Nierenzysten - Ursachen, Anzeichen und Therapie

Nierenzysten - Ursachen, Anzeichen und Therapie

Einzeln sind Nierenzysten kein Grund zur Sorge – wenn es erblich bedingt jedoch zu einer Vielzahl der mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräume kommt, können diese die Nierenfunktion einschränken. Wir klären Sie über Ursachen, Anzeichen und Therapie bei Nierenzysten auf. 

Was ist eine Nierenzyste?

Bei einer Nierenzyste handelt es sich um einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum in oder an den Nieren. Grundsätzlich wird zwischen einzelnen Nierenzysten unterschieden und Nieren, die erblich bedingt nur so mit Zysten übersät sind, weshalb diese auch als Zystennieren bezeichnet werden. 

Es können vier verschiedene Typen von Nierenzysten auftreten. Typ 1 und 2 sind gutartig und verursachen in der Regel keine Beschwerden. Diese Art von Zyste weist entweder keine oder nur sehr dünne Wände auf und muss nur behandelt werden, wenn sie sich vergrößert. Typ 3 hat eine dickere, ungleichmäßige Wand und kann sich zu einer bösartigen Zyste entwickeln. Typ 4 ist bösartig – es handelt sich dabei um Nierenkrebs. 

Auch interessant: Diese 5 Lebensmittel sind gut für die Nieren >>

Video: Wie funktionieren die Nieren?

Nierenzysten - Ursachen, Anzeichen und Therapie

Diese Ursachen gibt es

Die Ursachen für das Auftreten einzelner Nierenzysten sind bisher unbekannt. Da sie meist keine Beschwerden verursachen, gibt es keine genauen Angaben zu ihrer Häufigkeit. Bekannt ist, dass Menschen, die über einen längeren Zeitraum zur Dialyse gehen, Nierenzysten bekommen können. 

Zystennieren werden von den Eltern vererbt – durch die jeweiligen Erbanlagen entwickeln sich die Nieren bei Betroffenen anders als bei gesunden Menschen. Ist ein Elternteil betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind eine Zystenniere entwickelt, bei 50 Prozent. Die häufigste Form der Zystenniere ist die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD). Bei dieser befinden sich die Zysten überall in der Niere, sodass das Organ selber vergrößert ist. Bei der selteneren Form, der autosomal-rezessiven polyzystischen Nierenerkrankung (ARPKD) sind die Nieren stark vergrößert. Die Erkrankung zeigt sich oft schon in den ersten Lebensmonaten – in der Regel kommt es dadurch zu einem schwer behandelbaren Bluthochdruck und im Laufe der Zeit zu einem Nierenversagen. 

Auch interessant: Nierenschmerzen: Ursachen, Symptome und Behandlung >>

Symptome einer Nierenzyste

Einzelne Nierenzysten verursachen in der Regel keine Symptome und können daher ein Leben lang unentdeckt bleiben. Nur besonders große Exemplare können Nieren- sowie Bauchschmerzen hervorrufen. Ebenso können Rückenschmerzen, Blut im Urin oder Bluthochdruck auftreten. Anders verhält es sich jedoch mit erblich bedingten Zystennieren. Typischerweise weisen folgende Anzeichen auf die Erkrankung hin:

  • Nierenschmerzen
  • Blutbeimengungen im Urin
  • wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • Bluthochdruck
  • Zysten an oder in anderen Organen 
  • Darmausstülpungen (Divertikel)
  • Erweiterung von Blutgefäßen
  • Nierensteine

In seltenen Fällen kann als Folge von Zystennieren sogar ein Herzklappenfehler entstehen. Dadurch, dass ein möglicher Bluthochdruck die Nierenfunktion wiederum verschlechtert, können die Nieren mit der Zeit so stark geschädigt werden, dass es zu einer Nierenschwäche kommt, die auch als Niereninsuffizienz bezeichnet wird. Im schlimmsten Fall führt diese zu einem Nierenversagen.

Therapie

Häufig werden Nierenzysten erst durch Zufall, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung, vom Arzt entdeckt. Während der Untersuchung kann dieser meist bereits erkennen, ob es sich um eine gut- oder bösartige Zyste handelt sowie, ob es sich um eine erblich bedingte zystische Nierenerkrankung handelt. Bei letzterer muss der Arzt zunächst herausfinden, um welche Form der Erkrankung es sich handelt. Unter Umständen können auch eine Computer- oder Kernspintomografie dabei helfen, den Zustand der Zysten sowie der Nieren zu erkennen. Sind die Nieren vergrößert, kann der Mediziner dies mitunter auch ertasten. 

Einzelne, kleine Nierenzysten müssen nicht behandelt, sollten aber gegebenenfalls beobachtet werden. Keine Form der zystischen Nierenerkrankungen ist heilbar – bei der Therapie geht es daher vor allem darum, die auftretenden Beschwerden zu behandeln. Mit der Zeit, wenn die Nierenfunktion nachlässt und sich eine Nierenschwäche entwickelt, kann eine Dialyse oder sogar eine Nierentransplantation notwendig werden. 

Lade weitere Inhalte ...