16. Juli 2021
Nach Corona-Impfung: Stärkere Periode möglich

Nach Corona-Impfung: Frauen berichten über stärkere Periode

Hat die Corona-Impfung Einfluss auf die Periode? Einige Frauen berichten, dass sie nach der Impfung Veränderungen ihres Menstruationszyklus bemerkt haben und die Regelblutung stärker und schmerzhafter als sonst war.

Immer mehr Menschen werden gegen das Coronavirus geimpft. Nach der Impfung können grippeähnliche Impfreaktionen wie Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit auftreten. Aber es gibt auch Hinweise, dass sich die Corona-Impfung auf den Menstruationszyklus auswirken kann. Dr. Kate Clancy, eine medizinische Anthropologin aus Illinois, teilte auf Twitter ihre persönliche Erfahrung mit und berichtete, eine ungewöhnlich starke Periode nach der Corona-Impfung bei sich bemerkt zu haben. Unter ihrem Tweet meldeten sich zahlreiche weitere menstruierende Personen, die ähnliche Veränderungen bei sich bemerkt hatten. Sie berichteten über massive Zyklusverschiebungen, starke Zwischenblutungen, Schmerzen und Krämpfen.

Regelblutung normalisiert sich wieder

Dr. Clancy teilte in einem späteren Tweet mit, dass ihre Periode nach der zweiten Impfung „nicht annähernd so schlimm war wie nach der ersten Dosis“. Sie erwarte, dass ihre nächste Regelblutung „wieder zu dem zurückkehren wird, was für mich typisch ist“. Dr. Clancy plant, weiter zu den Auswirkungen der Corona-Impfung auf die Menstruation zu erforschen und führt zurzeit eine Online-Umfrage durch. 

Umfrage: Knapp ein Drittel hat stärkere Regelblutung nach Corona-Impfung

Eine Umfrage der Sextoy-Marke Womanizer untermauert die Erfahrungen der amerikanischen Wissenschaftlerin. Diesbezüglich wurden 552 menstruierende Menschen befragt, die bereits ihre erste Impfdosis oder eine vollständige Impfung erhalten hatten. Jede:r Fünfte bestätigt, dass die Impfung Auswirkungen auf den Menstruationszyklus hatte.

  • Bei 31 Prozent war die Periode stärker als sonst.
  • 29 Prozent der Befragten gaben, dass die Periode schmerzhafter war als üblich.
  • Bei rund 22 Prozent hatte sich der Start der Menstruation um ein paar Tage verspätet.
  • Im offenen Feedbackfeld berichteten einige Befragte von Zwischenblutungen oder einer längeren Periode.

Wieso kommt es nach der Corona-Impfung zu Menstruationsbeschwerden?

Wieso es nach der Corona-Impfung zu Periodenveränderungen kommt, kann zum aktuellen Zeitpunkt wissenschaftlich nicht erklärt werden.

Möglicherweise kann man die Veränderungen im Zyklus den grippeähnlichen Impfreaktionen zuschreiben. Denn es ist nicht unüblich, dass sich Ihre Periode beispielsweise nach einer Erkältung oder einer Grippe zum Zeitpunkt des Eisprungs verschiebt, da der Körper in erster Linie mit der Abwehr der Viren und Bakterien beschäftigt ist. „Aktuell besteht eine vermehrte Aufmerksamkeit, da noch nie so viele Erwachsene gleichzeitig geimpft wurden. Es ist wahrscheinlich, dass sich der Zyklus auch schon früher bei einigen Frauen nach einer Impfung verschoben hat, aber dem nicht viel Aufmerksamkeit beikam“, erklärt Dr. Laura Sophie Bernards, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Helios Klinikum Krefeld.

Die Idee, dass ein Impfstoff den Zyklus einer Frau beeinflussen könnte, sei aus biologischer Sicht schwer zu erklären, sagte Dr. Mark Turrentine, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie am Baylor College of Medicine in Texas, gegenüber dem Onlinemagazin health. Da ungewöhnliche Menstruationsblutungen „keine Nebenwirkung waren, die in einer der klinischen Studien der Impfstoffhersteller berichtet wurde“.

Amesh A. Adalja, Wissenschaftlerin am Johns Hopkins Center für Gesundheitssicherheit in Maryland, sagte im Interview health, dass es sein kann, „dass Schmerzen nach der Impfung normale Menstruationsbeschwerden verstärken.“

Dr. Gloria Bachmann, stellvertretende Dekanin für Frauengesundheit an der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School in New Jersey, schließt auch Stress als möglichen Auslöser nicht aus. Diese Ansicht teilt auch Gynäkologe Dr. Christian Albring. Im Gespräch mit dem SWR erklärte er, dass durch Stress der Hormonhaushalt schnell aus dem Gleichgewicht komme. Die Gebärmutterschleimhaut kriege dann mal mehr, mal weniger Hormone. Die Schleimhaut werde dann auch mal schneller abgestoßen – und es komme zur Blutung.

Auf Anfrage des Senders teilte das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit, dass es bisher keinen Zusammenhang zwischen Impfung und Blutungsstörungen sehe.

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Unregelmäßige Periode: Wann zum Arzt?

Die Menstruation reagiert sehr sensibel auf äußere Faktoren zu denen die Einnahme von Medikamenten, hormonelle Veränderungen oder Stress gehören. Aus diesem Grund sind natürliche Schwankungen, eine stärkere oder schwächere Regelblutung ganz normal und kein Grund zur Sorge. Bemerken Sie jedoch über einen längeren Zeitraum einen veränderten Menstruationszyklus oder haben Sie besonders starke Beschwerden, sollten Sie sich ärztlichen Rat von Ihrem Gynäkologen einholen.

Video: Corona-Impfung – wie beeinflusst sie die Menstruation?

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