9. Juni 2021
Starkes Pressen beim Urinieren: Ist es gefährlich?

Ist starkes Pressen beim Urinieren gefährlich?

Besonders wer vor dem Toilettengang lange einhält, neigt dazu, beim Urinieren zu pressen. Aber darf man das überhaupt oder kann es der Blase vielleicht sogar schaden? Wir erklären, ob starkes Pressen beim Urinieren gefährlich ist.

Jeder tut es, aber keiner spricht gerne darüber: der Toilettengang. Abhängig von der Trinkmenge scheidet ein normaler, gesunder Mensch täglich zwischen eineinhalb und zwei Liter Urin aus. Viele Menschen pressen beim Urinieren, besonders dann, wenn Sie den Harn vorher längere Zeit eingehalten haben. Aber darf man das überhaupt oder geht davon womöglich sogar eine Gesundheitsgefahr aus? 

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Ist starkes Pressen beim Urinieren gefährlich?

Ist die Harnblase gefüllt, zieht sich der Blasenmuskel zum Entleeren zusammen während die Schließmuskeln am Boden der Blase sich entspannen, was ein Abfließen des Urins über die Harnröhre ermöglicht. Aus diesem Grund ist ein zusätzliches Pressen nicht notwendig – ganz im Gegenteil, das Drücken kann sogar gefährlich werden. Bei Frauen kann das Pressen beim Wasserlassen Krankheiten wie eine Blasenentzündung begünstigen. Wenn Sie Ihre Blase mit starkem Drücken entleeren, entsteht ein Unterdruck. Dieser kann dazu führen, dass ein Rest Urin in der Blase bleibt. Dieser ist wiederum ein Nährboden für Bakterien und kann einen Harnwegsinfekt bis hin zu einer Nierenbeckenentzündung verursachen. Zudem werden die Beckenorgane, also neben der Blase auch die Gebärmutter und der Enddarm bei starkem Pressen nach unten gedrückt.

Auch bei Männern, die eine vergrößerte Prostata haben, kann das Pressen gefährlich werden. Wenn die Prostata vergrößert ist, ist die Harnröhre oft verengt. Durch Druck beim Wasserlassen können in diesem Fall die Blasenvenen platzen.

Tipp: Wer den Urin entspannt laufen lässt, bei dem bleibt in der Regel auch kein Rest in der Blase zurück. Wenn dies doch mal passieren sollte, können Sie Ihr Becken leicht vor- und zurückkippen, damit der Resturin besser abfließen kann.

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Auch auf Unterbrechungen beim Wasserlassen verzichten

Ebenso wie starkes Pressen beim Urinieren, sollten Sie es vermeiden das Wasserlassen ein oder mehrmals zu unterbrechen, da auch auf diesem Weg Harn in der Blase zurückbleiben kann und so Infektionen drohen.

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