Speichelstein: Ursachen, Symptome, Behandlung

Speichelstein erkennen und behandeln: Das ist wichtig

Speichelsteine sind lästig und mitunter sehr schmerzhaft. Denn: Sie können für eine entzündete Speicheldrüse sorgen. Doch was genau ist ein Speichelstein überhaupt – und kann ich ihn selber ausdrücken? Welche Hausmittel helfen? Der folgende Artikel liefert Antworten auf wichtige Fragen rund um die Themen Ursachen, Symptome und Behandlung von Speichelsteinen.

Was ist ein Speichelstein? 

Speichelsteine, unter Medizinern auch als Sialolithen bezeichnet, können sich im Mund einer Person bilden – genauer gesagt in den Speicheldrüsen. Die Folge? Ein Speichelstein blockiert oder verengt die den Ausführungsgang der Speicheldrüsen. Der produzierte Speichel kann nur noch schwer abfließen. Insbesondere dann, wenn die betroffene Person etwa isst, wird die Speichelproduktion stark angeregt. Die Speicheldrüsen können so stark anschwellen. In schlimmeren Fällen kann es zu einer sogenannten Sialdenitis kommen – eine bakterielle, oft eitrige Infektion der Speicheldrüsen. Im angestauten Sekret können sich Bakterien leicht vermehren und eine Entzündung begünstigen.

Hinweis: Die grau-gelblichen "Steine" bestehen hauptsächlich aus Kalziumkarbonat und Kalziumphosphat und können eine Größe von bis zu 2 Zentimetern erreichen. Ihre Oberfläche ist oft uneben, die Form eher rundlich. Solange die Speichelsteine keinen akuten Speichelstau, schmerzhafte Symptome oder schmerzhafte Beschwerden wie eine Entzündung der Speicheldrüsen verursachen, sind sie zunächst ungefährlich. 

Wo sitzt ein Speichelstein? 

In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle sitzt ein Speichelstein in der Unterkieferspeicheldrüse (im Fachjargon: Glandula submandibularis). Weniger häufig von Sialolithen betroffen sind die Ohrspeicheldrüsen sowie die Unterzungendrüsen. Meist treten Speichelsteine bei Männer und Frauen mittleren Alters auf, sprich Personen, die etwa 30 bis 50 Jahre als sind. In seltenen Fällen jedoch kann ein Speichelstein auch bei Kindern vorkommen. 

Ursachen: Woher kommt ein Speichelstein? 

Es gibt unterschiedliche Risikofaktoren und Ursachen, die die Speichelbildung behindern und somit verantwortlich für einen Speichelstein sein können – beziehungsweise seine Entstehung begünstigen. Dazu gehört unter anderen eine Verdickung des Speichels durch zu wenig Flüssigkeit.

Ergo: Wer zu wenig trinkt, reduziert seine Speichelproduktion. Es fehlt an Flüssigkeit, um die Speicheldrüsen durchzuspülen. Infolgedessen können harte Ablagerungen am Ausführungsgang entstehen. Auch eine schlechte Mundhygiene kann eine Speicheldrüsenentzündung begünstigen. Sie können Speichelsteinen dementsprechend vorbeugen, wenn Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen und auf Hygiene im Mundraum achten.

Auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten zählt zu den Ursachen für Speichelsteine, zum Beispiel Antidepressiva oder Medikamente gegen Harndrang.

Auch spannend: Das hilft bei Mundtrockenheit? >>

Symptome: Wie merkt man, ob man Speichelsteine hat? 

Speichelsteine sind eine der häufigsten Ursachen für eine bakterielle Entzündung der Speicheldrüsen. Ein Speichelstein kann dementsprechend eine schmerzhafte Schwellung der Speicheldrüsen auslösen – verursacht durch den Speichelstau. Diese Beschwerden können entweder unter der Zunge oder im Bereich von Ohr und Wange auftreten. Dabei kommt es ganz darauf an, wo der Speichelstein liegt beziehungsweise welche Drüsen er blockiert. 

Da unser Körper die Speichelproduktion vornehmlich bei der Nahrungsaufnahme ankurbelt, treten die Beschwerden meistens beim Essen auf. Die verstopften Drüsen im Mund schwellen immer weiter an, der neue Speichel kann nicht abfließen. Das kann starke Schmerzen verursachen. Unter Umstände ist ein Speichelstein so groß, dass sogar Laien diesen ertasten können. 

Jedoch: Nicht alle Patienten klagen über Symptome. Oft bleiben Speichelsteine gänzlich unbemerkt – oder werden nur durch Zufall entdeckt. Denn: Insbesondere nach dem Essen sind die Schmerzen schnell wieder verflogen. 

Behandlung: Wie bekomme ich einen Speichelstein weg? 

Welche Therapie sich am besten zur Behandlung eines Speichelsteins eignet, ist abhängig von seiner Größe und Lage. Kleinere Steine kann ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) in der Regel schnell und unkompliziert entfernen. Das dabei eingesetzte Verfahren nennt sich operative Gangschlitzung und wird meist ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Sollte der Speichelstein eine bakterielle Speicheldrüsenentzündung auslösen, kommen Antibiotika zum Einsatz.

Sind die Speichelsteine größer und lassen sich nicht ausdrücken oder mittels Gangschlitzung entfernen, kommen zwei weitere Formen der Behandlung infrage: Die Stoßwellentherapie und die Endoskopie. Die Stoßwellentherapie hat zum Ziel, den Stein zu zerkleinern. Speichelsteine, die über 8 Millimeter groß sind, werden häufig mittels Endoskopie gelöst. Dabei führt der Arzt eine Kamera und eine kleine Zange in den Gang der Drüse ein, um den Stein damit zu entfernen.

Direkt weiterlesen: Enzyme - verlässliche Helfer unseres Körpers >>

Was passiert, wenn man Speichelsteine nicht entfernt?

Wird der Ausführungsgang einer Speicheldrüse dauerhaft verstopft, sind empfindliche Drüsenschwellungen und eitrige Entzündung vorprogrammiert. Mit Beschwerden dieser Art sollten Sie umgehend zum Arzt.

Selbsthilfe: Welche Hausmittel können helfen?

Was kann man selbst gegen Speichelsteine tun? Um akute Schwellungen und Schmerzen zu lindern, eignen sich beispielsweise kühlende Umschläge. Darüber hinaus ist es ratsam, den Speichelfluss anzuregen. Das gelingt zum Beispiel mit Hausmitteln wie Kaugummis, sauren Bonbons oder Säften (etwa Zitronensaft). Der gesteigerte Speichelfluss kann dazu beitragen, die verstopften Drüsen zu reinigen – kleinere Speichelsteine können sich dabei lösen und aus den Drüsen im Mund herausgespült werden. 

Manchmal kann ein Speichelstein sogar vorsichtig aus dem natürlichen Speicheldrüsenausgang in der Mundhöhle herausmassiert werden. Sprich: Es ist grundsätzlich möglich, einen Speichelstein selbst auszudrücken. 

Lade weitere Inhalte ...