Fußpflege Darum sollten Sie Hornhaut an den Füßen NICHT entfernen

Gerade im Sommer tun wir so einiges dafür, um Hornhaut an den Füßen so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Eine Studie hat nun allerdings ergeben, dass dies ein großer Fehler ist – die unliebsame Verdickung der Haut hat nämlich mehr Vorteile, als wir denken!

Darum sollten Sie Hornhaut an den Füßen NICHT entfernen

Von nun an sollten Sie Bimsstein und Feile lieber im Badezimmerschrank lassen – laut wissenschaftlichen Untersuchungen, die Forscher der Harvard University durchgeführt haben, sollte man Hornhaut an den Füßen nämlich nicht entfernen. Warum das so ist? Wir verraten es Ihnen!

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So entsteht Hornhaut

Ist unsere Haut starken Druckbelastungen oder Reibung ausgesetzt, bildet sich Hornhaut. Meist sind es die Fersen und Fußsohlen, die von den verdickten oder trockenen Hautflächen betroffen sind. Trockene Haut, falsches Schuhwerk oder eine beschädigte Hautbarriere können die Bildung von Hornhaut ebenfalls begünstigen. Auch wenn Hornhaut in manchen Fällen schmerzhaft sein kann, ist die Verhärtung jedoch eher ein ästhetisches Problem.

Studie: Darum sollten Sie Hornhaut nicht entfernen

Im Rahmen der schon erwähnten Studie, die im Fachmagazin «Nature» veröffentlicht wurde, wurden 81 Kenianer und 22 Amerikaner untersucht. Bei den Personen, die regelmäßig barfuß laufen, konnte eine bis zu 30 Prozent dickere Hautschicht festgestellt werden als bei denen, die festes Schuhwerk bevorzugten – bis hier hin keine Überraschung. 

Doch anders als bisher angenommen, konnten die Forscher zudem feststellen, dass Hornhaut die Fähigkeit, auf taktile Reize zu reagieren, in keiner Weise einschränkt. Die Forscher berührten die Füße der Teilnehmer mit einem Vibrationsgerät. Den dadurch ausgelösten Reiz konnten alle Teilnehmer gleich stark spüren. Somit ist nicht davon auszugehen, dass die Empfindlichkeit der Nervenenden in den Füßen durch Hornhaut beeinträchtigt wird.

Weiterhin stellten die Forscher fest, dass Schuhsohlen das Gehen der Teilnehmer stark beeinflussten – die nackte Fußsohle hingegen nicht. Es sind also nur die Schuhsohlen, nicht aber die Hornhaut, die das Gehen verändern. Je stärker ein Schuh gepolstert ist, desto mehr verändert sich auch das Verhältnis der Kräfte, die auf einen Fuß wirken. Laut der Forscher können Schuhe demnach Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Schließlich wird durch gepolsterte Schuhsohlen die Belastung auf unsere Gelenke und unser Skelett dauerhaft verändert, was zu Krankheiten und häufigeren Stürzen führen könnte.

Hornhaut sorgt für einen bequemeren Gang

Evolutionsbedingt sind unsere Füße darauf eingestellt, uns einen möglichst bequemen Gang zu ermöglichen. Und das ganz ohne festes Schuhwerk, das erst mit der industriellen Revolution erschwinglich wurde. Grund genug dafür, ab und zu mal wieder barfuß zu laufen und allein auf den Schutz der Hornhaut zu vertrauen!

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Datum: 11.06.2020
Autor: Lara Rygielski