8 Anzeichen einer Gebärmuttersenkung

Anzeichen, Ursachen und Behandlung einer Gebärmuttersenkung

Muskeln und Bindegewebe halten die Gebärmutter an ihren vorgesehenen Platz. Sind die Beckenbodenmuskulatur oder das Bindegewebe geschwächt, kann ein Absinken der Gebärmutter drohen. Lesen Sie hier, wie sich eine solche Gebärmuttersenkung äußert, welche Ursachen dahinter stecken und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen. 

Die Gebärmutter ist ein Wunderwerk der Natur. Das Hohlorgan bietet Raum, in dem sich die befruchtete Eizelle zu einem Kind entwickelt. Die Gebärmutter befindet sich im kleinen Becken zwischen Blase und Enddarm. Durch verschiedene Bindegewebsstrukturen und der Beckenbodenmuskulatur wird die Gebärmutter gehalten und bleibt an Ort und Stelle.

Was ist eine Gebärmuttersenkung?

Verlieren diese Strukturen an Stabilität, kann der gesamte Beckenboden betroffen sein und zu einer Senkung der Gebärmutter oder Scheide führen.  Auch andere Organe können betroffen sein wie Teile des Beckenbodens, die Scheide oder auch die Harnblase. Sinken die Organe so stark ab, kann die Scheide aus ihrer Öffnung stülpen oder die Gebärmutter aus der Scheide austreten. Medizinisch handelt es sich um einen Scheiden- oder Gebärmuttervorfall (Genitalprolaps).

Eine Gebärmutter tritt häufiger auf als angenommen. Laut Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit kann etwa die Hälfte aller Frauen einen geschwächten Beckenboden bekommen. Rund 3 Prozent aller Frauen haben eine Organsenkung, die zu Beschwerden führt.

Anzeichen einer Gebärmuttersenkung

Eine leichte Senkung verursacht meistens keine großen Beschwerden. Sinken die Gebärmutter oder andere Organe weiter ab, kann es demzufolge zu diesen Symptomen kommen:

  • Betroffene haben das Gefühl, dass der Uterus nach unten drückt
  • Fremdkörpergefühl insbesondere im Stehen oder in Bewegung
  • Probleme mit der Blase, die sich durch Blasenschwäche, häufigen Harndrang, Harnwegsinfekte oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Verstopfungen oder unvollständige Darmentleerung
  • Rückenschmerzen
  • Blutungen der Scheide
  • Druckgeschwüre

Eine Gebärmuttersenkung wird in unterschiedliche Grade unterteilt – abhängig davon, wie tief die Organe abgesunken sind:
Grad 1: Organe sinken nur leicht ab.
Grad 2: Organe sind bis zum Scheidenausgang gesunken.
Grad 3: Scheide und Gebärmutter treten bis zu 1 cm aus der Scheidenöffnung.
Grad 4: Scheide und Gebärmutter treten weiter als 1 cm aus der Scheide aus.

Ursachen einer Gebärmuttersenkung

Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Gebärmuttersenkung hervorrufen. Häufige Gründe sind:

  • Geburt: Durch das monatelang Gewicht des Kindes auf die Beckenbodenmuskulatur sowie die Belastung bei der Geburt können als Folge eine Gebärmuttersenkung mit sich ziehen.
  • Starkes Übergewicht: Überschüssige Kilos belasten den Beckenboden und können daher ebenfalls eine Gebärmuttersenkung begünstigen.
  • Alter: Aufgrund schwächer werdenden Muskeln nimmt die Gebärmuttersenkung im Alter zu. Infolge von Hormonveränderungen in den Wechseljahren kann das Risiko einer Gebärmuttersenkung zunehmen.
  • Allgemeine Bindegewebsschwäche: Aufgrund dessen hat der Beckenboden weniger Stabilität und kann nach unten rutschen. 
  • Erhöhter Druck im Bauchraum: Zum Beispiel ausgelöst durch chronische Verstopfungen oder einer chronischen Bronchitis. 

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Behandlung einer Gebärmuttersenkung

Die Behandlung der Gebärmuttersenkung hängt davon ab, wie ausgeprägt die Beschwerden sind. Auch das Alter, welche Organe betroffen sind, ob weitere Erkrankungen vorliegen, sind ebenfalls entscheidend. Eine der ersten Behandlungsmaßnahmen, die bei einer Gebärmuttersenkung getroffen wird, ist regelmäßiges Beckenbodentraining, um die Muskeln zu stärken.

Auch eine Silikonstütze (Pessare) oder eine Operation können infrage kommen: Ein Pessar, das ring-, würfel- oder schalenförmig sein kann und aus Silikon oder Kunststoff sein kann, stützt Gebärmutter oder Scheide. Das Pessar wird von Ihrem Gynäkologen oder Ihrer Gynäkologin eingesetzt und sollte spätestens alle acht Wochen ausgetauscht werden.

Helfen Beckenbodentraining und Pessare nicht weiter oder ist die Senkung bereits sehr fortgeschritten, kann eine Operation in Betracht gezogen werden, bei der die Organe im Becken angehoben und stabilisiert werden.

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