2. September 2021
Grippe: Diese Spätfolgen drohen bei Influenza

Diese Spätfolgen drohen nach einer Grippe

Die Grippe wird häufig mit einer stärkeren Erkältung gleichgesetzt oder verwechselt. Dabei ist die Influenza deutlich gefährlicher und kann sogar diese Spätfolgen nach sich ziehen.

Im Gegensatz zur einfachen Erkältung verläuft die Grippe meist deutlich schwerer und plötzlicher. Innerhalb weniger Stunden können sich hohes Fieber, trockener Husten, starke Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit tagelanger Bettlägerigkeit manifestieren. Außerdem wird die Grippe ausschließlich durch Influenza-Viren ausgelöst und dauert in der Regel fünf bis sieben Tage lang an. Doch auch über den eigentlichen Krankheitszeitraum hinaus können Beschwerden bestehen und ernsthafte Folgen auftreten.
Wichtig: Eine mögliche Grippe sollten Sie immer ernst nehmen. Spätestens ab einer Körpertemperatur von 39° C sollten Sie Ihren Hausarzt kontaktieren, da ein weiterer Anstieg der Temperatur äußerst gefährlich ist – ab 41° C droht sogar Lebensgefahr.

Grippe: Diese Spätfolgen drohen

Nach überstandener Grippe-Infektion kann der Körper noch tage- oder wochenlang deutlich geschwächt sein. In diesem Zeitraum droht auch das größte Risiko für Langzeitfolgen, da Erkrankte sich wieder einigermaßen fit fühlen und ihren Körper wieder Alltagsstress sowie sportlichen Belastungen aussetzen. Eine verschleppte Grippe kann dabei zu ernsthaften Erkrankungen führen:

  1. Herzmuskelentzündung
    In Sportvereinen warnen Trainer:innen regelmäßig davor, mit einer Erkältung oder gar Grippe Sport zu treiben. Und der Warnhinweis hat seine absolute Berechtigung: Denn, wer eine Grippe verschleppt und sich trotzdem körperlich belastet, riskiert eine Schädigung des Herzens. Neben Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung kann eine sogenannte Myokarditis oder Herzmuskelentzündung auftreten, wenn der Infekt auf das Herz übergeht. Daher gilt striktes Sportverbot bei vorhandenen Symptomen und auch in den Tagen nach einer überstandenen Grippe.
  2. Hirnschäden
    Dass im akuten Stadium der Grippe die Denkleistung eingeschränkt ist und man sich wie benebelt fühlt, weiß jede Person, die schonmal eine heftige Infektion erlebt hat. Dass eine überstandene Grippe jedoch auch längerfristige Spuren im Gehirn hinterlassen könnte, haben Forschende der Technischen Universität Braunschweig anhand von Mäusen gezeigt. Noch 30 Tage nach überstandener Infektion litten die Nager unter deutlichen Einschränkungen bei Lern- und Gedächtnisaufgaben sowie strukturellen Veränderungen an Neuronen des Gehirns. Ergebnisse aus dem Tierversuch lassen sich natürlich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen, geben einem jedoch zu denken. Die TU-Forscherin Dr. Kristin Michaelsen-Preusse sagt: „Auf die Lebenserwartung eines Menschen hochgerechnet, würde der Erholungsprozess einige Jahre dauern“.
  3. Lungenentzündungen und Herzinfarkte
    Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) „haben ältere Erwachsene ein erhöhtes Risiko für Komplikationen und Folgeerkrankungen wie Lungenentzündungen oder Herzinfarkte, die sogar tödlich verlaufen können. Die meisten Todesfälle durch Grippe-Erkrankungen betreffen diese Altersgruppe“. Besonders ältere Menschen, aber auch Vorerkrankte, die unter Diabetes oder chronischen Lungenerkrankungen leiden, haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe der Grippe. Die potentiell tödlichen Folgen stellen daher für diese Risikogruppen eine echte Gefahr dar und sollten auch von gesünderen, jungen Menschen ernst genommen werden.

Wissenschaftler:innen warnen vor schlimmer Grippewelle im Winter 2021

Impfung bietet Schutz vor schwerem Verlauf

Zwar bietet die Grippeschutzimpfung – ähnlich wie die Corona-Impfung – keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Erkrankung, jedoch verringert sie das Risiko für einen schweren Verlauf erheblich. Die Impfung sollte optimalerweise im Oktober oder November stattfinden und jedes Jahr aufgefrischt werden, vor allem für gefährdete Risikogruppen: Über-60-Jährige, Schwangere, chronisch Kranke sowie Personen, die Risikogruppen gefährden könnten. Experten warnen bereits jetzt vor einer Grippewelle im kommenden Herbst und Winter.

Quellen: impfen-info.de, bundesgesundheitsministerium.de

Lade weitere Inhalte ...