29. September 2021
Selenmangel: 7 Symptome bei zu wenig Selen

Diese 7 Symptome können bei Selenmangel auftreten

Das Spurenelement Selen gehört zu den lebenswichtigen Mineralstoffen und darf daher in keiner Ernährung fehlen. Bei einer Unterversorgung kann es zum Selenmangel mit den folgenden sieben Symptomen kommen.

Der Mineralstoff Selen gehört zu den Spurenelementen und ist für die menschliche Gesundheit von hoher Bedeutung. Dabei können sowohl ein Selenüberschuss als auch ein Selenmangel zu Beschwerden führen und sogar das Risiko für bestimmte Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. In Europa kann es aufgrund selenarmer Böden bei bestimmten Bevölkerungsgruppen zu einer Unterversorgung mit dem Mineralstoff kommen. Die folgenden Symptome können auf einen Selenmangel hindeuten.

Selenmangel: Diese 7 Symptome können auftreten

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist ein Selenmangel in Deutschland trotz selenarmer Böden eher unwahrscheinlich. Ein erhöhtes Risiko für Selenmangel besteht jedoch bei Frühgeborenen, Schwangeren und Stillenden, Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Mukoviszidose, Niereninsuffizienz oder Alkoholsucht, sowie vegan lebenden Menschen. Diese sollten daher umso mehr auf die folgenden Anzeichen achten.

1. Infektanfälligkeit

Selen hat eine antioxidative Wirkung und hilft Ihrem Körper dabei, freie Radikale einzufangen. So schützt es die Zellen vor oxidativem Stress, chronischen Entzündungen und trägt zur körpereigenen Immunabwehr bei. Besteht hingegen ein Selenmangel, kann es auf Dauer zu einer Beeinträchtigung Ihres Immunsystems kommen, sodass Sie anfälliger für Infekte und stille Entzündungen werden.

2. Muskelschwäche

Selen dient außerdem als Baustein für zahlreiche Enzyme, die unter anderem für Muskelkontraktionen benötigt werden. Ein Selenmangel kann daher die Muskelfunktion einschränken und damit Ihre Leistungsfähigkeit im Sport und Alltag verringern.

3. Verstärkte Schilddrüsenunterfunktion

Das Organ mit dem höchsten Selengehalt im menschlichen Körper ist die Schilddrüse. Zwar ist Jod für die Gesundheit und Funktion der Schilddrüse noch wichtiger, aber bei einem bereits vorliegenden Jodmangel kann ein Selenmangel die Schilddrüsenerkrankung noch verstärken. Daher sollten Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder Hashimoto nicht nur die ausreichende Versorgung mit Jod, sondern auch mit Selen sicherstellen.

4. Verringerte Fruchtbarkeit

Bestimmte Enzyme, die an der Produktion von Spermien beteiligt sind, können nur mithilfe von Selen hergestellt werden. Fehlt dem männlichen Körper Selen, kann daher die Spermienbildung in den Hoden gestört sein.

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5. Herzrhythmusstörungen

In Deutschland ist zwar nicht mit einem gefährlichen Selenmangel zu rechnen. In bestimmten Regionen Zentralafrikas und Asiens kann die Selenzufuhr jedoch so stark eingeschränkt sein, dass ernste Mangelerkrankungen auftreten können. So gibt es beispielsweise in einzelnen Regionen Chinas die sogenannte Keshan-Krankheit, bei der die Funktion des Herzmuskels beeinträchtigt ist und es in der Folge zu Herzrhythmusstörungen sowie Herzinsuffizienz kommen kann.

6. Weiße Flecken auf den Fingernägeln

Dieses kosmetische Symptom kann bei vielerlei Mängeln auftreten, z.B. bei Eisenmangel, Zinkmangel oder Calciummangel. Ebenso kann ein Selenmangel die ungewöhnlichen weißen Flecken auf den Nägeln hervorrufen. Neben einer Blutuntersuchung auf das Selenoprotein P kann ein Selenmangel auch anhand des Selengehalts in den Nägeln bestimmt werden.

7. Haarausfall

Gleichermaßen kann ein Selenmangel anhand des Selengehalts der Haare festgestellt werden. Diese können wie bei einem Mangel an Eisen, Eiweiß oder B-Vitaminen ausfallen oder ausdünnen, wenn zu wenig Selen im Körper verfügbar ist. Da verschiedene Mängel die Ursache hierfür sein können, sollten Sie stets Ihre Ärztin aufsuchen, um eine konkrete Diagnose mittels Bluttest oder Haarprobe stellen zu lassen.

Lebensmittel mit Selen: So decken Sie Ihren Selenbedarf

Selen kommt einerseits natürlicherweise in Pflanzen vor, die das Mineral aus dem Boden aufnehmen. In selenarmen Regionen wird es zusätzlich dem Tierfutter von Masttieren zugesetzt, wodurch Selen hierzulande vor allem auch in tierischen Produkten vorkommt. Die folgenden Lebensmittel tragen zu Ihrer Versorgung mit Selen bei:

  • Fisch
  • Hartkäse
  • Ei
  • Leber
  • Steinpilze
  • Champignons
  • Haferflocken
  • Walnüsse
  • Linsen
  • Paranüsse
    Wichtig:
    Aufgrund stark schwankender Selengehalte sowie radioaktiver Belastungen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung maximal zwei Paranüsse pro Tag.

Herrscht ein Selenmangel in Deutschland?

Schätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zufolge liegt die tägliche Zufuhr an Selen bei Erwachsenen in Deutschland zwischen 31 und 66 Mikrogramm. Diese breite Spanne ergibt sich dadurch, dass keine Daten zum genauen Selengehalt deutscher Lebensmittel vorliegen, sondern die EFSA die Selenzufuhr anhand von generellen Verzehrsstudien geschätzt hat. Da der tägliche Selenbedarf von Frauen 60 Mikrogramm und von Männern 70 Mikrogramm beträgt, kann es je nach Ernährungsweise und Geschlecht tatsächlich zu einer Unterversorgung kommen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht insbesondere vegan und vegetarisch lebende Menschen als potentiell mit Selen unterversorgt.

Trotz der selenärmeren Böden ist jedoch bei einer ausgewogenen Ernährung ein Selenmangel in Europa selten. Deutlich gefährlicher ist die Überversorgung mit Selen durch Nahrungsergänzungsmittel. Die sogenannte therapeutische Breite des Mineralstoffs ist nämlich sehr gering – bereits kleine Überschreitungen der täglich empfohlenen Mengen können zu einer Überdosierung führen. Eine Selenüberdosis kann Durchfall, Haarausfall, brüchige Nägel, Zahnfäulnis sowie Herzmuskelschwäche verursachen, weswegen von einer eigenständigen Supplementierung ohne ärztliche Kontrolle strengstens abgeraten wird.

Welche weiteren Nährstoffmängel gibt es?

Im Gegensatz zum eher seltenen Selenmangel gibt es in Deutschland andere Nährstoffmängel, die deutlich häufiger auftreten können. So ist beispielsweise in den dunklen Wintermonaten die Gefahr für eine Unterversorgung mit Vitamin D gegeben. Ebenso können vegan lebende Menschen bei fehlender Nahrungsergänzung einen Vitamin-B12-Mangel erleiden. Welche weiteren Mängel auftreten können und welche Symptome sie verursachen, erfahren Sie hier:

Quellen: dge.de, verbraucherzentrale.de

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