22. April 2021
Nierenschmerzen: Ursachen, Symptome, Behandlung

Nierenschmerzen: Ursachen, Symptome, Behandlung

Nierenschmerzen sind extrem unangenehm und sollten möglichst schnell untersucht werden, da ernstzunehmende Erkrankungen die Ursache sein können. Hier erfahren Sie alles über Ursachen, Symptome und Behandlung von Nierenschmerzen.

Unsere Nieren sind die Klärwerke unseres Körpers, die ihm beim Entgiften helfen. Dafür produzieren Sie Urin, mit welchem Sie Abfallstoffe ausscheiden. Zudem regulieren die Nieren den Flüssigkeitshaushalt in unserem Körper. Damit unsere Nieren gesund bleiben und gut funktionieren, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend.

Wie unterscheidet man Nierenschmerzen von Rückenschmerzen?

Das ist meist gar nicht so einfach. Oftmals werden Nierenschmerzen mit Rückenschmerzen verwechselt. Die Nieren liegen im oberen hinteren Bauchraum, genau rechts und links neben der Wirbelsäule. Wenn es da dann auf einmal zieht und schmerzt, liegt der Gedanke an Rückenschmerzen nahe. Daher sollte darauf geachtet werden, ob der Schmerz bewegungsabhängig sind. Nierenschmerzen sind dies nicht. Sollten diese stechenden Schmerzen seitlich der Wirbelsäule auch bei Bewegung gleichbleibend sein, ist davon auszugehen, dass die Nieren betroffen sind. Oft kommen auch Schmerzen im Unterbauch dazu.

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Welche Ursachen gibt es für Nierenschmerzen?

Die Ursachen für Nierenschmerzen könnten vielfältiger nicht sein. Das reicht von der Nierenbeckenentzündung, über Nierensteine bis hin zu Tumoren der Niere. Auch Nierenzysten können Schmerzen verursachen. Sicher gibt es auch akutes oder chronisches Nierenversagen. Aber bis es so weit kommt, muss schon einiges passiert sein. Nierenschmerzen sollten daher immer ernst genommen werden. Wenn die Ursache nicht behandelt wird, kann es sonst leicht zu dauerhaften Schädigung der Nieren kommen. Das endet dann in Nierenversagen oder Dialysepflicht. Dem kann aber gut vorgebeugt werden.

Nierenschmerzen: Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Als Erstes wird der Arzt eine körperliche Untersuchung vornehmen. Dem folgt in den meisten Fällen eine Blut- und Urinuntersuchung. Sollten auch diese Untersuchungen, keine eindeutige Ursache der Schmerzen ergeben, kommen bildgebende Maßnahmen zum Zug. Das kann eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomografie oder auch eine Kernspintomografie sein. Spätestens dann sollte die Ursache der Beschwerden gefunden sein.

Nierenbecken- oder Blasenentzündung: Wie sieht die Behandlung aus?

In den meisten Fällen ist eine Nierenbeckenentzündung die Ursache der Beschwerden. Eine Nierenbeckenentzündung resultiert meist aus einer Blasenentzündung. Hier steigen Bakterien in die Nieren hinauf und verursachen eine Entzündung. Das führt zu starken Schmerzen. Oftmals wird das Ganze noch durch Fieber, Schüttelfrost und Unterleibsschmerzen begleitet.

Früh genug erkannt, ist eine Nierenbeckenentzündung gut behandelbar. Der Arzt wird ein passendes Antibiotikum verordnen und schon nach wenigen Tagen ist eine deutliche Besserung zu spüren. Das Antibiotikum sollte nicht zu früh abgesetzt werden. Hierbei immer auf die Empfehlung des Arztes hören.

Andere Ursachen für Nierenbeschwerden: Nierensteine, -zysten und -tumore

Auch Nierensteine sind oft eine Ursache für Nierenbeckenentzündungen. Diese bilden sich aus den Salzablagerungen des Urins. Wenn Nierensteine durch die Harnwege zur Blase rutschen und eventuell sogar die Harnleiter verstopfen, treten sehr starke, krampfartige Schmerzen auf. Sollten die Nierensteine nicht von selber den Harnleiter verlassen, muss operativ nachgeholfen werden. Hier gibt es inzwischen viele schonende Methoden, beispielsweise ein Zertrümmern der Nierensteine durch eine Stoßwellen-Therapie. Euer Arzt wird euch hier ausführlich beraten.

Auch Nierenzysten können Beschwerden verursachen. Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume. Zysten sind zwar immer gutartig, allerdings können diese auch Schmerzen verursachen. Meist sind sie erblich bedingt. Sollten sie zu zahlreich oder auch zu groß sein, wird der Arzt eine operative Entfernung vorschlagen. Auf Dauer kann eine Zyste die Niere so schädigen, dass es zu Nierenversagen kommt.

Auch Nierentumore können vorkommen und Schmerzen verursachen. Ebenso gibt es Autoimmunerkrankungen, welche die Nieren schädigen oder auch Medikamente, die auf Dauer für die Niere schädigend sind. Welche Behandlung in diesen Fällen die richtige ist, kann nur der Mediziner entscheiden.

Was passiert, wenn die Nieren nicht richtig funktionieren?

