14. Februar 2010
Fitness fördert die Karriere

Fitness fördert die Karriere

Wer sich bewegt, kommt voran – auch im Job. Neue Studien zeigen: Für Erfolg im Beruf ist ein sportlicher Auftritt wichtiger denn je.

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Und welchen Sport treiben Sie? Mit dieser Frage müssen Sie heute rechnen, wenn Sie sich um einen neuen Job bewerben. Denn Ihr Gegenüber – egal, ob Personalchef oder Abteilungsleiter – will von Ihnen wissen: Was tut die Frau, um gesund und fit zu bleiben? Und nicht nur das: Auch aus der Sportart, für die Ihr Herz schlägt, werden Rückschlüsse auf Ihre beruflichen Talente gezogen. Wer zum Beispiel einen Kampfsport wie Judo oder Karate betreibt, der hat bestimmt ein gutes Gefühl für Taktik und strategisches Denken. Tänzer oder Yoga-Fans gelten als Konzentrations-„Leuchten“, und Halbmarathonläufer bringen garantiert eine Extraportion Ehrgeiz mit.

Sport pusht die Bildung

Wer fit ist, hat heute einfach die besseren Karten, gilt körperlich und geistig als leistungsfähiger und macht meistens eher Karriere als Couchpotatoes. Interessant: Bereits Jugendliche, die regelmäßig in ihrer Freizeit Sport treiben, erzielen durchschnittlich höhere Bildungsabschlüsse als ihre bewegungsscheuen Altersgenossen, beweist eine aktuelle Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit. So verbessern sich zum Beispiel die Chancen, die Hochschulreife zu erlangen oder ein Universitätsstudium erfolgreich abzuschließen. Was besonders auffällt: Gerade junge Frauen profitieren von dem positiven Fitnesseffekt. Dies erklären die Wissenschaftler damit, dass die Mädchen sich viel selbstbewusster und durchsetzungsfähiger dem Wettbewerb mit jungen Männern stellen – ganz gleich, ob im Klassenverband oder bei der Bewerbung um eine Lehrstelle. Früh durchstarten lohnt sich also!

Das geht auch aus einer von Nike initiierten Umfrage hervor, bei der 10000 Frauen zwischen 16 und 30 Jahren aus neun europäischen Ländern berichten, was Sport ihnen denn nun tatsächlich bringt. Na klar – an erster Stelle steht gutes Aussehen und eine tolle Figur, aber auch viele „innere“ Pluspunkte zählen. Die Fitnessfreaks fühlen sich durch ihr regelmäßiges Training gesünder, mental stärker und erfolgreicher in Job oder Studium, haben mehr Selbstvertrauen als die passive Truppe. Übrigens belegt Deutschland bei dieser Umfrage den fitten Spitzenplatz: Hier machen stolze 67 Prozent der befragten jungen Frauen in ihrer Freizeit Sport. Fitness ist gefragt wie nie In den USA, Kanada oder Japan ist es längst selbstverständlich, die Bewerbungsmappe mit sportlichen Leistungen aufzupeppen. Und auch bei uns ist Fitness nicht mehr einfach nur ein Freizeithobby.

Joggen macht kreativ

„Sport wird künftig mehr und mehr ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags sein“, so die brandneue „Body & Health“- Studie des Zukunftsinstituts. „Denn er steht für aktive Selbstverantwortung, Gesundheit, aber auch Leistungsfähigkeit.“ Bereits heute, so zeigt eine andere Umfrage desselben Instituts, sei es für 83 Prozent der Befragten ein wichtiges Bedürfnis, aktiv etwas für die eigene körperliche und geistige Fitness zu tun. Um sich wohlzufühlen und im Leben erfolgreich zu sein. Erfreulich: Auch immer mehr Arbeitgeber leisten hier „Entwicklungshilfe“, machen Sport zu einem Stück Firmenphilosophie. So hat zum Beispiel die Kölner Firma Bellicon, Hersteller von Mini-Trampolinen, als erstes deutsches Unternehmen kürzlich Sport während der Arbeitszeit eingeführt. Nicht nur als Gesundheitsvorsorge, sondern auch, um das kreative Potenzial der Mitarbeiter zu steigern. In Amerika gibt’s diesen Trend schon länger: Im kalifornischen Hauptsitz von Google können die Angestellten während der Arbeitszeit sogar Volleyball spielen oder im firmeneigenen Schwimmbad ihre Bahnen kraulen.

