Feigwarzen behandeln: So werden Sie die Geschlechtskrankheit los

Feigwarzen behandeln: So werden Sie die Geschlechtskrankheit los

Geschlechtskrankheiten sind immer noch ein Tabu-Thema. Doch besonders, wenn Themen tabuisiert sind, herrschen oft Unwissen, Falschannahmen und Vorurteile über sie. So auch mit Feigwarzen. Wir klären darüber auf, wie ansteckend die gutartigen Hautwucherungen sind, wie sie entstehen, wie sie übertragen werden und wie sich Feigwarzen behandeln lassen.

Was sind eigentlich Feigwarzen?

Geschlechtskrankheiten gehen immer noch mit Stigmatisierung und gesellschaftlicher Vorverurteilung der Betroffenen einher. Es hält sich immer noch die verzerrte Annahme, dass Menschen, die an sexuell übertragbaren Krankheiten leiden, unachtsam leben und zu freizügig lieben würden. Dabei sind von Geschlechtskrankheiten viel mehr Menschen betroffen als gemeinhin angenommen. Tatsächlich stiegen die Zahlen der Betroffenen von Syphilis in den letzten Jahren leicht – von 2016 zu 2017 etwa um vier Prozent. Doch während für anonym meldepflichtige Krankheiten wie HIV/Aids oder Syphilis konkrete Daten erhoben werden können, ist die Datenlage für andere Geschlechtskrankheiten wie Feigwarzen undurchsichtiger.

Feigwarzen zählen nach Chlamydien zu den weltweit häufigsten Geschlechtskrankheiten. Feigwarzen sind auch als Genitalwarzen bekannt und werden durch Typen des Humanen Papillomvirus (HPV) ausgelöst. Die Viren werden bei ungeschütztem Sex von einem Sexualpartner auf den anderen übertragen. Sind die Viren durch mikroskopische Verletzungen in die genitalen Schleimhäute eingedrungen, können sich nach ein bis zwei Monaten stiefförmige Hautwucherungen an den primären Geschlechtsteilen bilden. Diese gutartigen Wucherungen werden dann als Feigwarzen oder Genitalwarzen bezeichnet. Für gewöhnlich entstehen die Stielwarzen an der Penisvorhaut oder den Schamlippen der Vulva.

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Feigwarzen: Symptome der Erkrankung

Das offensichtlichste Symptom der Erkrankung ist die Entstehung kleiner, spitzer Hautwucherungen – der Feigwarzen. Sie können einzeln und stielförmig auftreten oder sich flächig ausbreiten und eine furchige, blumenkohlartige Struktur zeigen. Die spitzen Warzen entstehen zumeist auf den genitalen Schleimhäuten. Besonders häufig treten sie an den äußeren Vulvalippen auf, am Damm, dem Anus und der Penisvorhaut. Das Vorhautbändchen beim Mann und die Vertiefung hinter dem Eichelkranz sind typische Stellen, an denen sich Genitalwarzen bilden.

Feigwarzen sind gutartige Hautveränderungen. Die Erkrankung verursacht keine Schmerzen, ist für die Betroffenen aber mitunter eine große psychische Belastung, da die spitzen Stielwarzen als ästhetisch störende Geschlechtskrankheit auch von Sexualpartnern leicht erkennbar sind.

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Ursache für Feigwarzen: Was Sie über Humane Papillomviren wissen müssen

Feigwarzen werden immer durch bestimmte Typen humaner Papillomviren ausgelöst. Es gibt viele verschiedene HPV-Typen. Nicht alle Typen lösen Feigwarzen aus. Vor allem der Subtyp 6 und Subtyp 11 der HPV führt zur Entstehung der Genitalwarzen. Diese Subtypen der HPV werden zur Gruppe der Niedrigrisiko-Typen gezählt, da sie nur selten ernsthafte Erkrankungen verursachen.

