23. Dezember 2017
Darmpilz

Darmpilz: Symptome, Ursachen und Behandlung

Pilzerkrankungen wie Darmpilz machen sich nicht immer bemerkbar. Juckende Ausschläge am Darmausgang oder Atemnot sind nur einige unangenehme Beschwerden - und die könnt ihr mit der richtigen Therapie lindern. Was ihr noch über die Pilzinfektion wissen solltet, erfahrt ihr hier!

Frau liegt mit verschränkten Armen auf dem Boden.
© KatarzynaBialasiewicz/iStock
Frau liegt mit verschränkten Armen auf dem Boden.

Was ist ein Darmpilz?

Der Darmpilz gehört zur Gattung der Candida albicans (Hefepilze) und ist ein natürlicher Bestandteil der Darmflora. In geringen Mengen befindet sich der Pilz bereits in unserem Darm. Den meisten Menschen fallen die Darmbewohner aber erst auf, wenn es zu einer starken Vermehrung der Darmpilze und infolgedessen zu unangenehmen Beschwerden kommt.

Ob Scheidenpilz, Fußpilz oder Darmpilz - Pilzerkrankungen weisen bei Betroffenen die unterschiedlichsten Symptome auf.

Die Hefepilze sind für die Verarbeitung unserer Nahrung zuständig. Sie bauen die Kohlenhydrate in unserem Essen zu Fuselalkoholen (Begleitalkoholen) und Kohlendioxid ab, wodurch es zu Völlegefühl, einem Blähbauch und Schmerzen im Darmbereich kommen kann. Dauert der Abbau etwas länger, kann er zusätzlich die Leber schädigen.

Ursachen: Wie kommen Darmpilze in den Körper?

Über die Atemluft oder durch kontaminierte Nahrung gelangen die Pilze in den menschlichen Organismus. Es gibt sowohl nützliche als auch schädliche Bakterien. Die nützlichen Bakterien sind u.a. für die optimale Abwehr von Eindringlingen und zur Verwertung der Nahrung zuständig. Sie sorgen zusätzlich dafür, dass der Cholesterinspiegel nicht zu hoch ist. Die schädlichen Bakterien können Krankheiten verursachen.

Befindet sich im Körper ein Gleichgewicht zwischen den nützlichen und schädlichen Bakterien, reicht das meist schon aus, um die Eindringlinge erfolgreich abzuwehren und so den Körper vor Krankheiten zu schützen.
Bei einem Umgleichgewicht der Darmflora gibt es eine zu geringe Anzahl an guten und eine zu hohe Anzahl an schlechten Bakterien, das Immunsystem wird geschwächt. Eine falsche Ernährung, Stress, zu wenig Bewegung und eine medikamentöse Behandlung sind nur einige mögliche Ursachen für die fehlende Balance zwischen den unterschiedlichen Bakterienarten.

Der Hefepilz Candida albicans aber auch Bakterien und Viren können durch das geschwächte Immunsystem frei in den Körper eindringen und sich leichtt im Darm ausbreiten. Zucker- und weißmehlhaltige Lebensmittel unterstützen die Vermehrung, denn die Übeltäter lieben diese Nahrungsmittel.

Leichter anfällig für Keime, Viren und dem Candida albicans sind Diabetiker, chronisch Kranke wie Rheumatiker oder Krebspatienten oder Personen mit einem geschwächtem Immunsystem, wie beispielsweise ältere Menschen. Die körpereigene Abwehr wird bei Betroffenen vom Darmpilz überwunden und gesunde Zellen werden angegriffen.

Auch Personen, die Antibiotika, die Anti-Babypille oder Kortison einnehmen, sind empfindlicher gegenüber Darmpilzen. Der Grund liegt bei der medikamentösen Behandlung durch die das Immunsystem geschwächt wird. Diese kann zur Störung der Darmflora führen, sodass die nützlichen Bakterien nicht mehr in der Überzahl vorhanden sind und Verdauungsstörungen auftreten.

Frisches Gemüse liegt in einem Korb.
© Mallivan/iStock
Frisches Gemüse liegt in einem Korb.

Symptome der Pilzinfektion

Es gibt viele Symptome, die bei der Diagnose Darmpilz auftreten können, Magen-Darm-Beschwerden sind dabei nur eine von vielen Möglichkeiten. Da diese eher unspezifisch sind, müssen sie nicht unbedingt durch einen Candida-Pilz entstehen, die Beschwerden können auch von anderen Erkrankungen kommen. Diese Symptome sind möglich bei einer Infektion:
  • Erschöpfung
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Atemnot
  • Blutdruckabfall
  • Fieber
  • Depressionen
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Durchfall
  • Verstopfungen
  • Juckender Ausschlag am Darmausgang

Diese Behandlung hilft

Wurdet ihr von eurem Arzt untersucht und diagnostiziert dieser einen Darmpilz, helfen verschiedene Behandlungsmethoden, die gesunde Darmflora wieder aufzubauen. Eine Ernährungsumstellung ist für eure Gesundheit unverzichtbar, achtet hierbei auf die folgenden Maßnahmen:

  • Vermeidet jegliche Art von Zucker in eurer Ernährung und verwendet stattdessen lieber Stevia.
  • Glutenfreie Vollkornprodukte wie Quinoa, Vollkornreis und Buchweizen sollten ab heute ebenfalls auf eurem Ernährungsplan stehen, denn raffinierte Kohlenhydrate wie Weißmehl ernähren den Candida Pilz.
  • Auf hefehaltige Lebensmittel wie Trockenfrüchte, Hefeteig und Pilze solltet ihr besser verzichten, sie fördern das Wachstum der Pilze.
  • Kuhmilchprodukte können die Vermehrung der Pilze genauso stärken, sie sind schwer verdaulich und führen oft zu Unverträglichkeiten. Greift alternativ zu Ziegen- oder Schafsmilch-Produkten.
  • Verzehrt basische Lebensmittel: viel frisches Gemüse, grüne Salate und Säfte und nur geringe Mengen an Fleisch, Fisch, Getreide- und Milchprodukten.

Des Weiteren können Antimykotika eingesetzt werden, um die Menge der Darmpilze in eurem Körper zu reduzieren. Der darin enthaltene Wirkstoff Nystatin wirkt besonders gut gegen die lästigen Darmpilze. Beachtet dabei, dass eine medikamentöse Behandlung gegen den Darmpilz allein nicht ausreicht. Die gestörte Darmflora muss wieder aufgebaut und euer Immunsystem gestärkt werden. Greift deshalb auch auf andere Behandlungsmethoden zurück.

Neben einer mikrobiologischen Therapie, bei der Betroffene zwischen drei und sechs Monate gesundheitsfördernde Darmkeime und einen körpereigenen Impfstoff verabreicht bekommen, um das geschwächte Immunsystem zu stärken, empfiehlt es sich außerdem, die Zahnbürste einmal im Monat zu wechseln. Ein Darmmilieu mit Pilz taucht oft zusammen mit einem Befall im Mund auf. Putzt deshalb auch gründlich eure Zahnspangen und Prothesen.

Treten häufiger Allergien, hohe Leberwerte oder ständig wiederkehrende oder chronische Infekte auf, sollte eine Darmsanierung vollzogen werden.

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