Die Nieren haben die Aufgabe unser Blut zu filtern. Dies sind pro Tag um die 180 Liter Blut. Wenn dies nicht mehr richtig funktioniert, hat das natürlich schwerwiegende Auswirkungen auf den Körper. Das Gewebe lagert zunehmend Wasser ein, vorzugsweise in den Beinen. Bluthochdruck ist eine Folgeerscheinung von geschädigten Nieren. Auch eine Blutarmut ist keine seltene Folgeerkrankung.

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Mögliche Folgen von Nierenschmerzen

Nierenschmerzen sind nicht nur sehr unangenehm, sondern können auch lebensbedrohlich werden. Wenn Nierenerkrankungen unbehandelt bleiben, führt dies in manchen Fällen sogar zu Nierenversagen. Ein Nierenversagen ist ein ärztlicher Notfall. Hier hilft dann nur noch eine Blutwäsche. In einigen Fällen ist sogar eine Nierentransplantation nötig. Wer also mehr als zwei Tage unter Nierenschmerzen leidet, sollte unbedingt seinen Arzt aufsuchen und die Ursache klären lassen. Wenn zu den Nierenschmerzen auch noch Fieber, Unterleibskrämpfe, Blut im Urin oder Schüttelfrost vorkommen, sollte man keine Zeit verlieren. Nierenerkrankungen, die rechtzeitig erkannt werden, sind gut behandelbar. In den seltensten Fällen muss mit dauerhaften Schädigungen der Niere gerechnet werden.

Allerdings gibt es auch andere Erkrankungen, welche die Niere schädigen. Diabetes ist eine dieser Erkrankungen, die auf Dauer die Nieren schädigen. Nicht wenige Diabetiker sind dialysepflichtig und müssen in regelmäßigen Abständen zur Behandlung, um weiter leben zu können. Auch Nierentransplantationen sind heute beinah schon Routineeingriffe. Ohne funktionierende Niere ist ein Leben nicht möglich. Zu wichtig sind die Aufgaben, die unsere Nieren zu erfüllen haben. Daher kann man nur jedem raten, diese Organe so gut wie möglich zu schützen. Durch eine gesunde Lebensweise können Sie schon Einiges erreichen.

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Nierenschmerzen vorbeugen – so gehts!

Um seine Nieren lange gesund zu halten, kann man einiges tun. Eine salzarme Ernährung kann Nierensteinen vorbeugen. Die tägliche Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig. Mindestens zwei bis drei Liter Wasser am Tag sollten es schon sein. Damit werden die Nieren richtig schön durchgespült und somit kann man Infektionen gut vorbeugen.

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Auch Blasenentzündungen sollten Sie immer rechtzeitig behandeln lassen. Manche Blasenentzündung lässt sich durch einfache Regeln umgehen. Im Winter sollten Sie sich nicht auf kalte, nasse Bänke setzen oder bauchfreie Oberteile tragen. Überhaupt ist hier der beste Schutz, die Nieren zu wärmen.

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Hausmittel bei Nierenschmerzen

In jedem Falle sollten Sie auftretende Nierenschmerzen oder Nierenbeschwerden so schnell wie möglich von einem Arzt abklären lassen. Zur zwischenzeitlichen Entlastung oder Unterstützung der medizinischen Therapie können folgende Hausmittel helfen:

  • Nieren und gesamten Körper warm halten: Wärme hilft dabei, die Muskulatur zu entspannen und die Blutzirkulation anzukurbeln. Zwei Effekte, die bei Nierenschmerzen lindernd wirken können. Setzen oder legen Sie sich mit einer Wärmflasche und einer gemütlichen Decke auf Ihr Sofa und versuchen Sie zu entspannen. Achten Sie bei der Wärmflasche darauf, dass Sie keine Verbrühungen erleiden, wenn die Flasche zu lange bei zu hohen Temperaturen auf derselben Hautstelle liegt. Wechseln Sie die Position alle paar Minuten und gönnen Sie der Haut zwischendrin Pausen von der Hitze.
  • Viel trinken, aber nicht übertreiben: Tees aus Brennnessel oder Löwenzahn wirken harntreibend, schwemmen Bakterien aus und steuern zu Ihrem Flüssigkeitshaushalt bei. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit dem Trinken: 2 bis maximal 3 Liter am Tag sind völlig ausreichend. Mehr Flüssigkeit kann dem Körper sogar schaden, da die Salzkonzentration dadurch stark verdünnt wird. Eine Salzarmut (Hyponatriämie) schadet den Körperzellen. Hier kann Gemüsebrühe eine sinnvolle Ergänzung sein.
  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist selbstverständlich immer wichtig. Wenn Sie jedoch an einer Erkrankung oder Schmerzen leiden, benötigt Ihr Körper alle gesunden Nährstoffe, die er bekommen kann. Schädliche Nährstoffe hingegen befeuern Entzündungen und verlangsamen den Heilungsprozess. Vermeiden Sie daher übermäßigen Konsum von Zucker, Salz, Fleisch und lassen Sie die Finger von Alkohol. Helfen können Lebensmittel wie Äpfel, Ingwer und Zitronensaft.
  • Hilfe aus Büchern: Es gibt tolle Bücher, mit denen Sie Ihre Nieren wieder auf Trab bringen können: In "Neustart für die Nieren" von Dr. Andrea Flemmer erfahren Sie, wie Sie die lebenswichtigen Organe natürlich reinigen und dauerhaft stärken. In dem Buch "Köstlich essen – Nierenerkrankungen" von Barbara Börsteken finden Sie über 120 Rezepte, die die Nieren entlasten.

Video: 7 Tipps für gesunde Nieren

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