12. Mai 2021
Periode: Periodenleggings im Redaktionstest

Periode: Ich habe die erste Periodenleggings überhaupt getestet

Längst gibt es nachhaltige Alternativen zu Tampons und Co. Die Periode muss nicht zulasten der Umwelt gehen – das beweisen etwa biologisch abbaubare Tampons oder Perioden-Unterwäsche. Redaktionsmitglied Anne Falkenberg hat die neueste Erfindung auf dem Markt der Hygieneartikel – die Periodenleggings – beim Sport getestet.

11.000 Tampons – das ist die Menge, die eine Frau durchschnittlich in ihrem Leben als Hygieneartikel während ihrer Menstruation verbraucht. Studien zufolge kaufen ganze 96 Prozent der Frauen während ihrer Periode Einwegprodukte, was Kosten und vor allem auch Plastikmüll verursacht – sowohl Tampons als auch Binden brauchen rund 500 Jahre bis sie biologisch abgebaut sind.

Immer mehr Textilhersteller möchten der Benutzung von Einwegprodukten entgegenwirken, sodass es mittlerweile Periodenunterwäsche und nun auch Periodenleggings gibt. Die Periodenleggings ist dabei speziell für die Benutzung beim Sport geeignet. Redaktionsmitglied Anne Falkenberg hat sie getestet und berichtet von ihren Erfahrungen.

Eine Leggings für die Periode? Das wollte ich genau wissen

Da ich schon länger auf der Suche nach einer umweltfreundlichen Alternative zu Tampons und Binden bin, hat mich die neueste Erfindung auf dem Markt der Hygieneartikel – die Periodenleggings – sofort neugierig gemacht. Eine Leggings, die das Periodenblut aufsaugen soll und die noch dazu für bis zu acht Stunden Sicherheit verspricht? Das ist verrückt genug, um es einmal zu testen! Ich wollte wissen: Was ist dran an der Alternative zu Tampons & Co.!

So funktioniert die nachhaltige Periodenleggings im Detail

Genauso wie Periodenunterwäsche ist die Periodenleggings, abhängig vom Stärkegrad, imstande eine gewisse Menge an Periodenblut aufzusaugen. Das Prinzip ist eigentlich dasselbe: Wie bei den Menstruationsslips auch, ist in der Leggings eine 3 Millimeter dicke Einlage eingearbeitet, die das Blut auffängt. Die Periodenleggings der Marke Modibodi ist bisher in einem Stärkegrad erhältlich: moderate - heavy (engl. mittel - stark). Die Leggings verspricht Frauen sowohl bei der Periode als auch bei starkem Schwitzen und Blasenschwäche Sicherheit. Der Vorteil der Leggings? Man spart beim Tragen nicht nur den Plastikmüll, den andere Hygieneartikel verursachen würden, die Leggings besteht zudem zu 78 Prozent aus recyceltem Material, das aus Fabrikabfällen gewonnen wurde.

„Ein bisschen seltsam“, denke ich, während ich mich mit den ersten Hersteller-Informationen auf der Verpackung befasse. Sofort stelle ich mir Fragen wie: "Fühlt sich das nicht komisch an?" oder: "Kann die Periodenleggings Tampons & Co. wirklich ersetzen?" Ich wollte es herausfinden und wissen: Wie fühlt es sich an, die Leggings beim Sport zu tragen?

Die Probe aufs Exempel: Alles sitzt und nichts verrutscht

Zugegeben, ein mulmiges Gefühl habe ich schon, als ich die Periodenleggings anziehe. Da ich sonst Tampons benutze, wenn ich meine Tage habe, graut mir am meisten vor dem Gefühl des “Auslaufens”. Jede Frau weiß vermutlich, wie es sich anfühlt, wenn ein Schwall Blut in eine Binde läuft. Ungefähr so stelle ich es mir vor, die Hose zu tragen und habe ein bisschen Sorge, dass sich das unangenehm anfühlt. Ich starte am zweiten Tag meiner Periode mit dem Test und bin schon nach kurzer Zeit positiv überrascht. Wenn ich die Hose richtig hochziehe und sie eng anliegt, merke ich keinen Unterschied zum Tragen herkömmlicher Leggings. Ich trage die Periodenleggings in meiner regulären Größe und sie passt gut und rutscht nicht.

