21. Dezember 2017
Lebensmittelvergiftung: Wenn Keime im Essen lauern

Lebensmittelvergiftung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Keime auf den Lebensmitteln können schnell zu einer Lebensmittelvergiftung führen. Unangenehme Symptome sind die Folge. Was ihr dagegen tun könnt, erfahrt ihr hier!

Frau hält sich die Hände vor den Magen.
© chameleonseye/iStock
Frau hält sich die Hände vor den Magen.

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Diese Lebensmittel können von Keimen befallen sein

Symptome einer Lebensmittelvergiftung

Behandlung bei einer Lebensmittelvergiftung

So könnt ihr einer Lebensmittelvergiftung vorbeugen

Meldepflicht

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Eine Lebensmittelinfektion ist dasselbe wie eine Lebensmittelvergiftung? Nicht ganz. Auch wenn sich die Symptome ähneln, ist eine Vergiftung auf keinen Fall mit einer Infektion gleichzusetzen.

Hinter einer Lebensmittelvergiftung, auch Lebensmittelintoxikation genannt, stecken Giftstoffe, sogenannte Toxine, die entweder als natürlicher Bestandteil zum verzehrten Lebensmittel dazu gehören oder das Essen von außen kontaminieren und auf diese Weise in den Magen-Darm-Trakt gelangen. Dort vermehren sich die Bakterien, u.a. Staphylococcus aureus oder Bacillus cereus, und setzen die produzierten Toxine im Körper frei. Eine unangenehme Magen-Darm-Entzündung, Gastroenteritis, entsteht. Noroviren, Salmonellen, Listerien und Campylobacter-Bakterien gehören zu den typischen Ursachen. Lebensmittelvergiftungen können des Weiteren u.a. durch die folgenden Bakterien ausgelöst werden: E. coli, Yersinien oder Shigella-Bakterien. Durch die Aufnahme von Metallen, Schimmelpilzen, giftigen Fischen oder Schalentieren (z.B. Kugelfisch), giftigen Pilzen (Fliegenpilz) oder pflanzlichen Giftstoffen (Tollkirschen) können ebenfalls unerwünschte Symptome entstehen.

Wenn zu kühlende Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch oder Eier zu lange im Warmen gelagert werden, solltet ihr mit dem Verzehr besonders vorsichtig sein -das Essen kann ungenießbar geworden sein und somit zu ungewünschten Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt führen. Befinden sich im Essen lebende Erreger, wie Hepatitis- und Rotaviren, Yersinien, Parasiten oder EHEC-Bakterien, kann eine Lebensmittelinfektion ausgelöst werden. Die Mikroorganismen gelangen durch die Nahrung in den Körper, vermehren sich dort und produzieren Gifte - es kommt zu Beschwerden wie Brechdurchfall.

Diese Lebensmittel können von Keimen befallen sein

Rohmilch und Rohmilch-Produkte, rohe Fisch- und Fleischprodukte, rohe Eier und Produkte, die Eier enthalten, sind am häufigsten von Erregern betroffen. Es können sich aber auch Keime in vakuumierten Lebensmitteln und Konserven befinden. Achtet darauf, dass ihr die Kühlkette von gefrorenen und gekühlten Nahrungsmitteln sowie tierischen Produkten nicht allzu lange unterbrecht. Vermeidet zusätzlich aufgeblähte Konservendosen, die Gefahr einen bakteriellen Erreger in der Dose vorzufinden, ist in diesem Fall zu groß. Weckt ihr hingegen euer Essen selbst ein, solltet ihr das Essen vorsorglich zweimal erhitzen.

Ist ein unangenehmer Geruch am Lebensmittel festzustellen, lasst besser die Finger davon. Das Nahrungsmittel könnte bereits verdorben sein. Ob es von Keimen befallen ist und eine Vergiftung hervorrufen kann, könnt ihr nicht immer am Geruch oder Aussehen erkennen - aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Frau hängt über der Toilette und erbricht.
© LarsZahnerPhotography/iStock
Frau hängt über der Toilette und erbricht.

Symptome einer Lebensmittelvergiftung

Das Gift verteilt sich in der Regel innerhalb weniger Stunden im Körper. Die ersten Symptome treten bereits ein paar Stunden nach dem Essen auf. Zu den typischen Symptomen einer Lebensmittelvergiftung zählen:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen und -krämpfe

Die Symptome lassen jedoch relativ schnell nach - innerhalb weniger Tage. Tauchen neben den typischen Symptomen Beschwerden wie Sehstörungen, Schüttelfrost, Fieber und Lähmungen 12 bis 36 Stunden später auf, solltet ihr schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Ist eine Lebensmittelvergiftung durch Listerien (Bakterien) entstanden, sind Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteife Anzeichen dafür. Die Folgen von Listerien sollten nicht unterschätzt werden, sie können in das Gehirn des Betroffenen eindringen und eine Meningitis (Hirnhautentzündung) verursachen. Sie können ebenso in das Blutsystem gelangen und eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen, eine Entzündung im Bauchfell oder der Herzinnenwand.

