Esst euch gesund Ernährung für den Reizdarm

Menschen mit einem Reizdarm oder Reizmagen reagieren empfindlich auf bestimmte Lebensmittel. Wir verraten, welche Ernährungstipps einem gestressten Magen helfen und die Beschwerden lindern. 

Ernährung-Reizdarm

Betroffene des Reizdarmsyndroms leiden unter Symptomen wie Bauchkrämpfen, Blähungen, Verstopfung, Völlegefühl, Durchfall oder einer Kombination aus mehreren dieser Beschwerden. Die Krankheit wird diagnostiziert, wenn Patienten die Symptome über mindestens drei Monate beobachten und andere Krankheitsbilder in Verbindung mit dem Magen ausgeschlossen werden können. Eine gute Nachricht ist, dass es sich beim Reizdarmsyndrom um eine harmlose Krankheit handelt. Dennoch leiden Betroffene natürlich unter den Symptomen und hoffen auf ein Heilmittel. Doch ohne eine wirkliche Ursache wirken die klassischen, ärztlichen Behandlungsmethoden leider nicht. Zudem verläuft das Reizdarmsyndrom individuell unterschiedlich und hat vielfältige Ausprägungen und Folgen. Zum Beispiel leiden die einen unter starkem Durchfall oder haben Verstopfungen und bei anderen können sich die Symptome abwechseln. Doch ihr solltet die Hoffnung auf Besserung nicht aufgeben und auch weiterhin mögliche Therapien in Betracht ziehen. Es gibt einige Medikamente, welche ihr in unserem Artikel „Rezeptfreie Medikamente gegen Reizdarm“ finden könnt. Zudem solltet ihr unbedingt darauf achten, Stress zu vermeiden, da unser allgemeines Wohlbefinden und die Befindlichkeit unseres Magens eng miteinander zusammenhängen. Außerdem kann sich eine Ernährungsumstellung anbieten, da die Beschwerden der meisten Betroffenen nach dem Essen auftreten. Aber auch hier gibt es keine einheitliche Diät oder allgemeine Ernährungseinstellungen, die der Genesung zuträglich sind. Die Bandbreite der Symptome ist einfach zu vielfältig und abhängig von den individuellen Unverträglichkeiten des Patienten. Doch wer einige unserer Richtlinien beachtet, hat die Möglichkeit, die Symptome des Reizmagens zu lindern und das persönliche Wohlbefinden zu steigern. 

 

Dos and Don'ts rund um die Ernährung für das Reizdarmsyndrom

Does 

  • Sport: Tägliche Bewegung hilft, die Verdauung in Schwung zu bringen.
  • Kleine Mahlzeiten: Genießt lieber über den Tag verteilt fünf kleinere Mahlzeiten, anstatt dreimal große Portionen zu euch zu nehmen. Das überfordert euren Magen nicht.
  • Achtsames Essen: Nehmt euch Zeit fürs Essen und vermeidet Stress und Ablenkung, wie Fernsehen oder Handy. Achtet bewusst darauf, die Nahrung lange genug zu kauen.
  • Genug trinken: Eineinhalb bis zwei Liter stilles Wasser am Tag braucht der Körper - gerade bei Darmproblemen. Vermeidet dabei aber Extreme - die Getränke sollten nicht zu kalt und nicht zu heiß sein. Bei starkem Durchfall ist die Flüssigkeitszunahme zudem sehr wichtig, um die verlorenen Elektrolyte auszugleichen.
  • Ballaststoffreich essen: Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die in pflanzlichen Lebensmitteln wie zum Beispiel Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Salat und Obst vorkommen. Diese Pflanzenfasern können vom Menschen nicht verdaut werden, sie quellen aber im Darm und regen so die Darmmotorik an. Dadurch wird die Verdauung gefördert und die Probleme werden gelindert.

Dont´s

  • Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke
  • Alkohol, insbesondere säurehaltige Getränke wie Wein oder Sekt 
  • Kohlensäurehaltige Getränke fördern Blähungen
  • Weißmehlprodukte wie Brötchen oder Nudeln
  • Milch und Milchprodukte
  • Rohes Obst
  • Zitrusfrüchte
  • Gebratene sowie fettreiche Speisen
  • Scharf gewürztes Essen 
  • Blähende Lebensmittel wie Zwiebeln, Knoblauch und Kohlsorten
  • Diätische Lebensmittel, die Sorbit oder andere Zuckeralkohole als Süßungsmittel enthalten 
  • sehr kalorienreiche, "schwere" Nahrung 

Generell gilt: Gegessen werden kann, was einem gut tut und den Magen nicht überfordert. Um das herauszufinden, ist es sinnvoll als Betroffener des Reizdarmsyndroms ein Ernährungstagebuch zu führen, in welches die Mahlzeiten sowie die auftretenden Symptome notiert werden. Somit können eventuelle Regelmäßigkeiten im Unwohlsein auf bestimmte Lebensmittel als Ursache zurückgeführt werden. Aufgrund der Eintragungen kann dann gemeinsam mit einem professionellem Ernährungsberater ein individueller Reizdarm-Ernährungsplan erarbeitet werden.

Fodmap-Diät

Hinter dieser Abkürzung stecken die Namen bestimmter Nährstoffe, die Wissenschaftler als Ursache für Verdauungsprobleme beim Reizdarmsyndrom sehen. Fermentierende Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole sind Kohlehydrate und Zuckeralkohole, die in vielen Lebensmitteln enthalten sind. Personen mit Darmerkrankungen können diese nicht ausreichend aufspalten, weshalb es zu Beschwerden kommen kann.
Die FODMAP-Diät sieht vor, dass Reizmagen-Patienten mindestens sechs Wochen auf FODMAP-reiche Nahrungsmittel verzichten und ihre Ernährung daran anpassen. Lebensmittel mit einem hohen FODMAP-Gehalt sind unter anderem Artischocken, Zwiebeln, große Mengen von Früchten, Fertiggerichte, Nüsse und Milchprodukte. Eine ausführliche Liste der einzelnen Lebensmittel findet ihr hier.

Nach dieser Zeit sollten sich die meisten Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Verstopfungen gelegt haben, da sich der Magen regeneriert und erholt hat. Allerdings ist es wichtig, die FODMAP-Diät ärztlich begleiten zu lassen, da durch die drastische Ernährungsumstellung wichtige Nährstoffe wegfallen.Nach dieser Zeit sollten sich die meisten Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Verstopfungen gelegt haben, da sich der Magen regeneriert und erholt hat. Allerdings ist es wichtig, die FODMAP-Diät ärztlich begleiten zu lassen, da durch die drastische Ernährungsumstellung wichtige Nährstoffe wegfallen.

Anschließend tasten sich die Betroffenen in einer Reexpositionsphase schrittweise an einzelne Lebensmittel erneut heran und beobachten auftretende Symptome und mögliche Beschwerden. In der Regel wird pro Woche ein Nahrungsmittel ausprobiert, um mit Sicherheit sagen zu können, ob es den Reizmagen beeinflusst oder nicht. So können individuelle Unverträglichkeiten des Reizdarmsyndroms ausgearbeitet werden. Mit diesem differenzierten Wissen können die Betroffenen dann einen Ernährungsplan mit Lebensmitteln, die ihr Magen verträgt, zusammenstellen. 
Da die Langzeitfolgen der FODMAP-Diät noch nicht ausreichend erforscht sind, sollte die Therapie nur unter der Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden.

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