Leukoplakie: Alles, was zu tun ist

Leukoplakie: Alles, was zu tun ist

Bei der Leukoplakie handelt es sich um weiße Flecken, die im Innenraum des Mundes auftreten. Wir nennen Symptome, Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Was ist Leukoplakie?

Eine Leukoplakie, auch Weissschwielenkrankheit genannt, ist eine Erkrankung, bei der sich weiße Flecken oder Punkte auf der Zunge, der Innenseite der Wange oder am Mundboden bilden. Diese weißlichen Veränderungen können aufgrund einer anhaltenden Reizung der Mundschleimhaut entstehen, wie etwa durch Kautabak, starkes Rauchen und Alkoholkonsum. In wenigen Fällen bilden sie sich auch im weiblichen Genital- oder Analbereich. Die Ursache hierfür ist allerdings noch unbekannt. In der Regel sind diese Gewebeveränderungen gutartig, in einigen seltenen Fällen stellen sie jedoch auch eine Krebsvorstufe dar.

Leukoplakie: Was sind die Symptome?

Eine Leukoplakie äußert sich durch ein oder mehrere weiße bis graue Flecken auf der Zungenoberfläche, unter der Zunge, an den Innenseiten der Wange oder dem Zahnfleisch. Sie tritt hauptsächlich an Körperteilen auf, die Schleimhautgewebe aufweisen, wie beispielsweise der Mund, aber auch der Genitalbereich kann betroffen sein. Bei einigen Frauen in den Wechseljahren treten sie sowohl an der Außenseite der Genitalien im Bereich der Vulva als auch in der Vagina auf.

Die Flecken können sich langsam über Wochen bis Monate entwickeln und verändern. Häufig weisen sie jedoch folgende Merkmale auf:

  • weiße oder graue Farbe
  • verhärtete, raue und erhabene Oberfläche
  • in manchen Fällen haarig oder flaumig
  • in seltenen Fällen rote Flecken

Die Leukoplakie-Flecken lassen sich nicht abreiben und sind in der Regel schmerzlos. Allerdings können sie empfindlich auf Berührung, Hitze oder scharfe Speisen reagieren.

Sonderform: orale Haarleukoplakie

Unscharfe weiße Flecken, die Falten, Haaren oder Rillen ähneln und meist am Zungenrand auftreten, werden auch als orale Haarleukoplakie bezeichnet. Sie tritt häufig bei Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem auf und ist ein typisches Begleitsymptom einer HlV-Infektion. Auch Menschen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) können eine Haarleukoplakie entwickeln. Diese Form der Erkrankung wird oft mit Mundsoor verwechselt. Mundsoor, auch als Zungenpilz oder Mundpilz bekannt, ist eine Pilzinfektion, die sich durch einen weißen Belag im Mund- und Rachenraum auszeichnet und ebenfalls bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder älteren Menschen vorkommt.

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Leukoplakie: Was sind die Ursachen?

Die genauen Ursachen der Leukoplakie sind noch nicht abschließend geklärt. Gerade bei Flecken im Bereich der Zunge, der Mundschleimhaut oder der Lippe spielt jedoch eine chronische Reizung, zum Beispiel durch Tabakkonsum, eine große Rolle. Aber auch eine schlecht sitzende Prothese oder scharfe Zahnkanten können zu dauerhaften Reizungen und damit zu einer Leukoplakie führen.

Durch die anhaltende Schädigung des oralen Gewebes kommt es zu einer verstärkten Verdickung der obersten Schicht des Gewebes der Mundschleimhaut. Die verhornten Zellen quellen im feuchten Mundklima auf und somit kommt es zu den typisch weißen Flecken.

Weitere Auslöser für die Entstehung von Leukoplakie sind unter anderem:

  • Humane Papillomaviren (HPV) 
  • schlechte Mundhygiene
  • wiederholtes Wangen- oder Zungenbeißen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Kauen bestimmter Nüsse und Blätter, wie Betelblätter und Areca-Nüsse
  • ungesunde Ernährung (insbesondere, wenn sie zu einem Mangel an B-Vitaminen, Eisen oder Vitamin A führt)

Behandlung der Leukoplakie

Da die Leukoplakie-Flecken in den meisten Fällen durch eine ständige Reizung verursacht wird, genügt es oft schon, die Irritation zu beseitigen. Ist diese entfernt, verschwinden die weißen Flecken innerhalb weniger Wochen oder Monate meistens von selbst. Wird die Weissschwielenkrankheit durch ungesunde Lebensmittel verursacht, lässt sich durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung ebenfalls schnell Abhilfe schaffen. Eine orale Haarleukoplakie muss jedoch mit einem antiviralen Medikament behandelt werden.

Verschwinden die Flecken nach der Beseitigung der Reizquelle nicht, können die Läsionen chirurgisch von Ihrem Zahnarzt oder einem Oralchirurgen entfernt werden.

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Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Auch wenn eine Leukoplakie normalerweise keine Beschwerden verursacht und harmlos (gutartig) ist, kann sie sich in einigen Fällen zu Mundkrebs entwickeln oder auf eine ernstere Erkrankung hinweisen.

Suchen Sie daher am besten Ihren Zahnarzt oder Hausarzt auf, wenn Sie eines der folgenden Symptome haben oder ungewöhnliche Veränderungen in Ihrem Mund feststellen:

  • weiße Stellen oder Wunden in Ihrem Mund, die nicht innerhalb weniger Wochen von selbst abheilen
  • weiße Stellen, die mit roten Stellen vermischt sind (dies könnte ein erster Hinweis auf Krebs sein)
  • Ohrenschmerzen beim Schlucken
  • Zunehmende Einschränkung der Fähigkeit, den Kiefer zu öffnen

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