Giftige Pflanzen in Deutschland: Diese 4 Arten sollten Sie kennen

Giftige Pflanzen in Deutschland: Diese 4 Arten sollten Sie kennen

Bis auf Juckreiz und Hautausschläge kann uns in der heimischen Natur gar nichts passieren? Falsch gedacht! In Deutschland gibt es eine Vielzahl stark giftiger Pflanzen, die beim Verzehr sogar Lebensgefahr bedeuten. Wir klären auf!

Blätter des Giftefeu
© iStock/Werner Meidinger
In Deutschland gibt es unzählige Giftpflanzen. Einige wie der Giftefeu verursachen "nur" brennende Ausschläge und Quaddeln, andere können sogar tödlich sein.

Gibt es viele giftige Pflanzen in Deutschland?

Wer an giftige Flora und Fauna denkt, stellt sich meist tropische Regenwälder mit exotischen Tieren und Pflanzen vor. Doch bis in die Regenwälder und nach Australien müssen wir gar nicht gucken, wenn wir nach natürlich giftigen Lebewesen Ausschau halten wollen. Hierzulande gibt es nämlich eine Vielzahl an Kreaturen und Gewächsen, die hochgiftig sind. Giftige Schlangen oder Insekten wie Bienen, Wespen oder Ameisen nutzen Gift, um sich zu verteidigen und auf Beutezug zu gehen.

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Darüber hinaus ist Deutschland aber auch die Heimat einer riesigen Anzahl giftiger Pflanzen. Einige wie der Efeu sind bekannt und verursachen mit ihren milden Kontaktgiften Hautreizungen und Ausschläge. Andere Pflanzen aber sind so giftig, dass beim Verzehr bestimmter Pflanzenteile Lebensgefahr besteht.

Um auch in der Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein für unsere heimischen Giftpflanzen herzustellen, klärt der Botanische Sondergarten in Hamburg über Giftpflanzen auf. Nach einem öffentlichen Votum kürt der Garten jährlich die Giftpflanze des Jahres. Schon 2005 wurde die erste Giftpflanze des Jahres vorgestellt.

4 Giftpflanzen, die Ihnen gefährlich werden können

Blauer Eisenhut

Blütenstand des Blauen Eisenhut
© iStock/Eivaisla
Der Blaue Eisenhut steht unter Naturschutz. Die Pflanze enthält das Gift Aconitin, eines der stärksten Pflanzengifte überhaupt.

Der Blaue Eisenhut sieht Lupinen zum Verwechseln ähnlich. Doch wo die Samen der Lupinen ungekocht leicht giftig sind, steckt der Blaue Eisenhut von oben bis unten voller Gift. Besonders giftig sind die Wurzeln, von denen bereits zwei Gramm reichen, für Menschen lebensgefährlich zu werden. Der Blaue Eisenhut enthält den toxischen Pflanzenstoff Aconitin, das eines der stärksten Pflanzengifte der Welt ist. Die Giftpflanze des Jahres 2005 blüht von Juni bis September und bildet stehende, traubige Blütenstände mit tiefblauen, fast violetten Blüten. Die Pflanze wächst vor allem auf feuchten Böden und bevorzugt schattige Plätzchen. Daher ziert sie oft auch Bach- und Flussufer. Beim Verzehr der giftigen Pflanzenteile können Symptome eintreten wie

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Herzrhythmusstörungen
  • Krämpfe
  • Atemlähmung

Goldregen

Hängenden Blütenstände des Goldregen
© iStock/Whiteway
Goldregen enthölt das Gift Cytisin.

Wenn der einige Meter hoch wachsende Goldregen von Mai bis Juni blüht, verwandeln sich Gärten, Parks und Wälder in wahre Märchenlandschaften. Die hängenden, traubigen Blütenstände des als Zierstrauch beliebten Gewächses bilden wunderschöne, gelbe Blüten aus. Doch auch beim Goldregen ist Vorsicht geboten: Alle Teile der Pflanze sind giftig. Der Botanische Sondergarten Hamburg wählte den Goldregen zur Giftpflanze des Jahres 2012. Während die goldgelben Blätter nur leicht giftig sind, sollten die Samen der Pflanze niemals gegessen werden. Schon eine Handvoll kann für Menschen tödlich sein. Die Pflanze enthält das den giftigen Pflanzenstoff Cytisin. Das Gift besetzt dieselben Rezeptoren im menschlichen Gehirn, wie etwa auch Nicotin. Die Wirkung von Cytisin ist daher ähnlich. Schon geringe Mengen der Blätter, Wurzeln oder Samen des Goldregens können Symptome auslösen wie

  • Erbrechen
  • Zitteranfälle
  • Blutdruckschwankungen
  • Krämpfe
  • Ohnmacht
  • Schwindel
  • starkes Schwitzen

Wunderbaum

Die stacheligen Früchte des Wunderbaum
© iStock/TatianaMironenko
Aus den Samen des Wunderbaums wird Rizinusöl gepresst. Die Pflanze selbst ist aber hochgiftig.

Der ursprünglich aus Nordafrika stammende Wunderbaum ist auch als Rizinusbaum bekannt und ein echtes Wunder. Denn obwohl das aus den Samen gepresste Rizinusöl ungiftig ist, stecken die Samen selbst und alle anderen Teile des Wunderbaums voller Gift. Die Giftpflanze des Jahres 2018 enthält das natürliche Gift Rizin, das im menschlichen Körper zum Zellensterben führen kann. Schon acht Samenkörner des Wunderbaums würden genügen, um lebensgefährliche Zustände für Menschen auszulösen. Der schnellwüchsige Wunderbaum blüht von August bis Oktober mit knallroten, stacheligen Früchten und kann innerhalb weniger Monate bis zu sechs Meter groß werden. Alle Pflanzenteile sind giftig. Schon bei Kontakt mit dem Pflanzensaft können starke Hautreizungen entstehen und sich juckende Quaddeln und Rötungen bilden. Beim Verzehr der Samen und anderer giftiger Pflanzenteile treten Symptome auf wie

  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Schwindel
  • Atemlähmungen

Tränendes Herz

Giftpflanze
© iStock/sasimoto
Ihre schöne Optik kann uns leicht täuschen – denn das Tränende Herz ist weitaus gefährlicher als es aussieht.

Eine richtige Augenweide ist das Tränende Herz, deren namensgebende Blüten besonders auffällig sind: Der pinke Teil weist die Form eines Herzens auf und die weißen Blüten, die daraus hervorkommen, ähneln einer Träne. Bei diesem schönen Anblick könnte man glatt vergessen, wie gefährlich die Pflanze eigentlich ist. Nicht umsonst wurde das Tränende Herz zur Giftpflanze des Jahres 2017 gekürt – die aus Korea und China stammende Pflanze wird zwar gerne in Gärten gepflanzt, allerdings sind alle ihre Bestandteile sehr giftig, insbesondere die Wurzeln. Der Grund? Die enthaltenen Isochinolin-Alkaloide, die schon durch das Berühren der Giftpflanze Hautreizungen hervorrufen können. Besteht der Verdacht einer Vergiftung, sollten Sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Denn ein Verzehr kann sogar folgende Symptome hervorrufen:

  • Brennen und Schmerzen im Mundbereich
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen und -krämpfe
  • Koliken
  • Atemnot sowie
  • Kreislaufzusammenbruch
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