„Regelmäßiges Training schenkt uns nicht nur eine positive Ausstrahlung, es wirkt zudem ‚entmüllend’“, sagt Dr. Uwe Seebacher von der my-G Systemic Sports Academy, die kombinierte Fitness- und Mental-Trainingsprogramme u. a. für Firmen, deren Manager und Mitarbeiter entwickelt. „Durch die oft automatisierten Bewegungsabläufe – z. B. beim Joggen oder Schwimmen – schalten sportliche Menschen leichter ab, haben Zeit, Dinge zu verarbeiten. Viele beginnen in solchen Phasen kreativ zu werden, Ideen und Konzepte zu entwickeln oder sich auf Meetings vorzubereiten“, so Experte Seebacher.

„Sportler sind außerdem durch ihr Training daran gewöhnt, in einem höheren „Frequenzbereich“ zu agieren, was sie insgesamt belastbarer macht. Manche gehen dafür sogar bis an ihre Grenzen, brauchen anscheinend den Extremkick. So dokumentiert eine Studie im Rahmen des Dresdner Kleinwort-Frankfurt-Marathons 2008: Wer im Job zu den Erfolgreichsten gehöre, sei auch auf der 42-Kilometer- Strecke am schnellsten. So viel Puste für die Karriere? Fest steht für uns: Diesem Ehrgeiz müssen wir nicht hinterherhecheln, aber auf die sportliche Nachfrage im Bewerbungsgespräch sollten Sie bitte nie mit einem schlichten „Nein“ antworten. Auch Wandern im Urlaub, Radeln ins Büro oder die morgendliche Qigong-Runde sind Aktivitäten, die von Arbeitgebern sehr positiv bewertet werden. Also: Machen Sie sich fit für den Job!

So punktet Sport für den Beruf:

Von nun an geht’s bergauf. Wer fit ist, hat auch im Job gute Aussichten.

Geistige Höhenflüge

Ausdauersport macht auch unser Oberstübchen fit. Eine Studie der Universität Ulm legt dar: Wer regelmäßig läuft, verbessert seine Konzentrationsund Gedächtnisleistung. Forscher vermuten, dass es die Neubildung von Nervenzellen im Gehirn anregt. Teamgeist Gerade Mannschaftssport, bei dem das effektive Zusammenspiel den Erfolg bringt, trainiert das „Wir-Gefühl“. Verständigung untereinander, Toleranz und gegenseitige Motivation – auch bei Teamwork am Arbeitsplatz – sind entscheidend für den Erfolg.


Seelische Balance

Stress, Zeitnot, Ärger mit Kollegen: Bei seelischen Schieflagen schüttet unser Gehirn Stresshormone aus. Sie sollen unseren Körper gegen Belastungen wappnen, können aber auch gereizt und aggressiv machen. Sport kann den Abbau dieser Stresshormone beschleunigen. Wissenschaftler der Duke University in North Carolina bestätigen jetzt, dass Joggen sogar gegen Depressionen hilft. Sie ließen Patienten 14 Minuten auf einem Laufband laufen. Die meisten fühlten sich danach viel besser. Der Effekt ähnelte der Wirkung von Antidepressiva.


Positive Ausstrahlung

Besonders Tänzer, Yogis oder Pilates- Fans beeindrucken durch ihr gutes Körpergefühl, geschmeidige, sichere Bewegungen und eine tolle Haltung. Top für den Job, denn all das strahlt innere Harmonie, Power und Souveränität aus.


Motivation und Ehrgeiz

Wer regelmäßig Sport treibt, entwickelt ein intensiveres Bewusstsein für die eigenen Stärken. Das Training spornt an, die eigenen Grenzen auszuloten und zu erweitern. Werden die gesteckten Ziele erreicht, beflügelt das ungemein unser Selbstwertgefühl. Klar, dass sich das auch positiv im Job auswirkt.


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