10. Mai 2021
Online-Therapie: Digitale Hilfe für die Psyche

Online-Therapie: Digitale Hilfe für die Psyche

Während der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach psychologischer Hilfe gestiegen. Wer auf einen Behandlungsplatz wartet oder kurzfristig Hilfe benötigt, kann sich online Hilfe suchen. Wir stellen Ihnen vier Online-Therapieprogramme vor.

Quarantäne, soziale Isolation oder Ausgangssperren – die Corona-Pandemie hat uns vor neuen Herausforderungen und nie da gewesenen Problemen gestellt. Diese Ausnahmesituation verlangt unserer Psyche einiges ab. Aus diesem Grund sind vor allem psychotherapeutische Angebote in den vergangenen Monaten gefragter denn je. Laut einer Umfrage der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV) ist die Nachfrage nach einer Psychotherapie während der Pandemie um durchschnittlich 40 Prozent gestiegen. Ein Drittel aller Patienten wartet länger als ein halbes Jahr auf einen Behandlungsplatz. Um trotz Pandemie und bestehenden Kontaktbeschränkungen betroffenen Patienten zu helfen, bieten immer mehr Psychotherapeuten ihre Sitzungen digital an.

Online-Therapie: Diese Angebote gibt es

Wenn auch Sie momentan auf einen Behandlungsplatz warten oder akut Hilfe benötigen, gibt es verschiedene Online-Therapieangebote, die kurzfristig helfen und die wir Ihnen näher vorstellen möchten. Bitte bedenken Sie: Die Online-Programme sind meist wirksam, ersetzen aber langfristig keine Psychotherapie.

MindDoc

Bei MindDoc bekommen Sie Hilfe zu unterschiedlichen seelischen Problemen wie Depression, Essstörung, Ängste oder Zwänge. In wöchentlichen Gesprächen arbeiten Sie mit einer*r  Psychotherapeut*in an Ihren Zielen. Parallel zu Ihrer Online-Therapie können Sie die MindDoc-App nutzen, um mehr über Ihre psychische Gesundheit zu lernen und Übungen sowie Kurse belegen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten der Online-Psychotherapie. Eine genaue Auflistung finden Sie auf der Webseite. Bei den meisten privaten Krankenversicherungen können Sie die Rechnungen für eine Online-Therapie zur Erstattung einreichen.
Sie sind unsicher, ob eine Therapie notwendig ist? In einem Erstgespräch sowie mithilfe eines Selbsttests können Sie vorher herausfinden, ob Sie eine Therapie benötigen.

Selfapy

Hätten Sie es gewusst? In Deutschland erkrankt jede*r Fünfte im Laufe des Lebens an einer Depression. Selfapy ist ein Online-Depressions-Kurs, der auf Rezept von einem Arzt oder Psychologen verschrieben werden kann. Betroffene lernen in interaktiven Übungen, negative Denkweisen abzulegen und ihre Stimmung zu verbessern. Zudem erfahren sie mehr über die Ursachen ihrer Depression. Ein Psychologe überwacht den Erfolg innerhalb des Kurses. Bei Fragen ist er*sie per Chat erreichbar. Sie können vorab ein kostenloses Infogespräch vereinbaren.

WeMynd

Der Psychologe Dr. Leon Windscheid bietet in seinem achtwöchigen Online-Programm WeMynd verschiedene Masterclasses zu unterschiedlichen Herausforderungen im alltäglichen Leben an. Dazu gehören der Umgang mit Ängsten oder das Erlangen von mehr Gelassenheit. Eine genaue Auflistung der kommenden Masterclasses finden Sie auf der Website. Einziger Wermutstropfen: Da die Plätze begrenzt und gefragt sind, muss man sich vorher bewerben. Die Kosten für die achtwöchige Masterclass betragen knapp 300 Euro. Von den Krankenkassen werden diese nicht übernommen.

7Steps

Wenn Sie kurzzeitige psychische Unterstützung bei Problemen wie Stress, Angst oder Depressionen benötigen, ist das Online-Programm My7steps zu empfehlen, das in zehn Sprachen angeboten wird. Online können Sie in drei bis fünf Sitzungen mit einem*r Psychologe*in über Ihr Anliegen sprechen. Die Kosten werden leider nicht von den Krankenkassen übernommen. Ein einzelner Termin kostet 95 Euro, drei Sitzungen 265 Euro und das dreimonatige All-in-One-Paket kostet 495 Euro. Vorab können Sie ein kostenloses Infogespräch vereinbaren.

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