Menstruationstasse einführen – so machen Sie es richtig

Menstruationstasse einführen – so machen Sie es richtig

Menstruationstassen sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern können auch mehr Blut als Tampons und Binden aufnehmen. Doch gerade zu Beginn haben viele Frauen Probleme beim Einführen der Menstruationstasse. Wir verraten Ihnen die besten Tipps, damit das Einführen so schmerz- und problemlos wie möglich funktioniert. 

Tampons und Binden waren lange Zeit beliebte Hygieneprodukte, die während der Monatsblutung das Menstruationsblut aufnehmen. In den letzten Jahren ist die Nachfrage von wiederverwendbaren Produkten wie Periodenunterwäsche und Menstruationstassen gestiegen. Letztere versprechen neben dem ökologischen Aspekt viele weitere Vorteile, allerdings ist die Anwendung gerade zu Beginn nicht leicht und bedarf etwas Übung. Wir erklären Ihnen im Folgenden, was für den Gebrauch von Menstruationstassen spricht und wie das Einführen reibungslos funktioniert.

Video: Hoch die (Menstruations-)Tassen!

Gründe für eine Menstruationstasse

Bei der Menstruationstasse, die auch Menstruationscup genannt wird, handelt es sich um ein kleines Gefäß aus Silikon, das ähnlich wie ein Tampon in die Scheide eingeführt wird. Es gibt Menstruationscups in verschiedenen Formen und Größen – abhängig davon, wie stark Ihre Monatsblutung ist, welche Körperbeschaffenheiten vorliegen und ob Sie Kinder geboren haben.

Praktischerweise haben Menstruationstassen ein hohes Fassungsvermögen: Kleinere Tassenmodelle haben eine Kapazität von 25 ml, größere können bis zu 50 ml auffangen. Ein normaler Tampon nimmt vergleichsweise etwa 9-12 ml Blut auf. Ein Menstruationscup kann aufgrund des höheren Fassungsvolumens und aufgrund seines Materials deutlich länger in der Vagina bleiben. Hersteller raten, eine Menstruationstasse nicht länger als etwa 8 Stunden im Körper zu lassen.

Ein entscheidender, weiterer Pluspunkt der Menstruationstasse: Aufgrund des medizinischen Silikons nimmt die Tasse nur wenig Scheidenflüssigkeit auf, was ein Austrocknen der Vagina effektiv verhindert. Eine zu trockene Scheide kann unangenehm jucken und anfälliger für Infektionen sein.

Im Gegensatz zu Binden und Tampons kann eine Menstruationstasse oder -cup beliebig oft verwendet werden und etwa 10 Jahre lang genutzt werden. Somit ist die Menstruationstasse langfristig auf jeden Fall preisgünstiger und nachhaltiger als Tampons und Binden.

Menstruationstasse richtig einführen und entfernen

So positiv die Nutzung der Menstruationstasse auch klingt, einige Schwierigkeiten gibt es. Viele Frauen berichten, dass am Anfang das Einsetzen der Menstruationstasse Probleme bereitet und mitunter sogar Schmerzen verursacht. Wir erklären Ihnen im Detail, wie Sie die Tasse richtig einführen.

Tasse vorher falten

Die Menstruationstasse bekommen Sie im geöffneten Zustand nicht in Ihre Vagina eingeführt. Aus diesem Grund muss sie gefaltet eingesetzt werden. Hierzu gibt es verschiedene Falttechniken:

  • Besonders beliebt und einfach ist die C-Faltung oder auch Herzfaltung. Sie falten dabei die Tasse einfach in der Mitte zusammen. Der Rand der gefalteten Tasse bildet dabei ein C. Jedoch ist die Tasse nicht gerade klein gefaltet, was Probleme beim Einführen bereiten kann.
  • Etwas komplexer, aber dadurch kleiner gefaltet, ist die sogenannte Punchdown- oder Muschelfaltung. Sie geht wie folgt: Sie nehmen die Tasse in die Hand und drücken mit dem Zeigefinger der anderen Hand den Rand des Menstruationscups ein, sodass sich der Umfang der Tasse verkleinert. Damit die Tasse in dieser Form bleibt, fixieren Sie die heruntergedrückten Seiten mit Zeigefinger und Daumen.
  • Und zu guter Letzt können Sie die S-Faltung ausprobieren. Den oberen Rand Ihres Cups drücken Sie mit Daumen und Zeigefinger in einer Linie zusammen. Anschließend drücken Sie Knicke in die gefaltete Tasse, sodass diese eine S-Form annimmt. Dadurch bekommt die Menstruationstasse eine kleine Form, was das Einführen erleichtert.

Tipp: Damit die Tasse noch gleitfähiger ist, können Sie sie einfach mit etwas Wasser befeuchten.

Anschließend führen Sie die Tasse wie einen Tampon in Ihre Vagina ein. Entweder können Sie den Menstruationscup im Sitzen oder im Stehen mit einem angewinkelten Bein einführen. Egal, für welche Position Sie sich entscheiden. Versuchen Sie locker zu bleiben und nicht die Muskeln zu stark anzuspannen. Führen Sie die Tasse ein und schieben Sie sie in Richtung Muttermund. Im Vergleich mit Tampons sitzt die Tasse nicht so tief. Sie sollte sich etwa im mittleren Scheidendrittel und dem Muttermund befinden. Haben Sie die richtige Position gefunden, können Sie sie wenige Millimeter nach unten ziehen, damit sie sich entfaltet.

Menstruationstasse ploppt nicht auf?

Damit eine Menstruationstasse dank des erzeugten Unterdrucks richtig sitzt und Blut aufnehmen kann, muss sie vollständig geöffnet sein. Doch was, wenn die Tasse nicht richtig aufploppt? Gibt es einen Trick, um herauszufinden, ob die Tasse sich geöffnet hat? Den gibt es tatsächlich! Und zwar sollten Sie einmal mit Ihrem Zeigefinger um den Rand Ihrer Tasse kreisen. So können Sie spüren, ob die Tasse offen und glatt an der Scheidenwand anliegt.

Menstruationstasse einführen bereitet Schmerzen

Das Einsetzen des Menstruationscups ist unangenehm? Es gibt verschiedene Erklärungen, warum Sie Schmerzen haben können. Möglicherweise haben Sie die Tasse zu weit eingeführt, sodass sie gegen den Muttermund stößt. Eventuell liegt es aber auch daran, dass Sie ein zu großes oder falsches Modell verwenden. Wenn Sie einen tief sitzenden Muttermund haben, sollten Sie ein hierfür entsprechendes Modell nehmen.

Direkt weiterlesen: Die 5 häufigsten Probleme mit der Menstruationstasse >>

Menstruationstasse reinigen – das sollten Sie wissen

Während Ihrer Periode reicht es, wenn Sie nach dem Entleeren Ihrer Tasse diese erst mit kaltem, dann mit warmem Wasser ausspülen. Nach Ende Ihrer Regelblutung müssen Sie die Menstruationstasse 5-10 Minuten heiß auskochen und können sie anschließend in einem Stoffsäckchen aufbewahren. 

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