1. Dezember 2021
Husten mit Schleim: Diese 5 Tipps helfen

Husten mit Schleim: Diese 5 Tipps helfen dagegen

Haben Sie ein ständiges Kratzen im Hals, sind erkältet und produzieren beim Husten reichlich Schleim? In der Erkältungszeit ist das nichts Ungewöhnliches. Wir verraten Ihnen, welche Maßnahmen gegen Husten mit schleimigem Auswurf helfen können.

Wer kennt es nicht: Es fängt mit einem leichten Kratzen im Hals an und binnen weniger Tage liegt man nur noch im Bett, ist heiser wie eh und je, schlürft einen Tee nach dem anderen und hustet sich dickflüssigen Schleim von der Lunge. Schnell stellt sich die Frage: Was hilft dagegen? Wir verraten es Ihnen.

Husten mit Schleim: Mögliche Ursachen

Im Gegensatz zum trockenen oder unproduktiven Husten wird mit dem sogenannten produktiven Husten Schleim aus den Atemwegen abtransportiert. Dieses Symptom ist für verschiedene Erkrankungen typisch und dient unserem Körper dazu, um Krankheitserreger und Keime aus unseren Atemwegen zu entfernen. Doch auch Entzündungen, wie sie bei bestimmten chronischen Erkrankungen oder jahrelangem Rauchen vorkommen, können die Schleimproduktion anregen und einen Hustenreiz auslösen. Die folgenden Ursachen können Husten mit Auswurf zugrunde liegen:

  • Erkältung
  • Akute oder chronische Bronchitis
  • Viraler Infekt
  • Grippe
  • Asthma bronchiale
  • Rauchen
  • Lungenentzündung
  • COPD

Tipp: Tritt bei Ihnen regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum Husten mit Auswurf auf, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren, um ernste Ursachen auszuschließen oder eine schnelle Behandlung einzuleiten.

5 Tipps gegen Husten mit Schleim

1. Schleimlösende Medikamente

Schleimlösende Medikamente – auch Expektoranzien genannt – sind Arzneimittel, die den Schleim verdünnen und so den Abtransport aus den Atemwegen erleichtern. Im Gegensatz zu hustenstillenden Medikamenten – sogenannten Antitussiva – unterdrücken sie den Husten nicht, sondern lösen lediglich hartnäckigen und dickflüssigen Schleim in den Atemwegen. Die zum Teil sehr starken und mit Abhängigkeitsgefahr verbundenen hustenstillenden Antitussiva (z.B. Codein) empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) nur bei Keuchhusten oder quälendem Reizhusten. Bei Bronchitis und milderem Husten ohne großen Leidensdruck rät die DGP ausdrücklich dazu, lediglich schleimlösende Medikamente einzusetzen oder auf pflanzliche Präparate zurückzugreifen.

2. Pflanzliche Präparate

Während pflanzliche Mittel bei einigen Erkrankungen eines evidenzbasierten Wirksamkeitsnachweises schuldig bleiben, sind sogenannte Phytotherapeutika bei akuten Hustenerkrankungen nachgewiesenermaßen effektiv, um sowohl die Intensität als auch die Dauer des Hustens zu verringern. So attestiert etwa die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in ihrer Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten pflanzlichen Kombinationspräparaten aus Efeu und Thymian bzw. Primelwurzel und Thymian eine hohe Effektivität, vor allem bei akuter Bronchitis. Ebenso wirksam sind Phytopharmaka mit Eukalyptus wie Myrtol oder Cineol (z.B. GeloMyrtol forte oder Soledum forte), welche Studien zufolge ähnlich effektiv wie medikamentöse Schleimlöser ist und das Abhusten erleichtert. Die Wirksamkeit ist jedoch nur für die jeweiligen Präparate erwiesen – nicht für die einzelnen Pflanzen selbst.