Eine Lebensmittelvergiftung durch Botulismus (Infektion mit einem Clostridien-Bakterium) kann für den Betroffenen unerträglich sein und sehr gefährlich werden. Eine Vielzahl an Symptomen tritt etwa 20 bis 36 Stunden nach dem Verzehr der kontaminierten Lebensmittel auf. Lähmungen, Sprech- und Schluckstörungen, Verstopfung und verlangsamter Herzschlag sind nur einige typische Symptome einer Clostridien-Vergiftung. Die Erkrankung wird im Krankenhaus behandelt, um Schlimmeres zu vermeiden.

Treten Fieber und Schüttelfrost auf, können Salmonellen Schuld an den Beschwerden sein. Eine ärztliche Untersuchung ist in jedem Fall dringend erforderlich.

Behandlung bei einer Lebensmittelvergiftung

Arztbesuch:

Sollten Symptome einer Vergiftung bei euch auftreten, sucht unbedingt einen Arzt auf und lasst euch umgehend untersuchen. Besonders wenn der oder die Betroffene bereits etwas älter oder schwanger ist oder es sich um Babys oder Kleinkinder handelt, ist die Hilfe eines Arztes dringend erforderlich.

Dauern die Symptome mehr als drei Tage und neben den typischen Symptomen treten weitere Nebenwirkungen wie blutiger Durchfall oder Fieber auf, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Ernstzunehmende Krankheiten können hinter den Anzeichen stecken.

Hausmittel und Arzneimittel:

Seid ihr an einer Lebensmittelvergiftung erkrankt, folgt meist eine Therapie wie bei einer Magen-Darm-Grippe. Trinkt bei starkem Durchfall ausreichend Kräutertee, schwarzen Tee oder stilles Wasser, um die verlorengegangene Flüssigkeit und die Salze wieder aufzunehmen und eine Dehydration zu vermeiden. Zusätzliche Hilfe bekommt ihr durch eine Elektrolytlösung aus der Apotheke, die euren Salzhaushalt wieder normalisiert.

Des Weiteren verschreibt der Arzt meist ein Antibiotikum, um die Keime zu töten. Bananen und geriebene Äpfel empfehlen sich als magenfreundliche Nahrung.

Desinfektion ist nun das A und O - desinfiziert alle Flächen und Gegenstände, mit denen Körperflüssigkeiten in Kontakt gekommen sein könnten.

Frau hält ihre Hände um einen Becher Tee.
© pecaphoto77/iStock
Frau hält ihre Hände um einen Becher Tee.

So könnt ihr einer Lebensmittelvergiftung vorbeugen

  • Wascht vor dem Kochen immer gründlich eure Hände sowie die zu verzehrenden Lebensmittel (Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch ...).
  • Vermeidet das Tragen von Schmuck während des Kochens, Krankheitserreger können sich unter dem Schmuck sammeln.
  • Wechselt regelmäßig die Spülbürste, den Lappen und Schwamm in der Küche und reinigt täglich euer Geschirr, eure Arbeitsplatte und die Geräte, um die Ansammlung von Bakterien zu vermeiden.
  • Leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Eier oder Wurst sollten getrennt von Obst, Gemüse und Butter gelagert werden, um einer Lebensmittelvergiftung vorzubeugen.
  • Achtet auf rohe Lebensmittel wie Eier, Milchprodukte, Fleisch und Fisch. Bratet bzw. kocht diese ausreichend. Bei einem zweifelhaften oder eigenartigen Geruch lieber zu einem frischen Produkt greifen. Ein schlechter Geruch kann bedeuten, dass das Lebensmittel bereits verdorben ist.
  • Übriggebliebene Speisen sollten kühl gelagert und vor dem Verzehr erneut erwärmt werden.
  • Achtet auf das Ablaufdatum eurer Lebensmittel und bewahrt sie fest verschlossen auf.
  • Schmeißt aufgeblähte Konservendosen weg, in ihnen können sich Bakterien verstecken.
  • Lasst Tiefkühlprodukte nicht allzu lange im Warmen liegen. Sind sie einmal aufgetaut, dürft ihr sie nicht wieder einfrieren.
  • Informiert euch aktuell immer darüber, welche Lebensmittel giftig sind oder zurückgerufen wurden.​​

Meldepflicht

Seid ihr an einer Lebensmittelvergiftung erkrankt, muss sie in jedem Fall gemeldet werden. Der zuständige Arzt muss bei einer lebensmittelbedingten Erkrankung die diagnostizierte Infektionskrankheit der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde melden. Die Mitarbeiter der Behörde geben den Fall in ein elektronisches Meldesystem ein, damit die Erkrankung nicht noch weitere Menschen betrifft. Eine Lebensmittelwarnung kann daraufhin ausgesprochen werden oder das verunreinigte Lebensmittel wird zurückgerufen und nicht weiter verkauft.

Sind die Betroffenen in einem Lebensmittelunternehmen tätig, müssen sie durch den Arzt namentlich beim Gesundheitsamt gemeldet werden. Das Veterinäramt und die Lebensmittelüberwachung müssen in diesem Fall ebenfalls informiert werden.

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