9. November 2021
Gewürze gegen Entzündungen: 7 entzündungshemmende Gewürze

Diese 7 Gewürze helfen gegen Entzündungen im Körper

Sie machen Gerichte nicht nur schmackhafter, sondern im Gegensatz zu Salz auch gesünder: Die Rede ist von entzündungshemmenden Gewürzen. Erfahren Sie, welche sieben Gewürze besonders effektiv gegen Entzündungen helfen.

Während Zucker und Salz zwar den Geschmack unserer Gerichte und Fertigprodukte aufpeppen, fördern sie leider auch Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Adipositas und Diabetes Typ 2. Gäbe es doch nur eine Möglichkeit, unser Essen gleichzeitig schmackhafter und gesünder zu machen... Die gibt es natürlich! Neben Kräutern können Sie nämlich auch mit bestimmten Gewürzen Ihre Speisen leckerer und entzündungshemmender gestalten. Hier sind sieben besondere Gewürze, die Sie am besten täglich aus Ihrem Gewürzregal hervorholen sollten.

7 Gewürze gegen Entzündungen in Ihrem Körper

1. Kurkuma

Wir kennen es in erster Linie aus der indischen Küche, da es dem klassischen Curry seine typische Farbe verleiht: Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, enthält einen ganz besonderen sekundären Pflanzenstoff namens Curcumin. Dieser hat Studien zufolge entzündungshemmende Eigenschaften, weswegen er einen festen Platz in den gängigen Ernährungsempfehlungen bei chronisch-entzündlichen Krankheiten wie Rheuma oder Schuppenflechte hat. Der anti-entzündliche Wirkstoff hat sogar antikanzerogene Eigenschaften und soll daher einen Beitrag zur Prävention von Krebs leisten können. Da die Bioverfügbarkeit, also die tatsächlich vom Darm aufgenommene Menge, von Curcumin relativ gering ist, sollten Sie Kurkuma immer zusammen mit schwarzem Pfeffer verwenden, da das darin enthaltene Piperin die Aufnahme des Curcumin deutlich verbessert. 

2. Kreuzkümmel

In der orientalischen Küche ist Kreuzkümmel (Cumin) Standard. Bei uns wird er häufig mit dem herkömmlichen Kümmel verwechselt – geschmacklich unterscheiden sich die fernen Verwandten jedoch deutlich voneinander. Kreuzkümmel ist würziger, schärfer und hat zudem einige gesundheitliche Vorteile: Studien zufolge verfügt Cumin nicht nur über eine entzündungshemmende Wirkung, sondern kann auch gegen Durchfall und andere Verdauungsbeschwerden helfen. Doch der Kreuzkümmel kann scheinbar noch mehr: Eine Metaanalyse von sechs qualitativ hochwertigen Studien hat gezeigt, dass die Supplementierung mit Kreuzkümmel nicht nur das LDL-Cholesterin senken, sondern auch das Vorkommen von schädlichen Fetten (Triglyceriden) im Blut reduzieren konnte. Interessante Erkenntnisse für alle Menschen, die mit einer Hypercholesterinämie oder Fettstoffwechselstörung zu kämpfen haben oder diesen vorbeugen möchten.

3. Zimt

Dieses klassische Weihnachtsgewürz dürfen Sie gerne das ganze Jahr über in Ihre Speisen einbauen. Denn wie Kurkuma und Kreuzkümmel enthält auch Zimt bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die bereits in Studien ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bewiesen haben. Das Gewürz kann darüber hinaus noch Ihren Blutzuckerspiegel verbessern, wie 2013 ein kalifornisches Forscherteam eindrucksvoll zeigte: Im Rahmen einer Metaanalyse mit zehn hochwertigen klinischen Studien fanden die Forschenden heraus, dass der tägliche Konsum von Zimt bei den Proband:innen im Durchschnitt zu einer Senkung des Nüchtern-Glucose-Werts um 25 mg/dl führte – ein beachtlicher Wert. Zur Einordnung: Bereits ab 100 mg/dl gilt der Blutzuckerspiegel im nüchternen Zustand als leicht erhöht. Sparen Sie daher nicht an den Gewürzen und garnieren Sie Ihren Joghurt oder Müsli gerne stets mit einer ordentlichen Prise Zimt!

Tipp: Achten Sie beim Kauf darauf, wenn möglich, zu Ceylon-Zimt zu greifen. Dieser ist im Gegensatz zu Cassia-Zimt fast frei von Cumarin, einem in größeren Mengen schädlichen Stoff. In Supermärkten ist leider häufig nur der billigere Cassia-Zimt zu finden. Hochwertigen Ceylon-Zimt finden Sie beispielsweise hier von Ostmann oder in Bio-Qualität von Azafran.

