21. Dezember 2021
Blutgerinnungsstörungen: Anzeichen erkennen

Blutgerinnungsstörungen: So erkennen Sie die Anzeichen

Liegt eine Gerinnungsstörung vor, ist die Gerinnung des Blutes entweder zu schwach oder stark ausgeprägt. Doch wie macht sich eine Gerinnungsstörung bemerkbar? Wir zeigen auf, welche Symptome bei welcher Art von Blutgerinnungsstörung auftreten.

Die Blutgerinnung ist einerseits dafür zuständig, dass im Körper das Blut fließt und alle Organe mit Sauerstoff versorgt werden. Andererseits ist die Gerinnung dafür verantwortlich, dass das Blut nach einer Verletzung verklumpt und Wunden verschlossen werden. Das passiert, indem sich die Blutgefäße an der betroffenen Stelle verengen und sich anschließend Blutplättchen (Thrombozyten) ansammeln. Damit die Blutplättchen auch zusammenkleben, sind Gerinnungsfaktoren notwendig. Der Prozess der Blutgerinnung mit diesen Gerinnungsfaktoren ist sehr komplex. Es muss der richtige Grad gefunden werden, um das Blut sowohl flüssig zu halten und als auch schnell in feste Bestandteile zu verwandeln.

Was ist eine Blutgerinnungsstörung?

Nicht bei jedem Menschen funktioniert die Blutgerinnung einwandfrei, sodass eine Gerinnungsstörung vorliegt. Unterschieden wird zum Beispiel zwischen einer erhöhten Gerinnungsneigung (Thrombophilie) oder einer erhöhten Blutungsneigung (Hämophilie). Ersteres stellt ein erhöhtes Thromboserisiko dar, weil zu wenig gerinnungshemmende Stoffe im Blut vorhanden sind. Bei einer Blutungsneigung hingegen bluten Betroffene deutlich länger. Dementsprechend dauert es, bis sich die Wunden verschließen. Gerade bei einer Operation kann eine Blutungsneigung gefährlich sein.

Blutgerinnungsstörungen können genetisch oder aufgrund von bestimmten Risikofaktoren entstehen. Fehler im Erbgut können dazu führen, dass Blutgerinnungseiweiße nicht vorhanden oder intakt sind. Auch eine Einnahme von Medikamenten, Erkrankungen des Immunsystems oder eine Krebserkrankung können die Entstehung einer Gerinnungsstörung begünstigen.

Anzeichen einer Blutgerinnungsstörung

Die Anzeichen einer Gerinnungsstörung hängen davon ab, welche Störung vorliegt und wie stark diese ausgeprägt ist. Ist die Störung schwach, bemerken betroffene Personen in der Regel keinerlei Beschwerden.

Eine verstärkte Blutgerinnung verursacht meistens erst dann Beschwerden, wenn sich bereits ein Blutgerinnsel gebildet hat. Eine solche Störung betrifft meistens die Beine und äußert sich durch folgende Anzeichen:

  • Schwellung der Beine und Füße
  • Schmerzgefühl in Beinen und Füßen
  • Schmerzen in den Beinen. Bei Hochlagerung der Beine nehmen in der Regel die Beschwerden ab.
  • Rötliche oder bläuliche Verfärbungen der Haut

Da der Verdacht einer Thrombose naheliegt, lassen Sie sich umgehend ärztlich behandeln. Eine Thrombose kann unter anderem zu einem Schlaganfall führen oder sich zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie entwickeln. Neben Ihrer Blutgerinnungsstörung können noch weitere Risikofaktoren eine Thrombose begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel die Einnahme von Hormonpräparaten wie die Pille, Bettlägerigkeit, Bewegungsmangel, eine Schwangerschaft, Übergewicht, Rauchen, Erkrankungen wie eine Herzschwäche oder eine Gefäßwandverengung.

Besteht eine verringerte Blutgerinnung, können diese Beschwerden auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Häufiges Nasenbluten
  • Zahnfleischbluten
  • Blut im Stuhl oder im Urin
  • Starke Regelblutung

Behandlung einer Gerinnungsstörung

Die Behandlung richtet sich individuell nach der jeweiligen Blutgerinnungsstörung. Beispielsweise erhalten Patienten mit einer verringerten Blutgerinnung regelmäßig Injektionen mit den fehlenden Gerinnungsfaktoren. Betroffene sollten außerdem darauf achten, Blutungen bestmöglich zu vermeiden. 

Wer eine zu starke Blutgerinnung hat, kann verschiedene blutverdünnende Medikamente mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure oder Heparin einnehmen. Bei Risikosituationen wie bei einem Langstreckenflug sollten Betroffene Kompressionsstrümpfe tragen und regelmäßig die Beine durch bestimmte Venengymnastik entlasten.

Im Video: 5 Tipps für ein gesundes Herz-Kreislauf-System

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