28. Juli 2021
Fieber nach Corona-Impfung: Was ist zu tun?

Fieber nach Corona-Impfung: Was ist zu tun?

Nach der Corona-Impfung kann es zu grippeähnlichen Impfreaktionen kommen, zu denen auch Fieber als Symptom zählt. Welche Anzeichen auf eine Fiebererkrankung hinweisen und wie Sie das Fieber behandeln, erfahren Sie hier.

Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung

Nach der Corona-Impfung kann es kurzzeitig Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber geben. „Diese Reaktionen treten meist innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung auf und halten selten länger als einen bis zwei Tage an“, so das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland die Sicherheit von Impfstoffen und Arzneimitteln überwacht. Die grippeähnlichen Symptome gelten als unproblematisch und zeigen, dass Ihr Körper sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt und Ihr Immunsystem gefordert wird.

Fieber nach Corona-Impfung: Was tun?

Nach der Corona-Impfung sollten Sie sich und Ihrem Körper daher etwas Ruhe gönnen, erst recht wenn Sie Fieber bekommen. Als Fieber gilt eine Körpertemperatur ab 38,2 °C. Doch bevor Ihre Temperatur steigt, gibt es einige weitere Anzeichen. Zu Beginn fühlen sich die meisten Menschen abgeschlagen und müde. Diese Beschwerden treten meistens am Abend der Impfung auf. Hinzu können Kopf-, Gelenk- oder Gliederschmerzen kommen. Ein weiterer Vorbote ist Schüttelfrost, bei dem man stark friert und am ganzen Körper zittert. Typischerweise folgt nach dem Schüttelfrost ein rascher Fieberanstieg.

So senken Sie Fieber mit Hausmitteln

  • Da Ihnen warm ist und sie reichlich schwitzen, ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken und den Körper mit Flüssigkeit versorgen.
  • Warme Tees wie Kamille, Ingwer oder Salbei sind schweißtreibend und helfen, das Fieber rasch wieder loszuwerden.
  • Auch kühlende Wadenwickel sind wohltuend und senken die Temperatur.
  • Waschungen sind ebenfalls ein altbewährter Tipp bei Fieber. Tauchen Sie einen Waschlappen in warmes Wasser, drücken diesen gut aus und reiben damit abschließend den Körper in kreisförmigen Bewegungen ab. Arbeiten Sie sich von außen nach innen und von unten nach oben. Wickeln Sie sich danach in ein trockenes Handtuch. Die dabei entstehende Verdunstungskälte kann zusätzlich helfen, das Fieber zu senken.
  • Tragen Sie leichte Kleidung und sorgen für Sie eine kühle Raumtemperatur. Zu viele Schichten am Körper können dazu führen, dass die Körpertemperatur noch weiter steigt, da sie nicht entweichen kann. Wenn Ihnen kalt ist, decken Sie sich mit einer Decke zu.
  • Da das Fieber Ihren Körper schlaucht, sollten Sie sich ausruhen – ganz getreu dem Motto „Schlaf ist die beste Medizin“.

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Fieber nach Corona-Impfung: Schmerzmittel nicht zu früh nehmen

In den offiziellen Aufklärungsblättern des RKIs zu den Schutzimpfungen gegen Covid-19 heißt es, dass schmerzlindernde bzw. fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin eingenommen werden können. Einige Experten raten allerdings, mit der Einnahme nach der Corona-Impfung etwas zu warten. Es besteht der Verdacht, dass eine rasche Einnahme nach der Impfung Einfluss auf die Antikörperbildung hat und diese beeinträchtigen kann. Thomas Herdegen, stellvertretender Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Universität Kiel rät im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt, frühestens nach sechs Stunden Schmerzmittel zu nehmen, „wenn die primären Prozesse der Immunisierung abgelaufen sind.“

Es ist ebenfalls nicht ratsam, Schmerzmittel prophylaktisch vor der Impfung einzunehmen, um die Impfreaktionen zu schmälern. In den Schmerzmitteln sind Hemmstoffe enthalten, die den Impfschutz und die Antikörperbildung beeinflussen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Sie grundsätzlich nie vor einer Impfung Schmerzmittel einnehmen.

Wann zum Arzt? Sollte das Fieber länger als zwei bis drei Tage anhalten oder über 40 °C betragen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Impfreaktion: Jeder reagiert anders

Der Impfstoff, das Alter und das Geschlecht haben Einfluss, ob und wie wir auf die Corona-Impfung reagieren. Jüngere Menschen haben meist ausgeprägtere Impfreaktionen als ältere. Ebenso haben meist Frauen eine stärkere Immunantwort. Bei der Erstimpfung mit Vektorimpfstoffen (AstraZeneca und Johnson & Johnson) fallen die Reaktionen stärker aus – bei den mRNA-Impfstoffen (Biontech und Moderna) ist es andersherum. Ob Sie spürbare Impfreaktionen haben und wie stark diese ausfallen, hat jedoch keine Auswirkungen auf Ihren Impfschutz.

Video: Fieber-Fragen – die wichtigsten Fakten im Überblick!

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