Hormonungleichgewicht Anzeichen für Testosteronmangel bei Frauen

Wenn es um Hormone bei Frauen geht, wird häufig von Östrogen und Progesteron gesprochen. Das männliche Hormon Testosteron kommt jedoch auch in geringen Mengen vor und ist an zahlreichen Aufgaben im Körper beteiligt. Woran Sie einen Testosteronmangel erkennen, lesen Sie hier.

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Während hauptsächlich Östrogene den weiblichen Hormonhaushalt dominieren, wird dem männlichen Gegenpart Testosteron wenig, teilweise sogar zu wenig, Aufmerksamkeit geschenkt. Ein Testosteronmangel bei Frauen wird in vielen Fällen gar nicht erst erkannt. Wir erklären, woran Sie einen Mangel erkennen.

Wozu braucht der weibliche Körper Testosteron?

Während bei Männern Testosteron in den Hoden gebildet wird und für die Ausprägung der männlichen Merkmale, z. B. Geschlecht oder Statur, zuständig ist, übernimmt das bei Frauen das Östrogen. Dieses wird in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde produziert und wird aus Testosteron gebildet. Ein gewisser Teil Testosteron wird demnach nicht umgewandelt. Dieses ist zuständig für das Muskelwachstum, die Knochenbildung, einen gesunden Sexualtrieb, sowie den Fett- und Zuckerstoffwechsel. Auch wird das Kurzzeitgedächtnis gestärkt und der generelle Gemütszustand verbessert sich. 

Welcher Testosteronwert ist bei Frauen normal?

Frauen haben deutlich weniger Testosteron im Körper als Männer. Ihr Testosteronspiegel sollte zwischen 0,35 µg/l und 0,6 µg/l liegen. Schwankungen des Wertes sind als normal anzusehen, da Alter, Zyklus und Tageszeit den Androgenspiegel beeinflussen. 
 

Anzeichen für einen Testosteronmangel

Bei Frauen können folgende Testosteronmangel-Symptome auftreten:
  • Zunahme des Körperfettanteils
  • Hitzewallungen
  • Erschöpfung
  • Reizbarkeit
  • Depression
  • Verlust der Libido
  • Schlafstörungen
  • Muskelabbau
  • Knochenschwund (Osteoporose)
  • Ausbleibender Orgasmus
  • Bluthochdruck
  • Hautirritationen

Testosteronmangel durch die Pille: Ist das möglich?

Tatsächlich senkt die Pille das freie Testosteron in der Blutbahn, wodurch es zu einem Testosteronmangel kommen kann. Die Konsequenz ist häufig, dass die Libido gedämpft wird. Wird die Pille nun abgesetzt, setzt in den Eierstöcken und im Gehirn die Hormonproduktion wieder ein, wodurch viele Frauen eine Art "Aha-Effekt" erleben, wenn es wieder zu einem regelmäßigen Zyklus kommt. 

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Testosteronmangel behandeln

Für einen gesunden Testosteronhaushalt sind Ernährung, Bewegung und eine gute Schlafqualität die drei obersten Säulen. 
  1. Die richtige Ernährung
    Bei der Ernährung sollten Sie auf eine ausgewogene Mischkost mit viel Obst und Gemüse setzen. Gleichen Sie Mineralstoffmängel aus, essen Sie genügend Ballaststoffe, Proteine und Fette, sowie komplexe Kohlenhydrate. Diese Nährstoffe verhindern übermäßige Blutzuckerschwankungen. 
     
  2. Ausreichend Schlaf
    Zu wenig Schlaf wirkt sich negativ auf den Hormonhaushalt aus. Die Regeneration, Reparatur und das Wachstum von Muskeln und Gewebe bleiben aus. Schlafen Sie jedoch sieben bis acht Stunden fördert das die Normalisierung des Hormonspiegels. 
     
  3. Hormone durch Sport regulieren
    Eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining ist optimal, um den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Auch High Intensity Training hebt den Hormonspiegel an. Allerdings sollten sie zu lange Belastungen vermeiden und regelmäßig Pausetage einlegen. Zu viel Sport wirkt sich nämlich negativ auf die Fruchtbarkeit aus.
     
  4. Stress reduzieren
    Ein ebenfalls wichtiger Faktor ist Stress. Dieser erhöht den Cortisolspiegel und verändert die Sexualhormone. Räumen Sie sich daher täglich etwas Zeit für sich selbst ein, z. B. durch Meditation, Yoga, Spazierengehen, ein neues Hobby oder ein kurzer Powernap. 
Besteht jedoch weiterhin das Gefühl, dass ein Testosteronmangel besteht, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen.
 
Datum: 07.07.2020

Autor: Christina Liersch