22. November 2021
Leberzirrhose: 3 Ursachen des Leberschadens

Leberzirrhose: Die 3 häufigsten Ursachen des Leberschadens

Die Leber übernimmt in unserem Körper zahlreiche überlebenswichtige Funktionen wie den Abbau von Giftstoffen und die Speicherung von Nährstoffen. Mit unserem Lebensstil können wir sie pflegen, aber auch beschädigen und einen potentiell tödlichen Leberschaden hervorrufen. Hier sind 3 häufigsten Ursachen einer Leberzirrhose.

Die Leber kann zwar einiges aushalten – wird sie allerdings über Jahre hinweg mit Giftstoffen, ungesunden Lebensmitteln und Entzündungen malträtiert, vernarbt sich ihr Gewebe und sie verliert ihre Funktion. Eine solche Leberzirrhose kann sehr viele Ursachen haben. Neben einigen seltenen Erbkrankheiten sowie Medikamentennebenwirkungen führen vor allem die folgenden 3 Risikofaktoren zum Untergang der Leberzellen.

Leberzirrhose: Die 3 häufigsten Ursachen des Leberschadens

1. Chronischer Alkoholkonsum

Wer ab und zu mal ein Gläschen Wein oder eine Flasche Bier trinkt, muss sich nicht vor einem Leberschaden fürchten. Bei täglichem oder regelmäßig ausartendem Konsum kann es jedoch innerhalb von etwa 10 Jahren zu einer irreversiblen Leberzirrhose kommen. Mit der ständigen Verarbeitung und dem Abbau des Alkohols ist das Organ schlichtweg überfordert, weswegen Leberzellen zugrunde gehen und sich Narbengewebe bildet. Ab welchen Mengen dies geschieht, ist von Person zu Person unterschiedlich – für Männer gilt eine tägliche Obergrenze von maximal zwei bis drei Gläsern Bier oder Wein, für Frauen sind die Grenzwerte noch deutlich geringer. Das Feierabendbier oder der Rotwein zum Essen sollte daher wohldosiert und am besten nicht täglich stattfinden.

2. Hepatitis C

Ähnlich häufig tritt das Hepatitis-C-Virus als Ursache der Leberzirrhose in Erscheinung. Eine Infektion mit Hepatitis löst Entzündungen in der Leber aus, die sich in etwa 80 Prozent der Fälle chronifizieren und zu einer Leberzirrhose führen können. Im Gegensatz zur Hepatitis B, welche die weltweit häufigste Ursache für Leberzirrhose ist, gibt es für Hepatitis C noch keine Impfung. Erhöhte Infektionsgefahr besteht bei der Nutzung verunreinigter Spritzen oder verunreinigten Instrumenten beim Tätowieren oder Piercingstechen. 

3. Ungesunde Ernährung und Stoffwechselstörungen

Diese beiden Faktoren gehen Hand in Hand und bedingen einander in den meisten Fällen. Denn, wer über die Ernährung jahrelang zu viel Zucker, Transfette, gesättigte tierische Fettsäuren und einfach zu viele Kalorien aufnimmt, belastet einerseits seine Leber und erhöht damit das Risiko für eine nichtalkoholische Fettleber. Andererseits führen diese Ernährungsfehler zu Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes Typ 2 und Adipositas, welche wiederum eine Fettleber und die damit einhergehende Leberzirrhose auslösen können. Um eine ernährungsbedingte Steatohepatitis zu verhindern, sollten Sie Übergewicht abbauen, einen möglichen Diabetes gut einstellen lassen und vor allem zuckerreiche und fettreiche Lebensmittel wie Süßigkeiten, Fast Food, Fertigprodukte, Wurstwaren und Süßgetränke meiden.

Anzeichen einer Leberzirrhose

Woran erkennt man eigentlich eine Leberzirrhose? Leider leidet die Leber leise, weswegen wir häufig erst merken, dass etwas nicht stimmt, wenn bereits erste – zum Teil irreversible – Schäden aufgetreten sind. Viele Patient:innen haben gerade im Anfangsstadium keinerlei Beschwerden, da der Untergang von Lebergewebe von den noch funktionierenden Zellen des Organs kompensiert werden kann. Je mehr fibrotischen Narbengewebe entsteht, umso eher kommt es zu Symptomen. Die folgenden Frühsymptome können dabei auftreten und einen ersten Hinweis auf mögliche Leberschäden liefern. 

Frühsymptome der Leberzirrhose

  • Müdigkeit
  • Schwäche und verminderte Belastbarkeit
  • Appetitverlust
  • Schwindel
  • Gewichtsabnahme
  • Bauchschmerzen
  • Spinnenförmige Blutgefäße an der Haut

Da die Symptome sehr unspezifisch sind, wird eine Leberzirrhose häufig erst in späteren Stadien erkannt. Lassen Sie sich bei vermehrtem Auftreten solcher Symptome beim Arzt durchchecken, um Schlimmeres auszuschließen und eine mögliche Lebererkrankung frühzeitig behandeln zu können. Eine Leberzirrhose in späteren Stadien erkennen Sie an den folgenden, eindeutigeren Anzeichen.

Symptome einer fortgeschrittenen Leberzirrhose

  • Juckreiz
  • Gelbsucht
  • Grau-fahle Hautfarbe
  • Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) am Bauch
  • Blutungsneigung und blaue Flecken
  • Blutgefäße, die sich sternförmig im Gesicht und am Oberkörper neu bilden
  • Gerötete Handballen
  • Erhöhter Blutzucker und Insulinresistenz
  • Rote, glatte und trockene Lippen und Zunge (Lackzunge)
  • Verhärtung und Verdickung der Handinnenflächen
  • Starke Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Bei Frauen: Ausbleiben der Monatsblutung oder Menstruationsstörungen
  • Bei Männern: Haarausfall am Bauch (Bauchglatze), Potenzstörungen

Quellen: unimedizin-mainz.de, deutsche-leberstiftung.de

Lade weitere Inhalte ...