Zuletzt große Aufmerksamkeit haben HPV erhalten, da festgestellt werden konnte, dass bestimmte Typen humaner Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Und tatsächlich geht Gebärmutterhalskrebs zu fast 100 Prozent auf eine Infektion mit bestimmten HPV-Subtypen zurück. Jahrzehntelanger Forschung ist es zu verdanken, dass es mittlerweile einen Impfstoff gegen die gefährlichsten, potenziell krebserregenden HPV gibt. Mit einer HPV-Impfung im Kindes- und Jugendlichenalter kann effektiv vor der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und auch Feigwarzen geschützt werden.

Die Ansteckung mit feigwarzenverursachenden humanen Papillomviren geschieht über direkten Hautkontakt, wie er etwa bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr passiert. Zwar senken Kondome das Risiko der Ansteckung, sie schützen aber nicht vollständig, da sie nur den erigierten Penis bedecken. Die Viren können aber auch über Oralverkehr, bei der gegenseitigen Masturbation mit den Händen oder durch kontaminierte Sex-Toys übertragen werden. Feigwarzen sind erst dann nicht mehr ansteckend, wenn das eigene Immunsystem alle HP-Viren restlos bekämpft hat. Selbst nachdem die Warzen von selbst oder durch Salben und Cremes abgeheilt sind, können HPV noch für einige Zeit unentdeckt und symptomlos im System schlummern.

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Behandlung: So werden Sie Feigwarzen los

Bemerken Sie Feigwarzen an den Genitalien, suchen Sie schnellstmöglich Ihren Urologen oder Gynäkologen auf. Gemeinsam mit dem Arzt oder Ärztin wird eine individuell auf Ihre Infektion abgestimmte Behandlung festgelegt. In den meisten Fällen können Genitalwarzen mit antiviral wirkenden Salben und Cremes behandelt werden. Je nach Medikament werden die Feigwarzen mehrmals täglich oder mehrmals wöchentlich mit den Salben eingerieben.

Feigwarzen können auch mit speziellen medizinischen Essigsäuren behandelt werden. Der Arzt oder Ärztin tupft die stark ätzende Tinktur auf die entsprechende Stelle. Nach mehrmaliger Anwendung werden die Viren und wuchernden Hautzellen somit abgetötet. Ähnlich funktioniert die Methode der Vereisung, bei der ein Facharzt oder Fachärztin flüssigen Stickstoff lokal auf die Warzen sprüht. Durch die extrem niedrigen Temperaturen sterben die Viren.

Je nach Größe, Anzahl und bedecktem Hautareal kann auch eine operative Behandlung möglich oder nötig sein. Ärzte und Ärztinnen können die Warzen mit speziellem Werkzeug und unter örtlicher Betäubung ausschaben. Auch möglich sind Lasertherapien oder elektronische Verfahren zur Entfernung. Behandlungen mit Laser oder elektrischem Strom eignen sich vor allem zur großflächigen Entfernung der Warzen.

Geschlechtskrankheiten vorbeugen: Was schützt vor Feigwarzen?

Gegen die meisten Formen von humanen Papillomviren, die für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und Feigwarzen verantwortlich sind, schützen Impfungen. Besonders sinnvoll sind diese HPV-Impfungen für Kinder und Jugendliche. Für gewöhnlich werden HP-Viren beim Geschlechtsverkehr übertragen. Erfolgt die Impfung also vor dem Beginn der sexuellen Aktivität, ist die Schutzwirkung effektiver. Die HPV-Impfung kann auch erfolgen, wenn Sie schon sexuell aktiv sind. Sprechen Sie mit Ihrem Urologen oder Gynäkologen!

Geschützter Geschlechtsverkehr kann das Risiko der Ansteckung mit Feigwarzen verringer. Einen kompletten Schutz werden Sie aber auch mit Kondomen nicht erreichen können. Die Viren lassen sich auch über Oralverkehr, kontaminierte Gegenstände oder die Hände übertragen. Lassen Sie sich im Rahmen von Vorsorge-Untersuchungen also regelmäßig auf sexuell übertragbare Krankheiten abchecken. Je früher Infektionen bei Ihnen erkannt werden, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen.

Zwar gibt es einige Hausmittel gegen Warzen, bei Genitalwarzen sollten Sie aber besser sofort auf die fachkundige Hilfe Ihres Arztes oder Ärztin setzen.

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