Stinknase: Anzeichen, Ursachen und was gegen Ozäna hilft

Stinknase: Anzeichen, Ursachen und was gegen Ozäna hilft

Wenn bei jedem Atemzug ein unangenehmer Geruch der Nase entweicht, handelt es sich um ein Ozäna. Wie es zur sogenannten Stinknase kommt und was Sie selbst dagegen tun können, verraten wir hier.

Was ist denn eine Stinknase eigentlich?

Zugegeben, „Stinknase“ klingt nicht wirklich schmeichelhaft, trifft als Bezeichnung des Krankheitsbildes den Nagel aber direkt auf den Kopf. Denn wer unter einer Stinknase leidet, dessen Nase verströmt einen unangenehmen, übel riechenden Gestank. Als wäre das nicht ärgerlich genug: Betroffene können den Gestank selbst nicht riechen. Im medizinischen Jargon wird die Stinknase übrigens als Ozäna bezeichnet, für Betroffene sicherlich eine wesentlich weniger stigmatisierende Bezeichnung.

Der üble Geruch, der bei jedem Atemstoß an die Umgebung abgegeben wird, wird von Bakterien verursacht, die sich in den ausgetrockneten Schleimhäuten der Nasenhöhlen angesiedelt haben. Sind die Nasenschleimhäute stark ausgetrocknet, bilden sich borkige Krusten, auf denen Bakterien wie Klebsiella ozaenae sich ungehemmt vermehren können. Über die genauen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Stinknase klären wir Sie hier auf.

Anatomie und Funktion der Nasennebenhöhlen

Da Bakterien in den Nasenhöhlen für den typischen Geruch der Stinknase verantwortlich sind, sollten wir zunächst verstehen, wie die Nebenhöhlen der Nase überhaupt aufgebaut sind und welche Funktion sie haben. In der linken und rechten Nebenhöhle befinden sich jeweils drei Nasenmuscheln, die übereinandergestapelt angeordnet sind. Zwischen den Nasenmuscheln gibt es schmale Passagen, durch die von der Nase eingesaugte Luft strömen kann und dabei aufgewärmt und befeuchtet wird. Die Nasenmuscheln in den Nebenhöhlen sind Schwellkörper. Durch an- und abschwellen regulieren sie die Luftströme durch die Nasennebenhöhlen. Da ihre Hauptfunktion das Befeuchten und Aufwärmen der Luft ist, müssen ihre Schleimhäute selbst immer ausreichend feucht sein. Im Laufe eines normalen Tages schwellen einzelne Nasenmuscheln immer mal wieder zu, um Luftströme zu anderen Muscheln zu leiten und sich so selbst vor dem Austrocknen schützen zu können.

Ursachen einer Stinknase

Die Stinknase entsteht, wenn Nasenmuscheln lange Zeit in einem abgeschwollenem Zustand bleiben. Dadurch erweitern sich die eigentlich schmalen Gänge der Nebenhöhlen und es kommt zu verstärkten Luftdurchströmungen, die die empfindlichen Schleimhäute in der Nase austrocknen. Auf den ausgetrockneten Schleimhäuten bilden sich dann harte, krustige Placken aus Nasensekret. Diese sogenannten Borken dienen Bakterien als idealer Nährboden, um sich zu vermehren. Das Ergebnis: ein übler Gestank entströmt der Nase bei jedem Atemzug. Was die Ursachen einer Stinknase angeht, wird zwischen den Auslösern für die Erweiterung der Nasenhöhlen unterschieden. Warum die Nasenmuscheln nämlich abschwellen und so die Nasenhöhlen erweitern und austrocknen lassen, kann verschiedene Gründe haben.

Primäre Ozäna

Bei der primären Stinknase schwellen die Nasenmuscheln nicht einfach nur ab, sie bilden sich zurück. Auch Blutgefäße und Nasendrüsen bilden sich zurück. In einigen Fällen gehen sogar die Knochen der Nasenhöhle zurück. Dieser Rückgang der Nasenmuscheln sorgt für eine starke Vergrößerung der Nebenhöhlen. Luft zirkuliert hier freier, wird weniger effektiv umgeleitet und sorgt für starke Austrocknung der Nasenschleimhäute. Die Rückbildung der Schleimhäute und Nasenmuscheln ohne erkennbare äußere Einflüsse wird dann als primäre Ozäna bezeichnet. Frauen erkranken häufiger daran als Männer. Es werden bisher erbliche Gründe für diese Form der Ozäne angenommen.

