Verdauungsprobleme Hausmittel zum Abführen

Betroffene von Verstopfungen leiden sehr unter dem unregelmäßigen Stuhlgang. Um nicht direkt auf abführende Medikamente zurückgreifen zu müssen, haben wir für Sie einige Hausmittel zusammengestellt, die Ihre Verdauung natürlich anregen.

Getrocknete-Apfel-Chips

In Deutschland leiden sehr viele Menschen unter Verstopfung. Obstipation, wie die Erkrankung auch genannt wird, ist also kein unbekanntes Thema. Fast jeder kommt einmal in seinem Leben mit diesem Darmproblem in Berührung. Sei es im Urlaub durch unbekannte Lebensmittel, während einer Schwangerschaft oder bei stressigen Lebensabschnitten. Verstopfungen können viele Ursachen haben und Abführmittel sollten nur die letzte Lösung sein.

Eine dauerhafte Veränderung der Stuhlgewohnheiten oder ungewohnte Verstopfungen, die nach kurzer Zeit nicht wieder abklingen, sollten von einem Facharzt untersucht werden. Zeigen Sie außerdem Anzeichen wie Stuhl im Blut oder Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Es ist aber nicht notwendig, bei den ersten Anzeichen einer Verstopfung auf Abführmittel aus der Apotheke zurückzugreifen. Es gibt einige Hausmittel und abführende Lebensmittel, die Verstopfungen effektiv vorbeugen und zusätzlich abführend wirken.

Hausmittel bei Verstopfungen – die gesunden Abführmittel

Trockenfrüchte
Ein altbekanntes Hausmittel ist die Dörrpflaume. Sie können sie entweder über Nacht in Wasser einweichen oder die Pflaumen trocken essen, dann aber in Verbindung mit einem Glas Wasser. Genauso eignen sich auch getrocknete Feigen oder Apfelringe. Diese Lebensmittel wirken schnell abführend.
 
Öle
Rizinusöl gibt es entweder in flüssiger Form oder als Kapseln und ist in Apotheken und manchen Reformhäusern zu finden. Es wirkt annähernd so wie ein Abführmittel. Nehmen Sie davon ein bis zwei Esslöffel auf nüchternen Magen und Sie werden merken, wie Ihr Darm schnell in Bewegung kommt.
Hochwertiges Olivenöl und Leinöl kommen ebenfalls in Frage. Das Öl wirkt abführend, da es einen geschmeidigeren Darm bezweckt. Dadurch kann der Stuhl besser abtransportiert werden.

Flohsamenschalen und Leinsamen
Dieses Getreide zählt zu den abführenden Lebensmitteln. Flohsamen haben eine quellende Eigenschaft. Nehmen Sie deshalb immer mit ausreichend Wasser ein, damit sie im Verdauungstrakt quellen und so den Darminhalt vergrößern. Zusätzlich unterstützen die Samen die verdauungsfördernden Bakterien im Darm. Damit wirken sie also zweifach auf den Darm. Auch Leinsamen wirken quellend. Zusätzlich enthalten die Samen noch Leinöl, welches die Darmpassage unterstützt. Leinsamenschrot kann in Wasser vorgequollen und anschließend zusammen mit zwei Gläsern lauwarmem Wasser getrunken werden.

Weintrauben und Wassermelone
Sowohl die Weintraube als auch die Wassermelone gehören zu den abführenden Lebensmitteln. Bei beiden Früchten ist es wichtig, kernhaltige Sorten zu kaufen und diese auch zu essen. Die Kerne enthalten wichtige Mineralien für den Körper. Bei der Wassermelone ist es außerdem wichtig, sie nicht nach Mahlzeiten, sondern gesondert zu essen. Ansonsten wird der Effekt gemindert.

Ballaststoffe
Ballaststoffe sind essentiell für eine geregelte Verdauung. Sie führen zu einem höherem Stuhlvolumen und bieten Nahrung für die gesunden Darmbakterien. So sind sie die idealen, abführenden Lebensmittel. Ballaststoffe finden sich vor allem in gesunden Lebensmitteln. Greifen Sie also zu Obst und Gemüse sowie zu Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Lassen Sie dagegen stopfende Lebensmittel wie Bananen, Schokolade und Weißmehlprodukte weg.

Bewegung
Bewegung hält nicht nur den Körper fit und gesund, sondern auch den Darm in Schwung. Bewegen Sie sich täglich 20 bis 30 Minuten, damit Ihr Magen nicht träge wird.

Apfelessig
Essig hilft Ihrem Körper Verstopfungen vorzubeugen. Am besten wirkt der Apfelessig morgens vor dem Frühstück. Verdünnen Sie hierzu 250 ml Wasser mit zwei Teelöffeln Apfelessig. Bei Belieben können Sie auch einen Teelöffel Honig hinzugeben, um den Geschmack zu neutralisieren.

Chili
Die Schärfe der Chili ist für den gesamten Körper gesund. Frische Chilischoten oder auch Cayennepfeffer gehören zu den abführenden Lebensmitteln. Das Gewürz regt allerdings nicht nur die Verdauung an, sondern wirkt gleichzeitig auch desinfizierend.

Trinken
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, damit Ihr Darm optimal arbeiten kann. Sonst wird Ihr Stuhl hart und fest und es kommt zu Verstopfung. Achten Sie also darauf, mindestens zwei Liter Wasser am Tag zu trinken. Je mehr Flüssigkeit der Körper hat, desto leichter fällt ihm die Verdauung. Trinken Sie zudem morgens auf nüchternen Magen ein Glas lauwarmes Wasser, das setzt die Verdauung in Gang.
Auch Obstsäfte, wie zum Beispiel Pflaumen-, Birnen- und Ananassaft, eignen sich als Alternative für Abführmittel. Bei Pflaumensaft sollten Sie sich allerdings auf ein Glas beschränken, da sonst die Gefahr von Durchfall besteht.

Kiwi
Schon zwei Kiwis am Tag helfen Ihnen gegen die Verstopfung! Die Früchte haben einen hohen Wert an Ballaststoffen, welche die Verdauung unterstützen.

Bauchmassage
Die Bauchmassage ist nicht nur ein angenehmes Gefühl auf der Haut, sondern hilft auch die Verdauung anzukurbeln. Mit ein wenig angewärmtem Öl auf den Händen wird der Bauch für ein paar Minuten im Uhrzeigersinn massiert. Am besten greift diese Methode, wenn Sie sie vor dem Aufstehen anwenden.

Buttermilch
Trinken Sie ein Glas Buttermilch morgens auf nüchternen Magen. Das bereitet Ihren Magen auf den Tag vor und regt den Stuhlgang an.

Sauerkraut und Sauerkrautsaft
Sauerkraut hilft dem Darm dabei sich schonend zu reinigen. Sie können entweder Sauerkraut essen oder das Wasser aus dem Glas trinken.
 

Diese Lebensmittel wirken stopfend

Als Faustregel gilt: Je süßer und fetter Sie essen, desto höher ist das Risiko einer Verstopfung, da der Verdauungsprozess verlangsamt wird. Deshalb sollten Sie diese Lebensmittel nur in Maßen genießen oder ganz meiden: Weißmehlprodukte wie Brot, Kuchen oder Nudeln, Schokolade, Kakao, rotes Fleisch, Eier, Käse, Reis, gekochte Karotten, Kartoffelchips sowie Fertiggerichte.

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Datum: 16.11.2020

Autor: Emilia Uhlendorf