Pille absetzen - und dann? Post-Pill-Amenorrhoe: Wenn die Menstruation ausbleibt

Setzt die Periode spätestens drei Monate nach dem Absetzen eines hormonellen Verhütungsmittels nicht ein, spricht man von einer Post-Pill-Amenorrhoe. Was das ist und wie Sie Ihren Körper wieder ins Gleichgewicht bringen, erfahren Sie hier!

Frau_Entspannung

Wenn die Periode auch nach mehr als drei Monaten nach dem Absetzen der Pille oder eines anderen hormonellen Verhütungsmittels nicht eintritt, spricht man von der Post-Pill-Amenorrhoe. Diese fällt in die Kategorie der sekundären Amenorrhoe, wogegen die primäre Amenorrhoe das Ausbleiben der Menstruation bis zum 16. Lebensjahr beschreibt. 

Warum bleibt die Menstruation aus?

Die einfachste Erklärung für das Ausbleiben der Menstruation ist eine Schwangerschaft. Kann diese aber sicher ausgeschlossen werden, gibt es noch zahlreiche Gründe, weshalb die Periode auf sich warten lässt.

  • Psychische Belastungen
    einer der häufigsten Auslöser ist Stress. Seelische Spannungen, Krisen, Ängste und Druck können dazu führen, dass die Periode ausbleibt, da Stress auf den Hypothalamus wirkt.
  • Leistungssport:
    Exzessives und stark forderndes Training kombiniert mit wenig Kalorien bringt das Hormonsystem ebenfalls aus dem Gleichgewicht.
  • Gewichtsverlust:
    Eine starke Gewichtsabnahme, wie sie bei Magersucht (Anorexia nervosa) oder Bulimie auftritt, kann den Zyklus stören.
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom:
    Hierbei ist die Hormonbildung in den Eierstöcken und in anderem hormonbildendem Gewebe gestört und es bilden sich häufig an den Eierstöcken schmerzhafte Blasen. Frauen mit PCOS haben häufig keinen Zyklus und starke Schwierigkeiten Schwanger zu werden.
  • Schilddrüsenerkrankungen:
    Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion können das Ausbleiben der Menstruation begünstigen.

Wichtig ist, dass Symptom mit einem Arzt abzuklären, da das Ausbleiben der Periode immer ein Zeichen ist, dass mit dem Körper etwas nicht stimmt.

Behandlung der Post-Pill-Amenorrhoe

Das Hormonsystem einer Frau sollte immer im Lot sein, da es Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem, die Knochen, Haut, Schleimhäute und Sexualorgane hat. Tritt die Periode nach mehr als drei Monaten nicht auf, sollte der Frauenarzt aufgesucht werden. Dieser kann anhand der Anamnese und Blutuntersuchung eine Amenorrhoe feststellen. Bleibt diese über einen längeren Zeitraum bestehen, werden die Hormone der Schilddrüse, des Hypothalamus, der Hypophyse und Nebennieren untersucht. Dies übernimmt häufig ein Endokrinologe, der auf Hormone spezailisiert ist. 
Wichtig: Treten zu der Amenorrhoe starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen auf und der Geruchssinn setzt aus, sollten Sie schnellstmöglich zum Arzt.

Was kann ich selbst tun?

Um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist eine kleine Selbstinventur nötig. Hinterfragen Sie Ihre Ernährung, sowie Ihr Verhältnis zu Sport, Stress und Partnerschaft. Gegen eine Post-Pill-Amenorrhoe hilft eine Ernährungsumstellung mit gesunden Fetten, Proteinen, Kohlenhydraten und ausreichend Kalorien. Wichtig ist, dass Sie alle Nährstoffe abdecken.
Haben Sie vorher viel Sport getrieben, schrauben Sie jetzt die Intensität ein wenig herunter, da zu exessiver Sport das Cortisol-Level in die Höhe treibt, welches sich dauerhaft negativ auf den Zyklus auswirkt. Um sich einen Ausgleich vom Alltag zu schaffen, können Sie auch Tagebuch schreiben, bloggen oder Yoga machen. Kommen Sie zur Ruhe und entspannen, wirkt sich das positiv auf den Hormonhaushalt aus. 
Alternativ können Sie auch die Traditionelle Chinesische Medizin oder Akupunktur in Betracht ziehen.

Autor: Christina Liersch