaft ist eher der Bluthochdruck das Problem. Dennoch können bei einem zu niedrigen Blutdruck Beschwerden und Symptome auftreten, die die Lebensqualität Betroffener einschränken.

Während der krankhaft erhöhte Blutdruck (Hypertonie) zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten gehört und mit Folgen wie Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen einhergeht, ist die sogenannte Hypotonie weniger problematisch. Üblicherweise treten bei einem niedrigen Blutdruck nur leichte oder gar keine Symptome auf. Zudem geht er mit einer höheren Lebenserwartung einher und wird daher nicht als eigenständige Erkrankung angesehen. Treten jedoch Beschwerden auf, die die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt, sollte der niedrige Blutdruck behandelt werden.

Ursachen eines zu niedrigen Blutdrucks

Wenn der arterielle Blutdruck einer Person unter 100/60 mmHg fällt, spricht man von einer Hypotonie. Hiervon sind in Deutschland etwa 5 Prozent der Bevölkerung betroffen. Für einen so niedrigen Blutdruck gibt es verschiedene mögliche Ursachen. Neben einer genetischen Veranlagung können auch ein zu schwacher Herzmuskel, eine Schilddrüsenunterfunktion, Morbus Parkinson sowie Drogen oder Medikamente dafür verantwortlich sein. Insbesondere ein plötzlich fallender Blutdruck kann auf medizinische Notfälle wie einen Herzinfarkt oder eine Blutvergiftung (septischer Schock) zurückgehen. Ebenso besteht bei älteren Menschen die Gefahr einer Unterversorgung der Organe mit Blut und den darin enthaltenen Nährstoffen sowie Sauerstoff. Die folgenden Symptome können dabei auftreten.

Zu niedriger Blutdruck: 5 Symptome bei Hypotonie

1. Kreislaufprobleme

Beim morgendlichen Aufstehen aus dem Bett wird nicht wenigen Menschen schwindelig oder kurz schwarz vor Augen. Grund dafür ist die plötzliche Umverteilung des Blutes durch die Schwerkraft in Richtung Rumpf und Beine. Dieses Phänomen wird als orthostatische oder posturale Hypotonie bezeichnet und betrifft auch Personen, die eigentlich einen Blutdruck im Normbereich haben. Falls Sie jedoch bereits einen erniedrigten Blutdruck haben, kann der rasche Positionswechsel eine deutliche Unterversorgung Ihres Gehirns bewirken und im schlimmsten Falle sogar zu Ohnmacht führen. Zu den milderen Symptomen gehören Schwindel sowie Ohrensausen. Um diesen Beschwerden entgegenzuwirken, sollten Sie sich mit dem Aufstehen Zeit nehmen, sich erst einmal im Bett aufsetzen, ein Glas Wasser trinken, Ihre Gliedmaßen ein bisschen durchbewegen und anschließend langsam und vorsichtig aufstehen. Beim Arzt sollten Sie überprüfen lassen, ob ernsthafte Ursachen vorliegen.

Tipp: Gegen einen niedrigen Blutdruck am Morgen hilft vor allem Bewegung. Steigen Sie daher für Ihren Arbeitsweg optimalerweise aufs Fahrrad oder steigen Sie eine Haltestelle früher aus, um den Rest zu Fuß zu gehen.

2. Kalte Hände und Füße

Die Minderdurchblutung macht sich jedoch nicht nur im Gehirn bemerkbar, sondern kann auch die Extremitäten betreffen. Besonders häufig sind kalte Füße oder Finger. Betroffene berichten zudem über ein gesteigertes Kälteempfinden sowie eine gewisse Wetterfühligkeit. Diese Symptome sind zwar nicht bedenklich, können allerdings belastend sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Dagegen helfen durchblutungsfördernde Übungen: Lassen Sie die Handgelenke kreisen, schließen und öffnen Sie Ihre Fäuste schnell im Wechsel, steigen Sie ein paar Treppenstufen hinauf oder stellen Sie sich kurz auf Ihre Zehenspitzen.

Video: Blutdruck messen – wie geht es richtig? 

3. Müdigkeit

Ist vor allem das Gehirn von dem niedrigen Blutdruck und der Unterversorgung mit Sauerstoff betroffen, kann neben den oben genannten Kreislaufproblemen auch vermehrt Müdigkeit auftreten. Ebenso kann es zu Einbußen Ihrer Konzentrationsfähigkeit sowie zu Stimmungsschwankungen kommen. Durch die Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind nicht wenige Betroffene leichter reizbar.

4. Herzrasen

Wenn der Blutdruck in den Gefäßen zu stark abfällt, versucht Ihr Körper üblicherweise, dies durch einen schnelleren Herzschlag zu kompensieren. So wirkt er einer Minderdurchblutung Ihrer Organe entgegen und stellt die Versorgung aller wichtigen Körperregionen mit Blut und Sauerstoff sicher. Ein höherer Puls und sogar Herzrasen können daher bei einem zu niedrigen Blutdruck auftreten.

5. Brustschmerzen

Wenn der Blutdruck so niedrig ist, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird, können unter Umständen sogar Brustschmerzen, eine Brustenge (Angina pectoris) oder Kurzatmigkeit auftreten. Dies ist jedoch eher selten und tritt in der Regel nur bei einem deutlich erniedrigten Blutdruck auf.

Tipp: Neben der normalen Blutdruckmessung kann Ihr behandelnder Arzt auch mithilfe von weiteren Tests, z.B. dem Schellong-Stehtest herausfinden, ob Ihr Blutdruck sich in Alltags- und Belastungssituationen normal verhält oder einer Behandlung bedarf.

Quellen: msdmanuals.com, pharmazeutische-zeitung.de, internisten-im-netz.de

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