22. November 2021
Multiple Sklerose: Erste Anzeichen und Symptome bei MS

Erste Anzeichen und Symptome bei Multipler Sklerose

Sie wird auch als die Krankheit mit tausend Gesichtern bezeichnet: Die Multiple Sklerose. Erfahren Sie, welche ersten Anzeichen und Frühsymptome üblicherweise bei der Autoimmunerkrankung MS auftreten.

Die Multiple Sklerose zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Dabei richtet sich das Immunsystem von Betroffenen gegen das eigene Nervensystem und greift die sogenannten Myelinscheiden an. Diese dienen der schnellen Reizweiterleitung von Nervenimpulsen und sind für die Übertragung von Informationen, aber auch für die Steuerung von Bewegungen zuständig. Die Myelinscheiden entzünden sich infolge der Immunreaktion und verhärten dadurch – was als Sklerose bezeichnet wird. Aufgrund der vielfältigen Aufgaben unseres Nervensystems kann sich MS durch die unterschiedlichsten Symptome bemerkbar machen.

Multiple Sklerose: Erste Anzeichen und Symptome bei MS

MS ist keinesfalls eine Krankheit des Alters und kann bereits in jungen Jahren auftreten. Zwei Drittel der Betroffenen bekommen die ersten Symptome zwischen ihrem 20. und 40. Lebensjahr. Das Tückische an MS ist zudem, dass die Erkrankung schubweise verlaufen kann und vor allem anfangs mit diffusen, verwechselbaren Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Sehstörungen einhergeht, was eine eindeutige und frühzeitige Diagnose erschwert. Die folgenden Symptome treten besonders häufig auf:

  • Motorische Störungen, z.B. Lähmungen, Unsicherheit beim Gehen oder Greifen
  • Sehstörungen mit Doppelbildern oder verschwommener, nebulöser Sicht
  • Empfindungsstörungen der Haut, z.B. Kribbeln, Schmerzen oder Taubheit
  • Blasenstörungen, z.B. häufiger, kaum kontrollierbarer Harndrang bis hin zu Inkontinenz
  • Sprechstörungen, z.B. Artikulationsschwierigkeiten oder eine gestörte Kontrolle über Lautstärke, Tonhöhe und Sprechgeschwindigkeit
  • Schluckstörungen
  • Fatigue (= ungewöhnliche, vorzeitige Erschöpfbarkeit)
  • Kognitive Störungen, z.B. verminderte Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit oder Konzentration
  • Depressive Verstimmungen und Depressionen
  • Sexuelle Funktionsstörungen, z.B. erektile Dysfunktion bei Männern
  • Schmerzen
  • Schwindel

Verkürzt MS die Lebenserwartung?

Glücklicherweise ist die Multiple Sklerose keine tödliche Krankheit, auch wenn Atem- oder Schluckbeschwerden im schlimmsten Falle lebensbedrohlich werden können. Moderne Behandlungsmöglichkeiten und ein stetig wachsendes Wissen über die Erkrankung haben zudem zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität von MS-Patient:innen geführt. Allerdings hat eine Langzeitstudie, in der knapp 1.400 Betroffene über einen Zeitraum von 60 Jahren begleitet wurden, gezeigt, dass die Lebenserwartung von Menschen mit Multipler Sklerose im Durchschnitt etwa 7 Jahre kürzer ist, als die gesunder Vergleichspersonen. Jedoch ist die Überlebenszeit aufgrund medizinischer Fortschritte, neuer Früherkennungsverfahren und therapeutischer Maßnahmen in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Daher bleibt zu hoffen, dass sich die Lebensqualität und -dauer von Betroffenen in den nächsten Jahren sukzessive verbessern.

Video: Dank mRNA-Impfstoff – kommt eine Impfung gegen Multiple Sklerose?

Ernährung gegen MS

Die eine Diät oder Ernährungsform gegen MS gibt es laut der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) nicht. Allerdings können die Ernährungsempfehlungen anderer entzündlicher Autoimmunerkrankungen wie Rheuma auch für die Therapie der MS übernommen werden. Wichtig ist hierbei, die Erwartungen in einem realistischen Rahmen zu halten: Eine Ernährungsumstellung kann zwar den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Symptome lindern. Eine Heilung ist jedoch nach Ansicht der Fachgesellschaften nicht möglich. Das sollte Sie jedoch nicht entmutigen, da jeder Schritt hin zu einem gesünderen Lebensstil dabei hilft, die Lebensqualität zu erhöhen. Folgende Tipps können dabei helfen:

  • Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum auf maximal zwei Portionen pro Woche. Vor allem Wurstwaren enthalten viele entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren.
  • Greifen Sie stattdessen vermehrt zu eiweißreichen Hülsenfrüchten wie Soja/Tofu, Linsen, Kichererbsen und Bohnen.
  • Essen Sie reichlich Gemüse, vor allem dunkelgrünes Blattgemüse wie Grünkohl, Rucola oder Brokkoli.
  • Führen Sie sich reichlich entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren zu. Diese sind in Leinsamen, Walnüssen, Rapsöl oder auch fettem Seefisch enthalten.
  • Meiden Sie Omega-6-lastige Öle wie Sonnenblumen-, Maiskeim-, Distel- oder Traubenkernöl.

Buchtipps: Entsprechende Rezepte finden Sie beispielsweise in „Gesund essen – Multiple Sklerose: Über 110 Rezepte, die Ihre Therapie unterstützen“ von Dr. Dieter Pöhlau, Chefarzt einer Klinik für Neurologie. Für eine generell anti-entzündliche Ernährung ist auch „Die Anti-Entzündungs-Strategie - Das Kochbuch“ von Dr. Peter Niemann, Facharzt für Innere Medizin, zu empfehlen.

Wichtig: Zwar kann die Ernährung einen kleinen Beitrag zum Heilungsverlauf und zur Symptomlinderung leisten. Allerdings sollten Sie Ihre Erwartungen nicht zu hochstecken, da Lebensmittel alleine die MS nicht heilen können. Solche Versprechen sollten Sie stets argwöhnisch betrachten.

Interessant: Auch auf eine weitere neurodegenerative Erkrankung hat die Ernährung einen Einfluss: Diese 3 Lebensmittel senken Ihr Parkinson-Risiko >>

Quellen: dmsg.de, multiplesklerose.ch

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