Video: Husten und Heiserkeit – diese 5 Tipps sollten Sie kennen

3. Hausmittel

Die wissenschaftlichen Wirkungsnachweise für altbewährte Hausmittel zur Linderung von Husten sind nicht so eindeutig wie jene für die oben genannten Phytotherapeutika. So gibt es keine zweifelsfrei belegte Auswirkung von traditionellen Hausmitteln wie Hühnersuppe oder Erkältungstees auf die Stärke oder Dauer von Husten mit Auswurf. Allerdings gibt es vielversprechende Studien, die nahelegen, dass beispielsweise Honig oder das Inhalieren mit Salzwasser einen mildernden Effekt auf Infekte der oberen Atemwege und Symptome wie Husten haben. Da solche Hausmittel aber keinerlei Schaden anrichten und uns wie beispielsweise im Falle der Hühnersuppe mit Flüssigkeit, Elektrolyten und anderen Nährstoffen versorgen, spricht nichts gegen ihre Einnahme. Zudem kann das subjektive Empfinden durch wohltuende Hausmittel verbessert werden, was den Krankheitsverlauf angenehmer gestaltet.

4. Husten-Trigger meiden

Neben Medikamenten, pflanzlichen Präparaten und klassischen Hausmitteln, die Sie aktiv gegen Husten und Schleim im Hals einsetzen können, stellt auch die Vermeidung von Hustenauslösern eine effektive Maßnahme dar. Dies begünstigt einerseits den Heilungsprozess bei bereits auftretendem Husten und verringert andererseits das Risiko, dass es überhaupt erst zu Beschwerden kommt. So führt beispielsweise Rauchen zur Zerstörung der Flimmerhärchen (Zilien) auf der Bronchialschleimhaut, wodurch die dortigen Reinigungsprozesse erlahmen. Um der Verschmutzung entgegenzuwirken, wird mehr und mehr Sekret produziert, welches Raucher:innen vor allem morgens in der Form von braunem Schleim abhusten. Doch auch trockene oder verschmutzte Luft können die Atemwege reizen, ebenso wie ein Flüssigkeitsmangel oder sogar bestimmte Medikamente. So lösen beispielsweise blutdrucksenkende ACE-Hemmer laut der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) bei 5 bis 10 Prozent der Patient:innen einen chronischen Husten aus, da sie den Abbau einiger Stoffe in der Bronchialschleimhaut blockieren.

5. Den Schleim richtig abhusten

Tatsächlich gibt es bestimmte Hustentechniken, mit deren Hilfe Sie den Schleim optimal abhusten können. Falls Sie unter einer chronischen Atemwegserkrankung leiden, könnte sich der Besuch einer Praxis für Atemphysiotherapie für Sie lohnen. Alternativ können Sie mit der folgenden Hustentechnik zähen Schleim leichter abhusten:

  • Begeben Sie sich in den sogenannten Kutschersitz: Dabei sitzen Sie auf der vorderen Kante eines Stuhls, Sofas oder Bettes und positionieren Ihre Füße weit auseinander. Beugen Sie nun den Oberkörper nach vorne und stützen Sie sich mit den Ellbogen auf Ihren Oberschenkeln ab.
  • Versuchen Sie sich zu entspannen und husten Sie erst, sobald Sie spüren, dass der Schleim sich in Ihren Atemwegen nach oben arbeitet.
  • Husten Sie kurz und kraftvoll in Ihre Faust, um einen Gegendruck in den Atemwegen zu erzeugen. Die Backen sollten sich dabei kurz aufblähen.
  • Atmen Sie zwischendrin tief durch die Nase ein und mit gespitzten Lippen und ein wenig Druck wieder aus.
  • Alternativ können Sie das Ganze auch im Stehen durchführen, indem Sie Ihren Oberkörper vorbeugen und sich mit Ihren Händen auf Ihren Oberschenkeln abstützen.

Video: Hygiene-Tipps – richtig husten, niesen und Hände waschen

Quellen: pneumologie.de, awmf.org, degam.de, pharmazeutische-zeitung.de

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