Sekundäre Ozäna

Bei der sekundären Ozäna ist der Grund für den unangenehmen Geruch aus der Nase bekannt. Die Stinknase ist dann lediglich ein Symptom oder die Folge. Zwar sind auch hier Bakterien für die Geruchsbildung verantwortlich, es kann aber genau nachvollzogen werden, warum die Bakterien sich ungehemmt ausbreiten konnten. Typische Ursachen für eine sekundäre Stinknase sind etwa:

  • Schäden an den Nasenmuscheln (etwa durch einen Unfall)
  • Entfernung einer oder mehrerer Nasenmuscheln (etwa bei der Entfernung eines Tumors)
  • Fremdkörper in der Nase
  • Nasennebenhöhlenentzündung mit Eiterbildung
  • Morbus Wegener (Bildung entzündlicher Knötchen in der Nase)
  • häufige Verwendung von Nasenspray und Nasentropfen

Stinknase Selbsttest: Kann ich Ozäna selbst riechen?

Als wäre es nicht schlimm genug, dass die Nase beim Ausatmen einen üblen Geruch verbreitet: Betroffene einer Stinknase können selbst meist nicht riechen, was ihrer Nase da entweicht. Die Bakterien, die den Gestank verursachen, reizen und beschädigen nämlich auch die empfindlichen Riechhärchen, die oben über den Nasenmuscheln sitzen. Dadurch ist die Geruchswahrnehmung erheblich eingeschränkt. Wer an einer Stinknase leidet, riecht das Übel leider in den meisten Fällen nicht selbst.

Stinknase durch Nasenspray?

Nasenspray und Nasentropfen können bei Erkältungen und Schnupfen gezielt eingesetzt werden, um endlich wieder frei durchatmen zu können. Es wird empfohlen, Nasenspray bei Krankheit höchstens eine Woche zu verwenden und nicht öfter als dreimal täglich einzusetzen. Wer aber über einen langen Zeitraum immer wieder zum abschwellenden Nasenspray greift, riskiert die Entstehung einer Stinknase. Denn: Die meisten Nasensprays setzen auf Sympathomimetika. Dies sind Wirkstoffe, die Blutgefäße in den Schleimhäuten zusammenziehen und so ein Abschwellen auslösen. Die Schleimhäute aber gewöhnen sich sehr schnell an die äußerlichen Reize durch das Nasenspray und fordern regelmäßig nach der abschwellenden Wirkung. So entsteht eine körperliche Abhängigkeit der Nasenschleimhäute nach Nasenspray. In der Folge der übermäßigen Nutzung von Sprays trocknen die Schleimhäute aus, was die Bildung von Krusten und Borken begünstigt – idealer Nährboden für Bakterien und die besten Vorraussetzungen für eine Stinknase.

Gleich weiterlesen: Diese Nasensprayfehler macht fast jeder > >

Behandlung: Was gegen Ozäna hilft

Bei der Behandlung einer Stinknase helfen Ihnen HNO-Ärzte und HNO-Ärztinnen. Den Bakterien wird in der Regel mit Antibiotika an den Kragen gegangen. Mit der Beseitigung der Bakterienherde kann in den meisten Fällen bereits der unangenehme Geruch beim Ausatmen beseitigt werden. Um die Borken und Verkrustungen in den Nasenhöhlen zu entfernen, helfen Nasenduschen und Nasensalben. Durch die zusätzliche Befeuchtung der Schleimhäute werden Borken aufgeweicht und können in einer HNO-Klinik entfernt oder abgesaugt werden.

Mehr erfahren: Diese Tipps helfen bei einer trockenen Nase > >

Hausmittel gegen Stinknase: Die besten Tipps gegen Ozäna

Sie können bei Ozäne mit einigen Hausmitteln schnell selbst für zusätzliche Befeuchtung der Schleimhäute sorgen. Diese Tipps helfen auch, um ausgetrockneten Nasenschleimhäuten vorzubeugen und die Entstehung einer Stinknase zu verhindern.

Inhalieren: Die klassische Dampfinhalation mit Meersalz oder Kamille ist eine hervorragende Möglichkeit, die Nasenhöhlen und Nasenschleimhäute mit Feuchtigkeit zu versorgen und Krusten aufzuweichen.

Nasensalbe: Feuchtigkeitsspendende Salben oder schonende Öle machen die Haut um die Nase geschmeidig und versorgen die Nasenmuscheln mit ausreichend Feuchtigkeit, um Austrocknungen zu verhindern.

Keine abschwellenden Nasensprays nutzen: Schon nach wenigen Wochen gewöhnen sich Ihre Schleimhäute an die abschwellende Wirkung von Nasensprays und Nasentropfen mit Sympathomimetika. In der Folge trocknen die Nasenschleimhäute zunehmend aus und begünstigen die Entstehung von Verkrustungen und Borken. Setzen Sie lieber auf Nasensprays mit Meerwasser.

Flüssigkeitszufuhr beachten: Ihre Schleimhäute brauchen Wasser. Trinken Sie daher mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag, um eine normale Funktion der Nasenschleimhäute zu ermöglichen.

#Nasenspray
Lade weitere Inhalte ...