26. November 2021
Blutungen in den Wechseljahren: 5 Ursachen

Blutungen in den Wechseljahren: 5 Ursachen

Durch die hormonellen Umstellungen kommt es in den Wechseljahren zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus. Am Ende der fruchtbaren Zeit der Frau sind andersartige Blutungen also nicht ungewöhnlich. Aber welche weiteren Auslöser gibt es? Wir erklären, welche 5 Ursachen hinter Blutungen in den Wechseljahren stecken können.

Vor der Menopause, also der letzten Regelblutung der Frau, stellt sich der Hormonhaushalt um: Der Östrogenspiegel sinkt, was verschiedene körperliche Veränderungen und Beschwerden hervorrufen kann. Bei den meisten Frauen kommt es in den Wechseljahren zu Zyklusstörungen – Blutung können stärker oder schwächer ausfallen als gewöhnlich, ganz aussetzen oder länger anhalten. Ebenso sind Zwischenblutungen möglich. Aber auch abgesehen von den hormonellen Umstellungen können verschiedene Faktoren Blutungen verursachen.

Blutungen in den Wechseljahren: 5 Ursachen

1. Myome

Besonders Dauerblutungen, also langanhaltende Blutungen, können ein Anzeichen für Myome sein. Als Myome werden gutartige Tumore in der Muskelschicht der Gebärmutter. Das Risiko für die Wucherungen ist besonders zwischen dem 35. und 53. Lebensjahr erhöht, weshalb sie während der Wechseljahre keine Seltenheit sind. Da sie sich hormonabhängig bilden, treten sie nach der Menopause nicht mehr auf. Obwohl die Myome selbst ungefährlich sind, können sie neben Blutungen weitere unangenehme Symptome wie Becken-, Rücken und Unterleibschmerzen, Verstopfungen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auslösen.

2. Stress

Egal, ob privater oder beruflicher Stress – Sorgen, Anspannung und Überlastung sind Gift für unseren Körper und können verschiedene Beschwerden verursachen. Beispielsweise kann es durch Stress zu Magen-Darm-Problemen, Magengeschwüren oder Schlafstörungen kommen. Und auch unser Zyklus kann durch ihn beeinflusst werden: So können beispielsweise Zwischenblutungen hervorgerufen werden. Auch, wenn nach den Wechseljahren Blutungen auftreten, werden diese häufig durch Stress hervorgerufen.

3. Zysten

Ebenso können Eierstockzysten der Grund für veränderte Blutungen sein – unabhängig davon, ob sich eine Frau in den Wechseljahren befindet oder nicht. Meist bleiben die Zysten zwar unentdeckt, in manchen Fällen können sie sich jedoch durch Unterbauchschmerzen äußern. Eierstockzysten können zudem mit einer verstärkten Regelblutung oder Schmierblutungen einhergehen. Da sie oft durch hormonelle Umstellungen hervorgerufen werden, entstehen sie in vielen Fällen in der Pubertät oder in den Wechseljahren. 

4. Polypen

Bei Gebärmutterpolypen handelt es sich um gutartige Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut, die bei Frauen jeden Alters auftreten können – bei Frauen in den Wechseljahren treten sie jedoch vermehrt auf. Kleine Polypen verursachen häufig keine Beschwerden, mit zunehmender Größe können jedoch Schmierblutungen und weitere Beschwerden auftreten. Die Polypen selber sind ungefährlich, werden in der Regel jedoch entfernt, damit eine Verwechslung mit einem ähnlich aussehenden bösartigen Tumor ausgeschlossen werden kann.

5. Tumorerkrankungen

In seltenen Fällen können Blutungen auch auf Tumorerkrankungen hinweisen. Gebärmutterkrebs tritt beispielsweise zu 66 bis 85 Prozent bei Frauen in den Wechseljahren auf. Die Erkrankung tritt ungefähr doppelt so oft auf wie Gebärmutterhalskrebs. Beide Krankheiten können sich durch Anzeichen wie langanhaltende Monatsblutungen, unangenehm riechender Ausfluss, Schmerzen im Unterbauch sowie ungewöhnliche Blutungen, die außerhalb der Periode, nach dem Geschlechtsverkehr oder nach den Wechseljahren auftreten. 

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Blutungen in den Wechseljahren: Wann zum Arzt?

Fast alle Frauen sind in den Wechseljahren von Zyklusstörungen betroffen, die in vielen Fällen kein Grund zur Sorge sind. So kann es vereinzelt zu stärkeren oder schwächeren, kürzeren oder längeren Blutungen kommen. Einzelne Blutungen können ausfallen, auch Schmierblutungen sind nicht unüblich. Gerade zu Beginn der Wechseljahre, wenn die zyklusbestimmenden Hormone Progesteron und Östrogen aus ihrem bisherigen Gleichgewicht gebracht werden, haben Frauen fast immer unregelmäßige Blutungen.

Wenn die Blutungen jedoch ungewöhnlich oft auftreten, sehr lange anhalten oder mit weiteren Symptomen wie Schmerzen einhergehen, sollten Sie Ihren Gynäkologen oder Ihre Gynäkologin aufsuchen. Besonders wenn die Blutungen nach der Menopause auftreten, können ernste Erkrankungen die Ursache sein.

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