19. Juli 2021
Corona-Impfung: Impfen lassen, wenn man erkältet ist?

Darf ich mich gegen Corona impfen lassen, wenn ich erkältet bin?

Ihre Corona-Impfung steht an und Sie brüten eine Erkältung aus? Ob Sie erkältet die Impfung wahrnehmen können oder den Termin besser verschieben müssen, lesen Sie hier.

Laut den Plänen von Bund und Ländern soll bis Ende des Sommers jeder impfwillige Mensch in Deutschland geimpft werden. Doch wie soll man sich verhalten, wenn sich am Tag der Corona-Impfung eine Erkältung bemerkbar macht? Kann man sich trotzdem impfen lassen oder sollte man warten, bis die Erkältung abgeklungen ist und man wieder gesund ist? Und welchen Einfluss hat die Erkältung auf die Impfung? Wir klären auf!

Bei Erkältung impfen lassen? Das sagt das RKI

Die offiziellen Aufklärungsblätter des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Covid-19-Impfung mit mRNA-Impfstoffen und Vektorimpfstoffen geben Auskunft und erklären genau, ob eine Impfung während einer Erkältung möglich ist:

Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber (38,5°C oder höher) leidet, soll erst nach Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder gering erhöhte Temperatur (unter 38,5°C) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben. […]

Im besten Fall sollten Sie natürlich schon fit sein und keine Erkrankung haben, wenn Sie die Corona-Impfung bekommen. Denn die Impfung bedeutet eine zusätzliche Belastung für das Immunsystem, das von der Erkältung belastet ist.

Anzeichen einer Erkältung sind:

  • Schnupfen
  • Husten
  • Abgeschlagenheit
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, ob eine Verschiebung ratsam ist oder nicht. Bitte denken Sie dran: Sollten Sie sich entscheiden, den Impftermin nicht wahrzunehmen, sagen Sie diesen rechtzeitig ab.

Auch lesenswert: Schnupfen schnell loswerden – so bekämpfen Sie ihn an einem Tag >>

Heuschnupfen statt Erkältung?

Da die Corona-Impfungen im Sommer stattfinden, macht sich bei vielen Menschen der Heuschnupfen durch tränende und juckende Augen, eine laufende Nase oder Kratzen im Hals bemerkbar. Schnell kann dieser mit einer Erkältung verwechselt werden. Zwar kann eine sichere Diagnose nur ein Arzt stellen. Aber sollten sich Ihre Beschwerden im Freien verstärken oder bessern sich die Symptome drinnen oder bei schlechtem Wetter, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Heuschnupfen.

Mehr zum Thema hier: Corona-Impfung – kann ich mich trotz Heuschnupfen impfen lassen?

Vor der Impfung keine Schmerzmittel nehmen

Sie sollten vor der Impfung keine Schmerzmittel nehmen, welche Ihre Erkältungssymptome lindern. Doch auch gerade dieser Effekt beeinflusst auch die Corona-Impfung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät grundsätzlich vor einer Impfung davon ab, Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin einzunehmen. Diese enthalten Hemmstoffe, welche die Begleiterscheinungen einer Impfung effektiv lindern und somit auch die Antikörperbildung.

So behandeln Sie eine Erkältung

Um die Erkältungssymptome aber bestmöglich vor der Impfung zu lindern, helfen Hausmittel. Nehmen Sie ein Meerwasser-Nasenspray (beispielsweise von Tetesept) machen Sie regelmäßig Nasenduschen, trinken Sie viel, empfehlenswert ist beispielsweise Ingwertee, der für seine antibakterielle Wirkung bekannt ist. Gegen die Halsschmerzen hilft unter anderem ein warmer Wickel oder das Gurgeln mit Salbeitee.

Mehr dazu hier: Wie Sie Ihre Erkältung mit Hausmitteln bekämpfen >>

Corona-Impfung bei Fieber verschieben

Wenn Sie sich allerdings während eines fieberhaften Infekts (über 38,5°C ) impfen lassen, heißt das, dass Ihr Körper bereits mit einer Infektion kämpft und Ihre Immunabwehr bereits aktiviert ist. Das hat Auswirkungen auf die Corona-Impfung. Ihr Körper kann sich nicht voll und ganz auf den Impfstoff konzentrieren und dagegen Antikörper bilden. Verschieben Sie daher bei einer Grippe rechtzeitig Ihren Impftermin und lassen Sie sich nach der Genesung impfen.

Fieber bei zweitem Impftermin

Sind Sie bei Ihrem zweiten Impftermin erkrankt und haben Fieber, sollte dieser so bald wie möglich nachgeholt werden, wenn Sie wieder gesund sind. Zwar sollten die empfohlenen Impfintervalle eingehalten werden, ist dies aber aufgrund Ihrer Erkrankung nicht möglich, müssen Sie nicht mit der Impfserie neu beginnen und brauchen demnach keine erneute Erst-Impfung.

Auch interessant: Wer darf sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen? >>

Frau Fieber
© iStock/Brothers91
Wenn Sie Fieber haben, sollten Sie Ihren Impftermin verschieben.

Grippeähnliche Reaktionen nach der Impfung sind normal

Nach der Corona-Impfung kann es zu grippeähnlichen Nebenwirkungen kommen, die Ihnen keinen Grund zur Sorge bereiten müssen. Symptome wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber sowie körperliche Abgeschlagenheit klingen ein bis zwei Tage nach der Impfung wieder ab. Das RKI rät, schmerzlindernde sowie fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol gegen die Beschwerden zu nehmen. Experten wie Thomas Herdegen, stellvertretender Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Universität Kiel, raten jedoch, mit der Einnahme mindestens sechs Stunden zu warten, da die Antikörperbildung beeinträchtigt werden kann.

Wenn Sie bereits vor der Corona-Impfung leicht angeschlagen sind und eine Erkältung haben, sollten Sie sich auf jeden Fall nach der Impfung weiter Ruhe gönnen. Anstrengungen wie Sport und ein übermäßiger Alkoholkonsum sollten Sie an diesem Tag auf jeden Fall vermeiden, da diese die Impfreaktionen verschlimmern können und die Wirksamkeit der Corona-Impfung gemildert wird.

Video: Impfpriorisierung aufgehoben – so bekommen Sie einen Termin

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