Video: 4 leckere entzündungshemmende Frühstücksideen

4. Ingwer

Wenn Sie regelmäßig Ingwertee trinken oder Ihren Speisen mit Ingwerstückchen ein bisschen Schärfe verleihen, machen Sie intuitiv schon einiges richtig. Denn wisschenschaftliche Untersuchungen zeigen immer wieder, dass die Knolle unglaublich gesund ist. Die beiden sekundären Pflanzenstoffe Gingerol und Shogaol sorgen beispielsweise dafür, dass Ingwer antioxidativ ist und somit als Radikalfänger fungiert. Laut dem Uniklinikum Freiburg wirkt das Gewächs darüber hinaus „entzündungshemmend, aktiviert die Darmtätigkeit und war in Laborversuchen gegen verschiedene Viren wirksam“. Sogar für Diabetiker:innen könnte das Gewürz interessant sein, da es sich in Studien als blutzuckersenkend und sogar cholesterinsenkend entpuppte.

5. Chili

Auf den ersten Blick erscheint es kontraintuitiv, dass scharfe Schoten, die im Mund ein brennendes Gefühl auslösen, in unserem Körper Entzündungen entgegenwirken können. Doch genau so ist es: Denn der feurige Wirkstoff Capsaicin fördert nicht nur die Durchblutung, sondern verfügt einer Studie zufolge über eine entzündungshemmende Wirkung, die sogar vergleichbar mit der von Diclofenac ist. Darüber hinaus wirkt Capsaicin antinozizeptiv – schmerzlindernd – weswegen die Rheumaliga Schweiz Patient:innen dazu rät, ihr Essen häufiger mit Chili oder Cayennepfeffer zu würzen.

6. Knoblauch

Verantwortlich für die gesundheitsförderliche Wirkung dieses Zwiebelgewächses sind die enthaltenen Schwefelverbindungen Allicin und Ajoen. Diese sorgen nämlich nicht nur für den etwas unangenehmen Mundgeruch nach dem Knoblauch-Verzehr, sondern wirken Studien zufolge Entzündungen, oxidativem Stress, Adipositas und Schäden der Mitochondrien entgegen. Eine neue Metaanalyse von 83 klinischen Untersuchungen kommt zudem zu dem Schluss, dass Knoblauch ein vielversprechendes, natürliches Mittel in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck sowie Krebs sein könnte. Als Limitation gilt jedoch, dass die gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffe des Knoblauchs recht flüchtig sind und vom Körper nur in geringen Mengen aufgenommen werden.

7. Schwarzer Pfeffer

Schwarzer Pfeffer verbessert nicht nur die Aufnahme von Curcumin im Körper, wenn er zusammen mit Curcuma verzehrt wird, sondern hat auch selbst zahlreiche vorteilhafte Eigenschaften: Neben immunregulierenden, antioxidativen und sogar antikarzinogenen Qualitäten verfügt schwarzer Pfeffer zudem über entzündungshemmende Qualitäten, wie bereits in vielen Studien im Labor, an Tieren sowie am Menschen festgestellt wurde. Das liegt vor allem an seinem wichtigsten Inhaltsstoff namens Piperin. Doch auch die enthaltenen Terpene – eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe – tragen zur gesundheitsförderlichen Wirkung des schwarzen Pfeffers bei. Zwischen Salz und Pfeffer ist daher der Pfeffer stets die gesündere Wahl.

Buchtipps für eine entzündungshemmende Ernährung

Damit Sie selbständig etwas gegen Entzündungen in Ihrem Körper tun können, empfehlen wir Ihnen diese 3 Kochbücher und Ratgeber wärmstens: In "Heimliche Entzündungen – Das Kochbuch" von Silvia Bürkle finden Sie schmackhafte Rezepte, die Ihnen dabei helfen, stille Entzündungen zu lindern und ihnen vorzubeugen. Mit der "Antientzündungs-Ernährung" von Medical Academy werden Sie chronische Entzündungen schnell wieder los und stärken Ihr Immunsystem dauerhaft. Der enthaltene 14-Tage-Plan nimmt Sie Tag für Tag an die Hand und erleichtert Ihnen somit die Ernährungsumstellung.

Quellen: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov, rheumaliga.ch, uniklinik-freiburg.de

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