Auch optisch bin ich angenehm von der Hose überrascht, da sie sich auf den ersten Blick kaum von meinen regulären Sportleggings unterscheidet. Nur im Schritt, dort wo die Einlage eingearbeitet ist, ist sie etwas ausgestellt – beim Home-Workout kein Problem. Da ich aber zum Joggen das Haus verlasse, ziehe ich ein langes Oberteil über die Hose.

Der Härtetest: So fühlt sich die Periodenleggings beim Sport an

Bereits nach kurzer Zeit des Tragens bin ich überrascht, wie gut das Prinzip der Periodenleggings funktioniert. Ich trage die Hose sowohl zum Joggen, als auch für ein Workout. Die erste Viertelstunde ist das Tragegefühl ungewohnt – so ganz ohne etwas "drunter" – aber nach einer Weile vergesse ich das und kann mich auf den Sport konzentrieren.

Anders als bei einer Binde spürt man das “Auslaufen” in der Periodenleggings nicht, da das Blut sofort von der Einlage aufgesogen wird. Die Leggings soll laut Hersteller ein Auffang-Volumen von 2 bis 3 Tampons haben, was sich mit meinen Erfahrungen deckt, da die Periodenleggings die Blutung für einige Stunden gut gehalten hat. Während des Tragens fühle ich mich sicher, besonders im Vergleich zum Tragen einer Binde, bei der man immer Angst haben muss, dass etwas verrutscht. Auch im Vergleich zu einem Tampon empfinde ich das Tragegefühl der Leggings als angenehmer, da ich mit einem Tampon beim Sport immer das Gefühl habe, dass etwas "stört". Was mir besonders positiv auffällt ist, dass auch nach sechs Stunden des Tragens kein unangenehmer Geruch entsteht.

Periodenleggings: Wie funktioniert das mit dem Waschen?

Diese Frage beschäftigte mich, noch bevor ich überhaupt in die Leggings geschlüpft war: Wie wäscht man sie eigentlich? Die blutige Leggings zusammen mit anderen Klamotten in die Wäschetrommel? Niemals! Letztendlich war es aber ganz einfach: Wie auf der Packung beschrieben, habe ich die Leggings zuerst mit der Hand in kaltem Wasser ausgewaschen bis kein Blut mehr zu sehen war und anschließend bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen. So hat es gut funktioniert und man konnte sie direkt nach dem Trocknen wieder tragen. Der einzige Nachteil: Das Auswaschen dauert relativ lange, was viel Wasser verbraucht und wiederum nicht wirklich nachhaltig ist. 

Mein Fazit zur Periodenleggings

Alles in allem hat mich die Periodenleggings überzeugt und stellt für mich eine nachhaltige Alternative zu Hygieneartikeln wie Tampons oder Binden dar, da sie mir ein angenehmeres Tragegefühl bietet. Die Periode ist jedoch eine sehr persönliche Angelegenheit und, ob die Periodenleggings geeignet ist, hängt davon ab, was man sucht und erwartet. Jede Frau ist anders und was für die eine funktioniert, muss nicht automatisch für die andere funktionieren. Aber Frauen, die eine nachhaltige Alternative suchen, können der Periodenleggings auf jeden Fall eine Chance geben.

Die Periodenleggings von Modibodi ist für 62 Euro erhältlich. Wer weniger ausgeben, aber dennoch die Umwelt schonen will, kann statt der Leggings auch einen Periodenslip unter einer regulären Sportleggings tragen.

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