2. Februar 2018
Scheidenpilz - erkennen, behandeln, vorbeugen

Scheidenpilz - erkennen, behandeln, vorbeugen

Bei einem Scheidenpilz handelt es sich um eine unangenehme, aber harmlose Erkrankung. Mit welchen Vorbeugungsmaßnahmen ihr die Infektion vermeiden könnt, welche Symptome der Scheidenpilz hervorruft und wie ihr die Erkrankung behandelt, erklären wir hier.

Der Intimbereich der Frau ist leicht empfindlich.
© Voyagerix/iStock
Der Intimbereich der Frau ist leicht empfindlich.

Was ist ein Scheidenpilz?

Bei einem Scheidenpilz handelt es sich um eine Pilzinfektion im Intimbereich der Frau. Hierbei entzünden sich die Scheide (Vagina) und der äußere Genitalbereich (Vulva). In den meisten Fällen ist der Hefepilz Candida albicans dafür verantwortlich. Seltener können aber auch die Erreger Candida glabrata oder Candida tropicalis einen Scheidenpilz verursachen.

Pilze gehören zum menschlichen Organismus, sind meist auf unserer Haut und den Schleimhäuten zu finden und sind Teil der normalen Körperflora. Das Immunsystem des Menschen hält sie in Schach und sie leben mit anderen Mikroorganismen im ausgewogenen Gleichgewicht - so auch mit den Milchsäurebakterien in der Scheide. Durch die Produktion von Milchsäure entsteht hier ein saures Milieu mit einem pH-Wert, der unter 4,5 liegt. Diese idealen Bedingungen und das Immunsystem verhindern eine übermäßige Vermehrung der Hefepilze und somit eine Infektion und einen Pilzbefall in der Scheide.
Von einer Scheidenpilzinfektion sind zirka 75 Prozent der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben betroffen. Die Erkrankung der Geschlechtsorgane tritt also ziemlich häufig auf. Doch in welchem Alter seid ihr besonders gefährdet?

  • Zirka 20 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter sind von einem Vaginalpilz betroffen.
  • Während der Schwangerschaft steigt das Risiko einer Infektion an.
  • Vor der Pubertät ist ein Scheidenpilz ziemlich selten.
  • Durch den Östrogenmangel nach den Wechseljahren sinkt das Risiko ebenfalls.
Scheideninfektion
© George Mayer/Fotolia.com
Bakterielle Scheideninfektion: Ursachen, Symptome, Behandlung

Was sind die Ursachen einer Scheidenpilz-Infektion?

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Pilzinfektion begünstigen:

  • ein durch Erkrankungen und Infekte geschwächtes Immunsystem
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus)
  • Hormonschwankungen - durch die Einnahme der Antibabypille, durch eine Schwangerschaft oder durch die Wechseljahre verändern sich die Hormonlevel in unserem Körper.
  • Psychische Belastung - durch Stress und Sorgen wird unsere Immunabwehr geschwächt.
  • Durch die Einnahme von Kortison, Antibiotika oder Zytostatika. Diese Medikamente töten nicht nur die schädlichen, sondern oftmals auch die nützlichen Bakterien ab und begünstigen dadurch die Vermehrung eines Hefepilzes.
  • Scheidenspülungen und Intimsprays - sie verändern das natürliche Säuremilieu der Scheide und können so das übermäßige Wachstum von Pilzen begünstigen.
  • Synthetische Unterwäsche und eng anliegende Kleidung - durch Schwitzen und Wärmestau entsteht das optimale feucht-warme Milieu für die Vermehrung von Pilzen.
  • Ansteckung in Saunen, Whirlpools und Schwimmbädern - durch das feucht-warme Klima kann der Pilz lange überleben und sich auf andere Menschen übertragen.

Ungeschützter Geschlechtsverkehr kann die Infektion ebenfalls an den Partner übertragen.

Wie sind die Symptome eines Scheidenpilzes?

Je nachdem mit welchem Erreger ihr euch infiziert habt, treten unterschiedliche Symptome auf. Juckreiz und einen veränderten Ausfluss haben aber alle Infektionen gemeinsam.

Typische Symptome bei Candida albicans sind:

  • Jucken und Brennen in der Scheide
  • Ausfluss - weißlich, cremig bis bröckelig
  • gerötete und rissige Haut im Bereich der Scheide
  • unangenehmer Geruch
  • Ausschlag oder Bläschen an der Vulva
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Bakterielle Vaginose

Die bakterielle Vaginose wird durch das Bakterium Gardnerella vaginalis verursacht. Meist wird das Darmbakterium durch Kontakt- und Schmierinfektion, beispielsweise durch Geschlechtsverkehr, übertragen. Als Symptome gelten ein fischartiger Intimgeruch und ein dünnflüssiger, gräulich-weißer Ausfluss. Auch leichte Schmerzen, Juckreiz und Hautreizungen können auftreten. Als Therapie verschreibt euch der Arzt ein Antibiotikum. Danach ist eine Milchsäurekur zur Stabilisierung der Scheidenflora sinnvoll.

Wie wird Scheidenpilz behandelt?

Wenn ihr euch unsicher seid, ob eine Pilzerkrankung vorliegt, lasst euren Frauenarzt einen Abstrich machen. Durch die Laboruntersuchung kann festgestellt werden, ob eine Scheidenpilzinfektion, eine bakterielle Vaginose oder nur eine allergische Reaktion vorliegt.
Wenn ihr zum ersten Mal einen Pilz im Intimbereich habt, dann ist meist eine lokale Behandlung völlig ausreichend. In der Apotheke gibt es dafür rezeptfreie Präparate. Diese Antimykotika gibt es als Cremes oder Zäpfchen. Einige Medikamente gibt es als Kombination. Die Zäpfchen werden mit einem Applikator tief in die Scheide eingeführt. Das macht ihr am besten nachts vor dem Schlafengehen. Durch das Liegen verteilt sich der Wirkstoff gut und gleichmäßig. Am nächsten Tag solltet ihr eine Slipeinlage tragen. Das Zäpfchen löst sich langsam auf und ein Teil wird durch die Scheide wieder ausgeführt. Die Creme gegen den Scheidenpilz tragt ihr großzügig auf die äußeren Genitalien auf. Die Behandlungszeit liegt je nach Präparat zwischen zwei und sechs Tagen.

Stress in der Schwangerschaft
© kristian sekulic/iStock
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Eine Scheidenpilz-Infektion sollte immer behandelt werden. Wenn ihr den angegebenen Behandlungszeitraum nicht einhaltet oder die Symptome nicht behandelt, kann es zu einem chronischen Scheidenpilz kommen. Wenn die Beschwerden öfter wiederkommen oder besonders stark sind, solltet Ihr in jedem Fall einen Gynäkologen aufsuchen. Manchmal ist die Einnahme von Tabletten nötig, die den Wirkstoff über die Blutbahn im ganzen Körper verteilen. Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte auch der Partner behandelt werden. Es könnte sein, dass er der Überträger des Pilzes ist, obwohl er keine Symptome aufweist. Die Folge ist der sogenannte Ping-Pong-Effekt, mit ständiger gegenseitiger Ansteckung. In der Behandlungszeit solltet ihr in jedem Fall beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzen.

Besonders wichtig ist der Arztbesuch bei Schwangeren, die einen Verdacht auf eine Scheidenpilz-Infektion haben. Bei der Geburt kann sich der Pilz auf das Kind übertragen. Mit der richtigen Behandlung ist ein Pilz aber leicht zu therapieren und wird euch nicht lange belasten.

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