24. März 2021
Trockene Scheide in den Wechseljahren

Was hilft gegen eine trockene Scheide in den Wechseljahren?

Bei Frauen in den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel. Aufgrund dieser hormonellen Veränderungen kann die Scheide trockener und anfälliger für Infekte werden. Anhand welcher Symptome Sie Scheidentrockenheit erkennen und wie sich diese behandeln lässt, lesen Sie hier. 

Was ist Scheidentrockenheit?

Scheidentrockenheit zählt immer noch zu den Tabuthemen, über die Frauen ungern sprechen. Von Scheidentrockenheit ist die Rede, wenn der natürliche Feuchtigkeitsgehalt in der Scheide vermindert ist. Vor allem Frauen in den Wechseljahren sind von diesem schmerzhaften Leiden betroffen. Weitere Anzeichen einer trockenen Scheide sind:

Trockenen Scheide in den Wechseljahren: Die Symptome

  • trockene Schleimhäute
  • Brennen und Jucken im Intimbereich
  • Unangenehmes Druckgefühl
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Blutungen
  • Anfälligkeit für Infektionen wie eine Blasenentzündung

Treten weitere Symptome wie eine unregelmäßige Periode, Unterleibsschmerzen, wunde und geschwollene Lymphknoten sowie ein veränderter Geruch des Ausflusses auf, kann es sich um ernsthafte Erkrankungen handeln. Bitte so schnell wie möglich ärztlich abklären lassen!

Ursachen einer trockenen Scheide

Damit die Scheide feucht bleibt, bildet sich ein milchiges Sekret, der Scheidenausfluss. Dieser sorgt zusätzlich dafür, die Scheide vor Krankheitserregern zu schützen. Zur Bildung benötigt das Sekret unter anderem das weibliche Hormon Östrogen. Fehlt dieses, macht sich dies durch eine trockene Scheide bemerkbar, die schlechter durchblutet wird und zudem anfälliger für Infektionen ist. Aus diesem Grund leidet laut einer amerikanischen Studie jede dritte Frau in den Wechseljahren unter Scheidentrockenheit, da in dieser Zeit der Östrogenspiegel abnimmt und somit auch die Scheidenfeuchtigkeit. Zudem verändert sich der pH-Wert in der Scheide, was sie anfälliger für Infektionen wie Harnwegsinfekte macht. 

Jüngere Frauen können ebenfalls unter Scheidentrockenheit leiden. Auch hier sind meist hormonelle Veränderungen der Grund. Betroffen sind daher schwangere sowie stillende Frauen oder Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille nehmen.

Behandlung von Scheidentrockenheit in den Wechseljahren

Auch wenn es Ihnen unangenehm ist, sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen über Ihre Beschwerden. Ein Abstrich des Scheidensekrets sowie die Messung des pH-Wertes der Scheidenflora geben Aufschluss, ob ein hormonelles Ungleichgewicht vorliegt oder ob andere Erkrankungen infrage kommen.

Mithilfe lokal angewendeter Präparate wie Zäpfchen, Gels oder Vaginalcremes mit feuchtigkeitsspendendem Hyaluron lässt sich die Scheidentrockenheit gut behandeln. Um die Schmerzen beim Sex zu lindern, sollten betroffene Frauen Gleitgele auf Wasserbasis verwenden, die es rezeptfrei in der Apotheke oder in der Drogerie gibt.
Bei einer stark ausgeprägten Scheidentrockenheit kann unter Umständen eine Hormonbehandlung infrage kommen. Diese zielt darauf ab, mithilfe spezieller Hormonpräparate den sinkenden Östrogenspiegel zu stabilisieren. 

Helfen Hausmittel gegen eine trockene Scheide?

Online findet man auch einige Tipps und Hausmittel, die bei Scheidentrockenheit helfen sollen. So liest man häufiger von Sitzbädern mit Essig oder einen in Joghurt getauchten Tampon, welcher den pH-Wert in der Scheide mit seinen enthaltenen Milchsäurebakterien positiv beeinflussen soll. Sehen Sie von einer Eigentherapie mit solchen Hausmitteln lieber ab. Sie können Ihre ohnehin schon angegriffene Scheide zusätzlich reizen, allergische Reaktionen hervorrufen oder bakterielle Infektionen begünstigen. Hören Sie auf den ärztlichen Rat und halten Sie sich an die mit Ihnen abgesprochenen Behandlungsmöglichkeiten.

Achten Sie darauf, weitere Risikofaktoren für Scheidentrockenheit zu meiden. Dazu zählen:

  • übermäßige Intimhygiene
  • Unterwäsche aus Naturfasern wie Baumwolle
  • der übermäßige Gebrauch von Hygieneartikeln wie Tampons. Binden oder Menstruationstassen trocknen die Scheide weniger aus.
  • hormonelle Verhütungsmittel 
  • Rauchen und Alkoholkonsum

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