Depressionen in den Wechseljahren: Anzeichen und Behandlung

Depressionen in den Wechseljahren: Das sollten Sie darüber wissen

Früher oder später kommt jede Frau in die Wechseljahre: Eine Lebensphase voller Veränderungen, die auch die Psyche gerne mal aus dem Gleichgewicht bringt. Schließlich spielen die Hormone verrückt und der Körper verändert sich. Doch was genau sind die Anzeichen und Ursachen für Depressionen in den Wechseljahren bei Frauen – und was können sie dagegen tun? Dieser Artikel liefert Antworten!

Die Wechseljahre, im Fachjargon auch als Klimakterium bezeichnet, treten im Leben einer Frau meist zwischen 45 und 55 Jahren auf. Im Schnitt haben Frauen ihre sogenannte Menopause – also ihre letzte Regelblutung – mit 51 Jahren. 

Phasen in den Wechseljahren 

Im Wesentlichen lässt sich dieser Lebensabschnitt bei Frauen in drei Phasen unterteilen: Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Forschende sind sich uneinig, wie lange das Klimakterium dauert. Die wissenschaftliche Literatur nennt Zeiträume von sechs Monaten bis hin zu 13 Jahren.

An anderen Anzeichen können sie auch die Menopause erkennen >>

Der Wechsel von der reproduktiven hin zur postmenopausalen Phase ist für betroffene Frauen nicht immer leicht: Durch die körperlichen Veränderungen verlieren sie ihre Fruchtbarkeit und können keine Kinder mehr bekommen. Vor allem die hormonellen Umstellungen im Körper können Stimmungsschwankungen auslösen und zu seelischen Beschwerden sowie einem Gefühl der Überforderung führen. 

Welche Anzeichen können auf Depressionen in den Wechseljahren hindeuten?

Sie durchlaufen die Wechseljahre und fühlen sich niedergeschlagen, unwohl oder traurig? Bis zu einem gewissen Grad sind Wechseljahresbeschwerden – wie etwa Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen – normal. Ihre Psyche und Ihr Körper müssen sich an die Veränderungen gewöhnen und die Hormone zur Ruhe kommen. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab, vielleicht ziehen die Kinder aus und der Job ist aufgrund des sinkenden Energielevels anstrengender als je zuvor. All das kann zu einer emotionalen und körperlichen Niedergeschlagenheit führen. 

Tipps gegen schlechte Stimmung in den Wechseljahren >>

Jedoch: Manchmal können sich depressive Verstimmungen bis hin zu handfesten Depressionen entwickeln, oft ausgelöst durch die hormonelle Achterbahnfahrt während der Wechseljahre. Insbesondere das Hormon Östrogen fällt drastisch ab, was zu erheblichen psychischen Beschwerden führen kann. Sie vermuten, betroffen zu sein? Folgende Symptome können auf Depressionen in den Wechseljahren hindeuten:

  • Sie sind leicht reizbar
  • Sie haben kaum Appetit
  • Sie fühlen sich antriebslos und demotiviert
  • Sie haben Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Sie fühlen sich erschöpft, abgeschlagen und schwach
  • Sie sind eher pessimistisch eingestellt
  • Sie leiden unter Schlafstörungen 
  • Ihre Verdauung ist gestört
  • Sie haben keine oder kaum noch Lust auf Sex und Intimität
  • Sie werden von Zukunftsängsten und Hoffnungslosigkeit geplagt

Was können die Ursachen sein? 

Das Klimakterium fordert Frauen psychisch und physisch heraus. Neben dem heftigen Abfall von Östrogen gibt es noch weitere Ursachen, die depressive Verstimmungen und Depressionen auslösen können – vornehmlich im Zusammenspiel. Dazu zählt unter anderem StressStoffwechselstörungen, ein Mangel an Serotonin, zwischenmenschliche Konflikte, bestimmte Medikamente und Umwelteinflüsse sowie genetische Dispositionen und neuronale Störungen.

Depressionen in den Wechseljahren: Was hilft?

Wie kann man Depressionen in den Wechseljahren behandeln? Lesen Sie hier mehr über Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Bei einem Verdacht auf Depressionen kann beispielsweise Ihr Hausarzt als erste Anlaufstelle dienen. Er oder sie kann Ihre Lage einschätzen und Sie gegebenenfalls weitervermitteln. Darüber hinaus stehen Ihnen Krisendienste, Beratungsstellen und Zentren für seelische Frauengesundheit in dieser durchwachsenen Lebensphase zur Seite. Zusätzlich können Sie sich einer Vertrauensperson aus Ihrem Umfeld anvertrauen, lokale Selbsthilfegruppe besuchen oder eine telefonische Beratung in Anspruch nehmen.

Die richtige Therapie finden

Ob es sich bei Ihren Beschwerden tatsächlich um eine Depression handelt, die man entsprechend behandeln sollte, kann nur ein Arzt oder eine Ärztin kann einschätzen. Die Fachleute kennen die Symptome und können beurteilen, ob eine Depression im Zusammenhang mit den Wechseljahren steht. Von Selbstdiagnosen ist in jedem Fall abzuraten. Liegt eine Diagnose vor, kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten in Betracht. Dazu zählen unter anderem:

  • Die Gabe von Antidepressiva
  • Die Durchführung einer sogenannten Hormonersatztherapie (HRT), insbesondere bei Depressionen ausgelöst durch starke Hormonschwankungen
  • Psychotherapeutische Gespräche

Hinweis: In besonders schweren Fällen kann zudem die Einweisung in eine Psychiatrie sinnvoll sein.

In weniger schweren Fällen können pflanzliche Präparate von Heilpflanzen wie Johanniskraut, Baldrian oder Melisse helfen. Darüber hinaus kann eine gesunde Ernährung und Sport, zum Beispiel Schwimmen oder Fahrradfahren, positive Effekte auf Ihre Beschwerden haben.

Unterstützend zu einer Therapie können Schüssler-Salze oder der Besuch bei einer Heilpraktikerin positive Wirkungen gegen die Stimmungsschwankungen mit sich bringen.

Wichtig: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin berät Sie ausführlich in einem persönlichen Gespräch – gemeinsam finden Sie die passende Therapie gegen Ihre Beschwerden.

Globuli bei Depressionen in den Wechseljahren? 

Globuli sind Arzneimittel aus dem Fachgebiet der Homöopathie – einer pseudowissenschaftlichen Behandlungsmethode der Alternativmedizin. Gegen depressive Verstimmungen und Depressionen führt die Homöopathie unter anderem Aurum, Cimicifuga, Ginseng und Hypericum als effektive Helfer auf.

Hinweis: Homöopathische Arzneimittel sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen. Die generelle Wirkung von Mitteln aus dem Bereich der Homöopathie ist umstritten – auch jene gegen die Symptome und Beschwerden einer Depression und Wechseljahrsbeschwerden. 

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