Schmerzhaft Muskelkrämpfe: So entstehen sie und das hilft dagegen!

Muskelkrämpfe sind meist harmlos, können aber bei häufigerem Auftreten auch auf eine Krankheit hindeuten. Lesen Sie hier die Ursachen von Krämpfen und Tipps, die Sie gegen sie tun können.

Wade_Krampf

Ob Sportmuffel oder Sportliebhaber: So gut wie jeder kennt diesen blitzartig auftretenden Schmerz im Muskel, welcher sich von jetzt auf gleich verhärtet. Muskelkrämpfe entstehen durch eine ungewollte Muskelkontraktion, die durch Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel begünstigt wird. Besonders Menschen, die viel schwitzen, kommen Muskelkrämpfe häufiger vor. 

Muskelkrämpfe durch Mineralstoffverlust

Fehlen dem Körper Salze wie Magnesium, Natrium, Kalium und Calcium, kann es zu Muskelkrämpfen kommen. Die sogenannten Elektrolyte befinden sich in den Flüssigkeiten des Körpers und versorgen von dort aus die Muskeln. Bei einer zu geringen Trinkmenge und allgemein zu wenig Elektrolyten kann es zu Muskelkrämpfen kommen, da das Verhältnis zwischen Flüssigkeit und Mineralstoffgehalt gestört ist. Vor allem Sportler und Menschen, die viel schwitzen, leiden häufiger unter Muskelkrämpfen. 

Wie beuge ich den Krämpfen vor?
Achten Sie bei der Ernährung auf eine ausreichende Elektrolyt-Zufuhr. Beim Sport oder im Sommer können Mineralwasser oder mit Elektrolyten angereicherte Wasser sinnvoll sein. Natrium wird in der Regel gut über das herkömmliche Salz aufgenommen und Magnesium kann als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Calcium finden Sie hingegen in Milch und Milchprodukten, sowie grünem Gemüse. Auch Kalium ist darin reichlich enthalten. Vorsichtig sollten Sie jedoch bei der Nahrungsergänzung sein, da Kaliumtabletten, unkontrolliert eingenommen, zu Muskelzuckungen, Lähmungen oder gar schweren Herzrhythmusstörungen kommen. Lassen Sie bei einem Verdacht auf Kaliummangel deshalb Ihren Kaliumwert vom Arzt prüfen! 

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Muskelkrämpfe durch falsche Bewegungen, Überlastung und Fehlstellungen

  1. Überlastung der Muskeln
    Wird ein Muskel beansprucht, zieht sich dieser bei der Belastung zusammen und entspannt sich wieder bei der Entlastung. Ist z. B. die Wade aber dauerhaft angespannt, wie es häufig bei Laufen der Fall ist, kann es zu einer Dauerkontraktion kommen, wodurch der Muskel verkrampft. Häufig treten die Krämpfe auch am Anfang auf, wenn der Körper sich noch nicht an die Belastung gewöhnt hat.
     
  2. Die falschen Schuhe
    Egal ob im Alltag oder beim Sport: Das richtige Schuhwerk hat Priorität, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Drücken tagsüber die Schuhe auf die Gefäße, wird die Durchblutung gestört, sodass es nachts zu Krämpfen kommen kann. Beim Sport können die falschen Schuhe oft zu Fehlbelastungen und somit zu Krämpfen führen. 
     
  3. Fußfehlstellungen
    Wer unter einem Senk- oder Spreizfuß leidet, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Muskelkrämpfe, da die Fehlstellung die Gefäße und die Durchblutung beeinträchtigt.

Muskelkrämpfe als Anzeichen einer Erkrankung

Muskelkrämpfe können auch ein Anzeichen einer Erkrankung sein. Dazu zählen vor allem neurologische Erkrankungen, die mit einer Muskelschwäche einhergehen, sowie Diabetes, sowie hormonelle Erkrankungen, wie die Unterfunktion der Nebenschilddrüse oder Nebennierenrinde. Auch Erkrankungen der Nieren und der Leber können Krämpfe als Folge haben.

Was tun bei einem Verdacht?
Muskelkrämpfe werden häufig mit einem Magnesiummangel begründet. Schnell ist das Magnesium zugeführt, aber die Muskelkrämpfe bleiben. Kehren diese häufig wider und dauern länger an, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird nach der Ursache suchen, die richtige Diagnose finden und diese behandeln.

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Erste Hilfe bei Krämpfen

Hat der Muskelkrampf zugeschlagen, ist es oftmals hilfreich, die betroffene Stelle zu dehnen. Bei Wadenkrämpfen strecken Sie z. B. das betroffene Bein durch und lehnen sich mit dem Oberkörper in Richtung des Fußes, während Sie den Fuß zu sich heranziehen. Durch das Dehnen wird die Muskulatur gelockert, wodurch sie sich wieder entspannt. Wichtig ist, dass Sie zusätzlich viel trinken, um den Verlust von Elektrolyten auszugleichen. Als Faustregel gilt, dass Sie bei 15 bis 20-minütiger Belastung ca. 150 ml Wasser trinken.

Muskelkrämpfe vorbeugen - was kann ich noch tun?

  1. Bewegung
    Regelmäßige Bewegung und Sport fördern die Durchblutung im Körper und beugen Muskelkrämpfen vor. Sind Sie Anfänger z. B. beim Joggen, tasten Sie sich langsam an die Bewegung heran, um die Waden- und Oberschenkelmuskulatur an die Belastung zu gewöhnen. 
     
  2. Wechselduschen
    Regelmäßige Wechselduschen von kaltem und warmen Wasser beugen Wadenkrämpfen vor. Gleichzeitig sind die Wechselduschen ein gutes Training für die Venen.
     
  3. Wärme und wärmende Kleidung
    Vor allem im Winter kann es beim Sport an der frischen Luft zu Krämpfen kommen, da sich die kalte Luft negativ auf die Muskelaktivität und die Durchblutung auswirkt. Tragen Sie daher geeignete Kleidung. Im weiteren Alltag ist es ebenfalls sinnvoll, die zu Krämpfen neigenden Körperbereiche warm zu halten.
     
  4. Dehnübungen
    Regelmäßiges Dehnen und Lockerungsübungen können verbessern nicht nur Beweglichkeit im Körper, sondern helfen auch bei der Vorbeugung von Krämpfen. 

Datum: 05.02.2020

Autor: Christina Liersch