16. Februar 2021
Starke Regelblutung: die Ursachen von Hypermenorrhoe

Starke Regelblutung: Das sind die Ursachen von Hypermenorrhoe

Jede Frauen kennt es: Die monatliche Periode beginnt und die Blutung setzt ein. Bei manchen Frauen ist die Regelblutung jedoch so stark, dass sie sich fragen, ob das noch normal ist. Hier erfahren Sie, ab wann eine Regelblutung als zu stark gilt und welche Ursachen es für die sogenannte Hypermenorrhoe gibt.

Wenn sich am Ende des Zyklus die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut ablöst und durch Kontraktionen der Gebärmutter abgestoßen wird, fließt das Gewebe zusammen mit Blut aus der Scheide ab. Diesen Vorgang bezeichnet man als Regelblutung. Bei einer normalen Regelblutung verliert eine Frau ungefähr 60 Milliliter Blut. Laut gesundbund.de leiden jedoch zwischen 9 und 14 von 100 Frauen an einer übermäßig starken Blutung.

Was ist Hypermenorrhoe?

Wenn eine Frau während ihrer Periode mehr als 80 Milliliter Blut verliert, spricht man von einer Hypermenorrhoe. Oft werden auch Blutklumpen (Blutkoagula) zusammen mit dem Blut ausgeschieden. Durch die übermäßig starke Blutung, können die Blutgerinnsel entstehen, die beim Ausscheiden Krämpfen verursachen. Die Hypermenorrhoe geht also oft mit starken Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) einher.

Daran erkennen Sie eine zu starke Regelblutung

Sobald sich aufgrund der Blutung eine Einschränkung der Lebensqualität bemerkbar macht, kann man von einer zu starken Regelblutung sprechen. Wenn sich Tampon oder Binde bereits nach weniger als zwei Stunden vollgesaugt haben und sie sogar nachts aufstehen müssen, um sie zu wechseln, kann das ein Anzeichen für eine Hypermenorrhoe sein. Als Folge des Blutverlustes tritt meist auch ein Eisenmangel auf, der zu einer Blutarmut (Anämie) führen kann. Wenn nicht genug rote Blutkörperchen vorhanden sind, wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Blässe und kalte Hände können auftreten.

Hypermenorrhoe: Das sind die Ursachen

Eine übermäßig starke Regelblutung hat meist organische Ursachen. In den häufigsten Fällen wird das Zusammenziehen der Gebärmutter ver- oder behindert, welches normalerweise dafür sorgt, dass die Regelblutung nicht zu lange anhält. Eine organische Ursache kann unter anderem folgende sein:

  • gutartiger Tumor (Myom)
  • Polyp in der Gebärmutter
  • Endometriose
  • Gestagenmangel
  • Eileiterentzündung
  • Gebärmutterentzündung
  • Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs

Andere Ursachen sind zum Beispiel blutverdünnende Medikamente, Blutgerinnungsstörungen wie das Von-Willebrand-Syndrom, eine Spirale als Verhütungsmittel oder hormonelle Veränderungen wie Schwangerschaft oder Wechseljahre.

Wann zum Arzt bei starker Regelblutung?

Sobald Sie vermuten, dass Sie während Ihrer Periode zu viel Blut verlieren, sollten Sie einen Gynäkologen aufsuchen. Dieser kann der Ursache mit einer Blut- sowie Ultraschalluntersuchung auf den Grund gehen und diese entsprechend behandeln – abhängig von Alter und möglichem Kinderwunsch der Patientin. Polypen können beispielsweise operativ entfernt werden. Hormone in Form von der Anti-Baby-Pille oder einer Hormonspirale können für eine kürzere und schwächere Blutung sorgen. Auch die Einnahme von Progesteron in der zweiten Zyklushälfte kann Sinn machen, da es den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut hemmen und so die Menstruationsblutung schwächen kann. Wer nach einer hormonfreien Alternative sucht, kann auf rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen zurückgreifen, auch sie können Schmerzen lindern und unter Umständen auch die Blutung verringern. Wenn es sich bei der Ursache um Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs handelt, kann es ratsam sein, die Gebärmutter entfernen zu lassen.

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